Das Wichtigste in Kürze:
- Gold lässt sich physisch (Barren, Münzen) oder über Wertpapiere (Gold-ETCs, Zertifikate) erwerben.
- Physisches Gold bringt keine laufenden Erträge und unterliegt Kurs- und Währungsrisiken.
- Reine Gold-ETFs sind in Deutschland nicht handelbar – als börsengehandelte Alternative dienen Gold-ETCs, meist besichert durch physisches Gold und über Wertpapierdepots erhältlich.
- Anlagegold ab 900er Feingehalt ist umsatzsteuerfrei, Gewinne nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.
- Bei Gold-ETCs hängt die Steuerpflicht von der physischen Auslieferungsoption ab; Gewinne aus Gold-Zertifikaten sind immer abgeltungssteuerpflichtig.
- In vielen Anlagestrategien dient Gold als Beimischung zur Diversifikation, nicht als alleinige Vermögensanlage.
- Bei einer Investition in Gold können erhebliche Kursschwankungen möglich sein. Dieses Risiko ist bei der Wahl der Anlage zu beachten.
Warum in Gold investieren?
Gold zählt zu den ältesten Anlageformen der Welt und wird schon seit Jahrhunderten als Wertaufbewahrungsmittel genutzt. Historisch dienten Edelmetalle oft als Tauschmittel gegenüber Waren und Dienstleistungen. Auch die Deutsche Bundesbank hält umfangreiche Goldbestände als Teil ihrer Währungsreserve .
Wer Geld in Gold anlegt, entscheidet sich dabei aber meist nicht für Gold als alleinige Anlage, sondern als Ergänzung zu einem bestehenden Portfolio aus Aktien, Anleihen oder Fonds.
Ein Anleger, der bereits in einen breit gestreuten Aktien-ETF investiert, kann durch eine zusätzliche Goldanlage seine Abhängigkeit von einer einzelnen Anlageklasse reduzieren.
In Phasen hoher Inflation oder wirtschaftlicher Unsicherheit zeigte Gold historisch teilweise eine geringere Korrelation zu Aktienmärkten – eine Garantie für künftige Wertentwicklungen ist das jedoch nicht.
Physisches Gold erzeugt keine laufenden Erträge
„Gold bringt keine Zinsen“ ist ein Klassiker unter den Kritikpunkten. Tatsächlich gilt: Gold bringt keinen Cashflow, andere Anlageformen dagegen schon. Bei Aktien beispielsweise entsteht ein Kapitalfluss durch Dividendenzahlungen, bei Immobilien durch Mieterträge und bei Anleihen durch Zinserträge.
Bei Gold als Anlage liegt das Potenzial allein in der möglichen Steigerung des Goldkurses. Ein wichtiges Argument für Gold ist daher weniger die laufende Rendite als vielmehr seine Funktion als Absicherungsbaustein.
Anleger investieren in Gold, um Schwankungsrisiken durch eine stärkere Diversifikation der Anlageklassen zu mindernoder um in schweren Wirtschaftskrisen einen handelbaren Sachwert zu besitzen.
Wie kann ich in Gold investieren?
Grundsätzlich gibt es zwei Wege, um in Gold zu investieren: zum einen den Erwerb von Goldmünzen und Goldbarren, zum anderen den Erwerb börsengehandelter Wertpapiere, die den Goldpreis abbilden. Zu letzterem zählen Gold-ETCs oder Zertifikate.
Physisches Gold wird direkt bei Goldhändlern, Banken oder spezialisierten Partnern erworben und muss selbst verwahrt oder eingelagert werden. „Tresorgold“ ist dabei eine praktische Zwischenlösung: physisches Gold ohne Eigenverwahrung.
Ein Gold-Sparplan hingegen ermöglicht es, regelmäßig kleinere Beträge in eine Goldposition zu investieren, statt eine hohe Einmalsumme aufzuwenden.
Bei 1822direkt gibt es zwei Möglichkeiten: den Erwerb von physischem Gold über einen Partner oder alternativ einen Tresorgold-Sparplan – hierbei wird regelmäßig in Tresorgold investiert, ohne dass eine Eigenverwahrung nötig ist. Die monatliche Sparrate lässt sich dabei flexibel anpassen.
Physisches Gold oder Wertpapier?
Physisches Gold in Form von Barren oder Münzen, wie zum Beispiel Krügerrand oder Maple Leaf, bietet einen direkten Sachwert. Allerdings ist eine sichere Lagerung erforderlich, etwa in einem Bankschließfach.
Eine Alternative zum klassischen Eigenbesitz ist Tresorgold: Anleger erwerben auch hier physisches Gold, das jedoch professionell eingelagert statt selbst verwahrt wird – ein eigenes Schließfach entfällt damit.
Ein Gold-ETC, kurz für Exchange Traded Commodity, ist rechtlich eine Inhaberschuldverschreibung, die in der Regel durch physisch hinterlegtes Gold besichert ist und den Goldpreis nahezu eins zu eins nachbildet. Wie auch bei Zertifikaten besteht daher grundsätzlich ein Emittentenrisiko. Durch die physische Besicherung fällt dieses Risiko bei ETCs jedoch meist deutlich geringer aus als bei unbesicherten Zertifikaten.
Reine Gold-ETFs, also Exchange Traded Funds, sind in Deutschland nicht handelbar. In der Praxis wird der Begriff „Gold-ETF“ häufig umgangssprachlich für Gold-ETCs verwendet – strukturell handelt es sich jedoch um unterschiedliche Produktarten.
Ein Gold-Zertifikat ist ebenfalls eine Schuldverschreibung eines Emittenten, allerdings nicht physisch besichert. Das Emittentenrisiko fällt hier tendenziell höher aus als bei einem physisch hinterlegten ETC.
1822direkt bietet den Edelmetallkauf über den Partner Ophirum sowie mit „Tresorgold“ eine Sparplanlösung, bei der Anleger physisches Gold erwerben, ohne es selbst in den Händen zu halten.
Wer statt auf physischen Goldbesitz Wert auf maximale Flexibilität legt, kann einen Gold-ETC über das Wertpapierdepot wählen. Steuerlich unterscheiden sich physisches Gold und Wertpapierprodukte, insbesondere Zertifikate, deutlich. Mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt „Kosten und Steuern bei Gold“.
Chancen und Risiken einer Goldanlage
Gold trägt zur Diversifikation eines Portfolios bei, da es sich in der Vergangenheit oft unabhängig von Aktien- oder Anleihemärkten entwickelt hat. Eine feste Regel oder Garantie besteht dafür aber nicht.
Der Goldpreis wird üblicherweise in US-Dollar notiert, wodurch für Anleger im Euroraum ein Währungsrisiko entsteht. Ob sich eine Goldanlage lohnt, hängt stark vom individuellen Anlagehorizont, der Risikotragfähigkeit und der bereits vorhandenen Portfoliostruktur ab – eine pauschale Aussage ist nicht möglich.
Ein Beispiel: Ein kurzfristig orientierter Anleger, der Gold nur wenige Monate hält, trägt ein höheres Risiko von Kursschwankungen als jemand mit einem Anlagehorizont von mehreren Jahren.
Bei physischem Gold kommen zusätzlich Kosten für die sichere Lagerung sowie ein möglicher Verlust bei Diebstahl oder Beschädigung hinzu, sofern keine Versicherung besteht.
Wie bereits im Abschnitt „Physisches Gold oder Wertpapier?“ erklärt, besteht bei Gold-Zertifikaten und Gold-ETCs grundsätzlich ein Emittentenrisiko, das je nach physischer Besicherung unterschiedlich stark ausfällt.
Eine Goldanlage kann mitunter erheblichen Kursschwankungen unterliegen. Das damit verbundene Risiko sollte bei der Anlageentscheidung berücksichtigt werden.
Wie viel Gold gehört ins Portfolio?
In der Finanzliteratur liegt eine Beimischung von Gold häufig im Bereich von etwa fünf bis zehn Prozent des Gesamtportfolios. So lassen sich Diversifikationseffekte erzielen, ohne Klumpenrisiken einzugehen. Die pauschal „richtige“ Quote gibt es nicht. Sie hängt von individuellen Zielen, dem Anlagehorizont und der übrigen Vermögensstruktur ab.
Ein Anleger, der überwiegend Aktien-ETFs im Depot hält, kann durch eine kleinere Goldposition die Abhängigkeit von einer einzigen Anlageklasse reduzieren.
Wer bereits stark in Immobilien oder andere Sachwerte investiert, wägt eine zusätzliche Goldposition oft anders ab als jemand mit einem überwiegend liquiditätsorientierten Portfolio. Eine regelmäßige Überprüfung der Gewichtung ist sinnvoll, da sich der Goldanteil am Gesamtportfolio durch Kursschwankungen von selbst verändert.
Steigt beispielsweise der Kurs stark an und wird die Goldposition dadurch deutlich größer als ursprünglich geplant, kann ein Rebalancing sinnvoll sein, um das gewünschte Risikoprofil beizubehalten.
Wann sollte ich Gold kaufen?
Einen idealen Kaufzeitpunkt für Gold gibt es nicht. Selbst Fachleute liegen bei kurzfristigen Prognosen häufig falsch. Statt auf einen geeigneten Einstiegszeitpunkt zu warten, orientieren sich viele Anleger am eigenen langfristigen Anlageziel und Anlagehorizont.
Um das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunkts zu reduzieren, bietet sich der regelmäßige Aufbau einer Position über einen Sparplan an – statt einer hohen Einmalanlage.
Wer über mehrere Jahre monatlich einen festen Betrag investiert, kauft automatisch zu unterschiedlichen Kursniveaus und glättet so den durchschnittlichen Einstiegspreis. Eine weitere Möglichkeit sind wiederkehrende Einmalanlagen, etwa aus dem Weihnachtsgeld.
Kurzfristige Kursschwankungen sollten nicht allein die Kaufentscheidung bestimmen, sondern immer im Kontext der gesamten Anlagestrategie betrachtet werden. Gold ist kein kurzfristiges Spekulationsobjekt, sondern ein langfristiger Portfoliobaustein.
Kosten und Steuern bei Gold
Anlagegold ist innerhalb der EU von der Umsatzsteuer befreit. Für Goldbarren und -plättchen gilt dabei grundsätzlich ein Mindestfeingehalt von 995 Tausendsteln, für bestimmte Münzen gelten mindestens 900 Tausendstel sowie weitere gesetzliche Voraussetzungen. Ebenso sind Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt.
Wird physisches Gold innerhalb der Jahresfrist mit Gewinn verkauft, unterliegt der Gewinn dem persönlichen Einkommensteuersatz, sofern er die Freigrenze übersteigt. Für Tresorgold gilt steuerlich dieselbe Behandlung wie für klassisches physisches Gold, da es sich rechtlich ebenfalls um den Erwerb von physischem Gold handelt – lediglich die Lagerung erfolgt professionell statt in Eigenverwahrung.
Für die steuerliche Behandlung von Gold-ETCs ist entscheidend, ob der ETC einen rechtlich verbrieften Anspruch auf physische Auslieferung des Goldes einräumt: Ist das der Fall, etwa bei Xetra-Gold oder Euwax-Gold II, hat der Bundesfinanzhof mehrfach entschieden, dass diese ETCs steuerlich wie physisches Gold behandelt werden und Gewinne nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei sind. Gold-ETCs ohne Auslieferungsoption – etwa von vielen internationalen Anbietern – unterliegen dagegen regulär der Abgeltungsteuer, unabhängig von der Haltedauer. Vor dem Kauf eines Gold-ETCs lohnt sich daher ein Blick darauf, ob eine physische Auslieferungsoption besteht, da dies die steuerliche Behandlung maßgeblich beeinflusst.
Bei Gold-Zertifikaten greift ebenfalls regulär die Abgeltungsteuer auf Kursgewinne, unabhängig von der Haltedauer, da es sich steuerlich um eine Kapitalanlage nach § 20 EStG handelt. Zu den Kosten bei physischem Gold und Tresorgold zählt neben dem reinen Materialwert häufig ein Aufgeld, also eine Prämie über dem reinen Goldwert. Zudem hängen die Kosten für Einlagerung und Versicherung vom jeweiligen Anbieter ab.
Bei Gold-ETCs oder Zertifikaten fallen dagegen üblicherweise Ordergebühren des Depotanbieters sowie eine laufende, meist geringe Verwaltungsgebühr des Produkts an.
Ein Beispiel: Beim Kauf eines physischen Barrens oder bei Tresorgold wird das Aufgeld direkt beim Erwerb berechnet, während bei einem Gold-ETC eine jährliche, meist geringe prozentuale Gebühr über die Laufzeit anfällt.
Steuerliche Fragen zur individuellen Situation sollten allerdings stets mit einem Steuerberater abgeklärt werden, da dieser Ratgeber keine Steuerberatung ersetzt.
Anonymität beim Kauf und Verkauf von Gold
In Deutschland ist der anonyme Barkauf von physischem Gold beim sogenannten Tafelgeschäft nur bis zu einem Betrag von 1.999,99 Euro proTransaktion möglich. Diese Grenze wurde zum 1. Januar 2020 im Rahmen des Geldwäschegesetzes von zuvor 9.999,99 Euro deutlich herabgesetzt.
Ab einem Kaufbetrag von 2.000 Euro müssen Edelmetallhändler die Identität des Käufers feststellen und dokumentieren, etwa per Personalausweis. Ein „Stückeln“ mehrerer kleinerer Käufe zur Umgehung der Ausweispflicht ist unzulässig, da zeitlich eng zusammenhängende Transaktionen beim selben Edelmetallhändler als eine Einheit gelten. Eine Obergrenze für die Kaufmenge selbst besteht nicht.
Diese Anonymität gilt ausschließlich für den persönlichen Barkauf vor Ort und stellt einen Unterschied zu Wertpapierlösungen dar. Online-Käufe von physischem Gold sind unabhängig vom Volumen grundsätzlich nicht anonym, da Zahlungsabwicklung und Versand eine Identifizierung erfordern. Bei Tresorgold, Gold-ETCs oder Zertifikaten ist eine anonyme Anlage ebenfalls nicht möglich, da hier stets ein Depot oder Kundenkonto mit vorheriger Legitimation erforderlich ist.
Ob physisches Gold oder Wertpapierlösungen wie ETCs oder Zertifikate – beide Wege, in Gold zu investieren, haben spezifische Vor- und Nachteile bei Lagerung, Liquidität, Kosten und steuerlicher Behandlung. Gold liefert keine laufenden Erträge und unterliegt Kurs- sowie Währungsrisiken, kann aber als Beimischung zur Diversifikation eines breit aufgestellten Portfolios beitragen.
Entscheidend ist, die eigene Anlagestrategie, den Anlagehorizont und die persönliche Risikotragfähigkeit realistisch einzuordnen, statt auf kurzfristiges Markttiming zu setzen.
Bitte beachten Sie:
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