Wie kann ich Strom sparen?
Wer zu Hause beim Kochen, Waschen, Trocknen oder bei der Beleuchtung ein paar einfache Regeln beachtet, kann den Stromverbrauch oft spürbar senken. Wichtig ist dabei vor allem ein bewusster Umgang mit Energie im Alltag: Licht ausschalten, wenn es nicht benötigt wird, Geräte nicht unnötig laufen lassen und Standby-Verbrauch vermeiden.
Auch im Homeoffice lohnt sich ein genauer Blick auf den Stromverbrauch. Arbeitsgeräte und Unterhaltungselektronik können einen erheblichen Anteil am Stromverbrauch eines Haushalts haben. Deshalb empfiehlt es sich, Laptop, Monitor, Drucker und andere Geräte nach Feierabend vollständig auszuschalten, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.
Wer neue Haushaltsgeräte anschafft, kann bereits beim Kauf auf den Energieverbrauch achten. Geräte mit hoher Energieeffizienzklasse verbrauchen in der Regel weniger Strom als ältere oder weniger effiziente Modelle. Ob sich ein Austausch lohnt, hängt jedoch vom Alter, Zustand und Verbrauch des vorhandenen Geräts sowie vom Kaufpreis des neuen Geräts ab.
Auch bei der Beleuchtung ist das Einsparpotenzial häufig hoch: Der Umstieg von alten Glüh- oder Halogenlampen auf LED kann den Stromverbrauch für Licht deutlich senken. Je nach bisherigem Leuchtmittel sind Einsparungen von bis zu 90 Prozent möglich.
Die größten Energiefresser im Haushalt
Zu den Geräten und Bereichen mit hohem Energieverbrauch zählen häufig:
- Klimaanlage
- alte oder ineffiziente Heizungspumpe
- Waschmaschine
- Wäschetrockner
- Kühl- und Gefriergeräte
- Elektrogeräte im Standby-Betrieb
- Warmwasserbereitung, sofern diese elektrisch erfolgt
Der tatsächliche Verbrauch hängt jedoch immer von Gerätetyp, Alter, Nutzung und Haushaltsgröße ab.
Die besten Stromspartipps
- Wasser effizient erhitzen
Bereiten Sie kleinere Mengen Heißwasser möglichst im Wasserkocher zu. Das ist häufig effizienter als das Erhitzen im Kochtopf auf dem Herd. Auch Nudelwasser kann zunächst im Wasserkocher erhitzt und anschließend in den Topf gegeben werden. - Passende Topfgrößen verwenden
Wählen Sie Töpfe und Pfannen passend zur Herdplatte. Ist der Topf kleiner als die Platte, geht unnötig Energie verloren. Ein passender Deckel hilft zusätzlich, Wärme im Topf zu halten und die Kochzeit zu verkürzen. - Restwärme nutzen
Bei klassischen Elektroherden kann es sinnvoll sein, die Herdplatte etwas früher auszuschalten und die Restwärme zu nutzen. Auch beim Backofen kann Restwärme zum Fertiggaren beitragen. - Backofen nur bei Bedarf vorheizen
In vielen Fällen ist Vorheizen nicht notwendig. Beachten Sie jedoch die Zubereitungshinweise, insbesondere bei empfindlichen Backwaren oder Gerichten, bei denen eine genaue Starttemperatur wichtig ist. - Licht ausschalten
Schalten Sie das Licht aus, wenn Sie einen Raum verlassen. Moderne LED-Leuchtmittel sind in der Regel für häufiges An- und Ausschalten geeignet. - Standby-Verbrauch vermeiden
Viele Elektrogeräte verbrauchen auch im Standby-Modus Strom. Das betrifft zum Beispiel Fernseher, Spielkonsolen, Computer, Monitore, Drucker oder Ladegeräte. Steckdosenleisten mit Schalter oder smarte Zwischenstecker können helfen, Geräte vollständig vom Netz zu trennen. Je nach Haushalt kann der Standby-Verbrauch einen relevanten Anteil am Stromverbrauch ausmachen. Die tatsächliche Ersparnis hängt von Anzahl und Art der Geräte ab. - Waschmaschine effizient nutzen
Nutzen Sie nach Möglichkeit Eco-Programme. Diese dauern oft länger, benötigen aber in der Regel weniger Energie und Wasser. Waschen Sie außerdem möglichst mit voller Beladung und bei niedrigen Temperaturen, sofern die Wäsche dafür geeignet ist. - Wäsche lufttrocknen
Ein Wäschetrockner gehört häufig zu den stromintensiveren Haushaltsgeräten. Wenn möglich, trocknen Sie Ihre Wäsche auf der Leine oder einem Wäscheständer. Im Sommer trocknet Wäsche im Freien besonders schnell. - Kühl- und Gefriergeräte regelmäßig prüfen
Kühl- und Gefriergeräte sollten regelmäßig abgetaut werden, sofern sie keine No-Frost-Funktion haben. Eine stärkere Eisschicht kann den Stromverbrauch erhöhen. Schon wenige Millimeter Eis können sich negativ auf die Effizienz auswirken. Lassen Sie warme Speisen zunächst abkühlen, bevor Sie sie in den Kühlschrank stellen. Achten Sie dabei auf Lebensmittelsicherheit und lassen Sie verderbliche Speisen nicht zu lange ungekühlt stehen. - Kühlschrank richtig einstellen
Für den Kühlschrank reicht häufig eine Temperatur von etwa 7 Grad Celsius im mittleren Fach aus. Für Gefriergeräte gelten etwa minus 18 Grad Celsius als üblicher Richtwert. Zu niedrige Temperaturen erhöhen den Energieverbrauch unnötig.
Diese Produkte können beim Stromsparen helfen
Bestimmte Anschaffungen können dazu beitragen, Strom zu sparen. Ob sie sich lohnen, hängt jedoch vom individuellen Nutzungsverhalten, dem Zustand vorhandener Geräte und den Anschaffungskosten ab.
Mögliche Beispiele sind:
- Kühlschrank oder Gefrierschrank mit hoher Energieeffizienzklasse
- Waschmaschine mit Eco-Programm
- Spülmaschine mit niedrigem Wasser- und Energieverbrauch
- LED-Leuchtmittel
- schaltbare Steckdosenleisten
- smarte Zwischenstecker zur Verbrauchskontrolle
- smarte Thermostate zur besseren Heizungssteuerung
Prüfen Sie vor dem Austausch eines funktionierenden Geräts, ob sich eine Neuanschaffung wirtschaftlich und energetisch lohnt. Bei selten genutzten oder bereits effizienten Geräten kann eine längere Nutzung sinnvoller sein als ein sofortiger Austausch.
Pro-Tipp: Mit Photovoltaik den eigenen Stromanteil erhöhen
Mit einer Photovoltaikanlage können Eigentümerinnen und Eigentümer einen Teil ihres Strombedarfs selbst erzeugen. In Kombination mit einem Stromspeicher lässt sich der Anteil des selbst genutzten Stroms häufig erhöhen. Eine vollständige Unabhängigkeit vom Stromnetz wird jedoch in den meisten Haushalten nicht erreicht.
Ob sich eine Photovoltaikanlage wirtschaftlich lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel:
- Dachfläche
- Ausrichtung und Neigung des Dachs
- Verschattung
- Investitionskosten
- Stromverbrauch im Haushalt
- Höhe des Eigenverbrauchs
- Einspeisevergütung
- mögliche Fördermittel
- Finanzierungskosten
- geplante Nutzung, zum Beispiel Wärmepumpe oder Elektroauto
Wer ein solches Projekt plant, sollte vorab Fachbetriebe oder Energieberaterinnen und Energieberater einbeziehen. Sie können einschätzen, welche Anlagengröße sinnvoll ist, wie hoch die Investitionskosten voraussichtlich ausfallen und wann sich die Anlage voraussichtlich amortisieren kann.
Auch Förderprogramme und Förderkredite können eine Rolle spielen. Welche Möglichkeiten bestehen, hängt vom Standort, der Maßnahme und den jeweils geltenden Förderbedingungen ab.
Wie kann ich Wasser sparen?
Trinkwasser ist eine wertvolle Ressource. Regional und saisonal kann es zu Engpässen kommen. Ein bewusster Umgang mit Wasser hilft nicht nur beim Ressourcenschutz, sondern kann auch die Haushaltskosten senken.
Besonders relevant ist Warmwasser. Denn Wasser, das erwärmt wird — zum Beispiel beim Duschen, Baden oder Spülen — verursacht zusätzlich Energieverbrauch. Wer Warmwasser spart, spart daher oft gleichzeitig Wasser und Energie.
Die besten Tipps zum Wassersparen
- Duschen statt baden
Eine Dusche verbraucht in der Regel deutlich weniger Wasser als ein Vollbad. Der tatsächliche Verbrauch hängt von Duschdauer, Duschkopf und Wasserdurchfluss ab. Ein Sparduschkopf kann den Wasserverbrauch zusätzlich reduzieren. - Spartaste bei der Toilettenspülung nutzen
Wenn Ihre Toilette über eine Spartaste verfügt, nutzen Sie diese bei Bedarf. Dadurch kann der Wasserverbrauch pro Spülvorgang deutlich reduziert werden. - Waschmaschine und Geschirrspüler voll beladen
Starten Sie Waschmaschine und Geschirrspülmaschine möglichst erst, wenn sie ausreichend beladen sind. Das spart Wasser und Energie. Achten Sie dabei auf die Herstellerangaben zur maximalen Beladung. - Spülmaschine effizient nutzen
Moderne, voll beladene Spülmaschinen verbrauchen häufig weniger Wasser als das Spülen von Hand. Nutzen Sie nach Möglichkeit Eco-Programme und vermeiden Sie Vorspülen unter fließendem Wasser. - Wasser nicht unnötig laufen lassen
Verzichten Sie darauf, Geschirr, Obst oder Gemüse dauerhaft unter fließendem Wasser abzuspülen. Oft reicht es, Wasser in eine Schüssel zu füllen. - Wasser weiterverwenden
Waschen Sie Obst und Gemüse in einer Schüssel und nutzen Sie das Wasser anschließend zum Blumengießen, sofern es nicht stark verschmutzt ist. - Regenwasser nutzen
Wenn möglich, stellen Sie eine Regentonne auf und nutzen Sie Regenwasser für Garten, Balkon oder Pflanzen. Beachten Sie dabei lokale Vorgaben und sorgen Sie für eine sichere Abdeckung, insbesondere zum Schutz von Kindern und Tieren.
Wie kann ich Heizkosten sparen?
Ein großer Teil des Energieverbrauchs in privaten Haushalten entfällt auf Raumwärme und Warmwasser. Deshalb bieten Heizen und Lüften oft besonders große Einsparpotenziale.
Ein erster Schritt ist ein bewusster Umgang mit der Raumtemperatur. Bereits eine geringfügige Absenkung kann helfen, Heizenergie zu sparen. Gleichzeitig sollte die Temperatur nicht zu stark abgesenkt werden, um Feuchtigkeit und Schimmelbildung zu vermeiden.
Auch smarte Thermostate können unterstützen. Sie ermöglichen es, Heizzeiten besser an den Tagesablauf anzupassen. Ob sich die Anschaffung lohnt, hängt von Wohnsituation, Heizverhalten und Gebäudestandard ab.
Zusätzlich kann der Austausch einer alten Heizungspumpe gegen eine moderne, effiziente Pumpe Strom sparen. Je nach Ausgangssituation sind deutliche Einsparungen möglich. Eine Fachperson kann prüfen, ob ein Austausch sinnvoll ist.
Bei der Warmwasserbereitung können ebenfalls Einsparpotenziale bestehen. Verfügen Sie über eine eigene Heizungsanlage mit Zirkulationspumpe, kann eine zeitgesteuerte Regelung helfen. Bei längerer Abwesenheit kann es sinnvoll sein, Boiler oder Warmwassergeräte zeitweise abzuschalten. Achten Sie bei Wiederinbetriebnahme auf Hygieneanforderungen und mögliche Legionellenrisiken. Im Zweifel sollte ein Fachbetrieb einbezogen werden.
Die besten Tipps zum Heizkostensparen
Raumtemperatur bewusst einstellen
Als Faustregel gilt: Ein Grad weniger Raumtemperatur kann den Heizenergiebedarf um etwa 6 Prozent senken. Die tatsächliche Einsparung hängt jedoch vom Gebäude, der Heizungsanlage und dem Heizverhalten ab.
Für viele Haushalte gelten folgende Orientierungswerte:
Wohnzimmer: etwa 20 bis 21 Grad Celsius
Schlafzimmer: etwa 16 bis 18 Grad Celsius
Küche: etwa 18 bis 20 Grad Celsius
Bad: etwa 22 Grad Celsius während der Nutzung
Räume sollten jedoch nicht dauerhaft zu stark auskühlen. Temperaturen unter etwa 16 Grad Celsius können das Risiko für Feuchtigkeit und Schimmel erhöhen, insbesondere bei schlechter Dämmung oder unzureichendem Lüften.
- Thermostate richtig nutzen
Bei klassischen Thermostaten gelten häufig folgende Richtwerte:
Stufe 2: etwa 16 Grad Celsius
Stufe 3: etwa 20 Grad Celsius
Stufe 4: etwa 24 Grad Celsius
Die genaue Temperatur kann je nach Thermostat und Raum abweichen. - Heizkörper freihalten
Heizkörper sollten nicht durch Möbel, Vorhänge oder Verkleidungen verdeckt werden. Nur wenn die Wärme frei in den Raum abgegeben werden kann, arbeitet die Heizung effizient. - Heizungsrohre dämmen
Ungedämmte Heizungsrohre in unbeheizten Räumen können Wärme verlieren. Eine Dämmung kann helfen, diese Verluste zu reduzieren. Besonders in Kellerräumen ist dies oft eine einfache Maßnahme. - Richtig lüften
Dauerhaft gekippte Fenster führen häufig zu Wärmeverlusten. Besser ist kurzes Stoßlüften mehrmals täglich. Drehen Sie die Thermostate während des Lüftens herunter, damit die Heizung nicht unnötig gegen die kalte Außenluft arbeitet. - Heizung bei Abwesenheit absenken
Wenn Sie längere Zeit nicht zu Hause sind, kann eine Absenkung der Raumtemperatur sinnvoll sein. Die Räume sollten jedoch nicht vollständig auskühlen. Eine moderate Absenkung spart Energie und hilft zugleich, Feuchtigkeitsprobleme zu vermeiden. - Heizungsanlage warten lassen
Eine regelmäßige Wartung der Heizungsanlage kann helfen, den effizienten Betrieb sicherzustellen. Auch ein hydraulischer Abgleich kann sinnvoll sein, insbesondere wenn Heizkörper unterschiedlich warm werden oder einzelne Räume schwer zu beheizen sind.
Pro-Tipp: Energetische Sanierung prüfen
Viele Alltagstipps helfen dabei, Energie zu sparen. Besonders große Einsparpotenziale können jedoch entstehen, wenn ein Gebäude energetisch verbessert wird. Dazu zählen zum Beispiel:
- Dämmung von Dach, Fassade oder Kellerdecke
- Austausch alter Fenster
- Modernisierung der Heizungsanlage
- Einbau einer Wärmepumpe
- Installation einer Photovoltaikanlage
- Optimierung der Warmwasserbereitung
- hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage
Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt stark vom Zustand der Immobilie ab. Deshalb empfiehlt sich vor größeren Investitionen eine unabhängige Energieberatung. Dabei können zentrale Fragen geklärt werden:
- Welche Maßnahmen sind technisch sinnvoll?
- Welche Einsparungen sind realistisch?
- Welche Kosten entstehen?
- Gibt es Fördermittel oder Förderkredite?
- In welcher Reihenfolge sollten Maßnahmen umgesetzt werden?
- Wann kann sich die Investition voraussichtlich rechnen?
Auch wenn die finanziellen Mittel nicht vollständig zur Verfügung stehen, können Förderprogramme und passende Finanzierungslösungen die Umsetzung erleichtern. Ob und wann sich eine energetische Sanierung wirtschaftlich lohnt, hängt jedoch vom Einzelfall ab — etwa vom Gebäudezustand, den geplanten Maßnahmen, der Nutzung und der Entwicklung der Energiepreise.
Wir unterstützen Sie gerne bei der Finanzierung einer energetischen Sanierung und helfen Ihnen dabei, passende Möglichkeiten zu prüfen.
Die genannten Einsparpotenziale sind Richtwerte. Die tatsächliche Ersparnis hängt unter anderem von Haushaltsgröße, Nutzungsverhalten, Gebäudezustand, Gerätealter, Energiepreisen und technischen Voraussetzungen ab.
Bei größeren Investitionen — etwa in Photovoltaik, Stromspeicher, neue Heiztechnik oder energetische Sanierung — empfiehlt sich eine individuelle Beratung durch qualifizierte Fachbetriebe oder Energieberaterinnen und Energieberater.