TecDAX einfach erklärt: Unternehmen, Aufbau und Investmentmöglichkeiten
Der TecDAX gehört zu den bekanntesten deutschen Aktienindizes. Er konzentriert sich auf Technologiewerte und umfasst 30 der größten börsennotierten Technologieunternehmen, die die Voraussetzungen der Indexmethodik erfüllen. Neben bekannten Großunternehmen finden sich dort auch kleinere und spezialisiertere Technologieunternehmen.
Eine Besonderheit: Technologieunternehmen können gleichzeitig im DAX oder MDAX und im TecDAX enthalten sein. Möglich ist diese Überschneidung seit der Indexreform 2018. Über Einzelaktien oder ETFs können Anleger an der Entwicklung der TecDAX-Unternehmen und des Index teilhaben. Der Technologieschwerpunkt bringt Chancen, aber auch Konzentrations- und Kursrisiken mit sich.
In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie der TecDAX aufgebaut ist, welche Unternehmen vertreten sind und welche Möglichkeiten es gibt, in den Index oder seine Unternehmen zu investieren.
Inhalt
Das Wichtigste in Kürze:
Die Auswahl der Unternehmen orientiert sich insbesondere an der Free-Float-Marktkapitalisierung.
Die Zusammensetzung des TecDAX wird regelmäßig überprüft und kann sich dadurch ändern.
Der TecDAX wird unter anderem als Kurs- und Performanceindex berechnet.
Aufgrund seines Technologieschwerpunkts bestehen neben allgemeinen Kursrisiken insbesondere Branchen- und Konzentrationsrisiken.
Was ist der TecDAX?
Beim TecDAX handelt es sich um ein Marktbarometer für börsennotierte Technologieunternehmen. Er gehört zur deutschen DAX-Indexfamilie und startete am 24. März 2003.
Der Name TecDAX setzt sich aus den Begriffen „Technology“ und „DAX“ zusammen und verweist damit bereits auf den Technologieschwerpunkt innerhalb der DAX-Indexfamilie. Der „Index“ ist dabei ein rechnerischer Wert, der die Entwicklung der enthaltenen Aktien abbildet.
Welche Unternehmen sind im TecDAX?
Beispiele für TecDAX-Unternehmen
Aktuell finden sich unter den großen TecDAX-Komponenten unter anderem:
Infineon Technologies
SAP
Siemens Healthineers
Deutsche Telekom
Qiagen
AIXTRON
Sartorius
Nordex
HENSOLDT
Nemetschek
Wie setzt sich der TecDAX zusammen?
Die Auswahl der Indexmitglieder erfolgt nach festen Regeln, die der globale Indexanbieter STOXX festlegt. Dabei ist nicht die subjektive Einschätzung der „besten“ Technologieunternehmen maßgeblich, sondern es gelten verschiedene relevante Kriterien. Dazu zählen:
Technologiezugehörigkeit
Börsennotierung beziehungsweise Erfüllung der Voraussetzungen der DAX-Indexfamilie
Free-Float-Marktkapitalisierung als wesentliches Größenkriterium – also der Marktwert der Aktien, die sich im Streubesitz befinden und somit frei am Markt gehandelt werden können
Die Zusammensetzung wird regelmäßig überprüft. Reguläre Prüfzeitpunkte finden im März und September statt. Zusätzliche Fast-Entry-/Fast-Exit-Prüfungen erfolgen in den übrigen Quartalsendmonaten im Juni und Dezember.
Weitere Informationen zu den Aufnahmekriterien und zur Indexüberprüfung finden Sie bei der Deutschen Börse.
Daraus folgt: Unternehmen können im Zuge der Indexüberprüfungen aufgenommen oder aus dem Index entfernt werden.
Kursindex und Performanceindex: Was ist der Unterschied?
Kursindex Dieser bildet im Wesentlichen die Kursentwicklung der enthaltenen Aktien ab. Dividendenzahlungen werden nicht reinvestiert.
Performanceindex Der Index berücksichtigt zusätzlich Dividenden und andere Ausschüttungen, die rechnerisch wieder ins Indexportfolio fließen.
TecDAX Der TecDAX wird in mehreren Varianten berechnet. Die Deutsche Börse führt aktuell sowohl den TecDAX-Performanceindex als auch den TecDAX-Kursindex
Wie entwickelt sich der TecDAX?
Die Entwicklung des Index ergibt sich aus der Kursentwicklung der enthaltenen Unternehmen. Unterschiedliche Kursbewegungen können zugleich die Gewichtung der einzelnen Werte verändern. Vor allem Technologieaktien können stark schwanken und auch die historische Entwicklung erlaubt keine verlässliche Prognose zukünftiger Renditen.
TecDAX vs. DAX: die Unterschiede im Überblick
Merkmal
TecDAX
DAX
Anzahl der Unternehmen
30
40
Schwerpunkt
Technologieunternehmen
Branchenübergreifend
Bedeutung
Marktbarometer für Technologieunternehmen des deutschen Aktienmarkts
Deutscher Leitindex für große börsennotierte Unternehmen
Auswahl
Unternehmen aus Technologiesektoren nach den Regeln der DAX-Indexfamilie
Große börsennotierte Unternehmen nach den Regeln der DAX-Indexfamilie
Überschneidungen möglich?
Ja, Technologieunternehmen können gleichzeitig im TecDAX und im DAX enthalten sein.
Ja, DAX-Technologieunternehmen können zusätzlich im TecDAX vertreten sein.
Diversifikation
Stärker auf eine Branche konzentriert
Breiter über verschiedene Branchen verteilt
Anlagemöglichkeiten
z. B. über einzelne TecDAX-Aktien oder indexabbildende ETFs
z. B. über einzelne DAX-Aktien oder indexabbildende ETFs
Gut zu wissen: Der TecDAX ist keine „zweite Liga“ unterhalb des DAX.
TecDAX und Nasdaq: Wo liegt der Unterschied?
Der Nasdaq bezeichnet zunächst eine US-amerikanische Börse. Für den Vergleich mit dem TecDAX sind vor allem der Nasdaq Composite und der Nasdaq-100 relevant.
Der Nasdaq Composite umfasst mehrere Tausend an der Nasdaq gelistete Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und weist einen starken Technologieschwerpunkt auf. Der Nasdaq-100 enthält die 100 größten Unternehmen außerhalb des Finanzsektors, die an der Nasdaq gelistet sind.
TecDAX, Nasdaq Composite und Nasdaq-100 unterscheiden sich deutlich in Anzahl der Werte, geografischer Ausrichtung und Zusammensetzung. Sie lassen sich daher nicht als direkte deutsche beziehungsweise US-amerikanische Entsprechungen verstehen.
Wie kann ich in den TecDAX investieren?
In einen Index selbst lässt sich nicht direkt investieren. Eine Anlage ist beispielsweise über einzelne enthaltene Aktien oder indexabbildende Produkte wie ETFs möglich.
Einzelaktien aus dem TecDAX Es besteht die Möglichkeit, einzelne Aktien von Unternehmen aus dem TecDAX gezielt zu erwerben. Dadurch entsteht jedoch eine stärkere Abhängigkeit von der Entwicklung des jeweiligen Unternehmens. Wenn Sie in Einzelaktien investieren möchten, finden Sie auf unserer Aktien-Produktseite weitere Informationen zu unserem Aktienangebot. Für den Handel benötigen Sie allerdings ein Wertpapierdepot.
ETFs auf den TecDAX Über einen TecDAX-ETF wird in mehrere Indexunternehmen investiert. Die Anlage bleibt jedoch auf den TecDAX und damit auf einen technologisch geprägten deutschen Aktienindex ausgerichtet. Wenn Sie in ETFs investieren möchten, finden Sie auf unserer ETF-Produktseite weitere Informationen zu unserem Angebot. TecDAX-ETFs lassen sich, sofern sparplanfähig, auch über einen ETF-Sparplan besparen.
Chancen und Risiken eines TecDAX-Investments
Chancen
Branchenbeteiligung: Teilhabe an der Entwicklung verschiedener Unternehmen und Bereiche des Technologiesektors
Streuung: Bei einer ETF-Lösung Verteilung über mehrere TecDAX-Unternehmen statt Konzentration auf eine einzelne Aktie
Ertragschancen: Mögliche Beteiligung an Kurssteigerungen und, je nach Anlageform, an Ausschüttungen
Risiken
Kursrisiko: Aktien beziehungsweise Aktien-ETFs können deutlich an Wert verlieren.
Branchenkonzentration: Fokus auf Technologie; Entwicklungen der Branche können mehrere Indexwerte gleichzeitig belasten.
Länderkonzentration: Der Schwerpunkt liegt auf dem deutschen Kapitalmarkt.
Begrenzte Diversifikation: Ein Index mit 30 Werten ist in der Regel weniger breit diversifiziert als breit aufgestellte globale Aktienindizes.
Unternehmensrisiko: Bei Einzelaktien wirken sich geschäftliche Probleme eines Unternehmens unmittelbar auf die Anlage aus.
Bewertungs- und Zinsrisiken: Wachstums- und Technologiewerte können unter anderem empfindlich auf Änderungen von Zinsen und Wachstumserwartungen reagieren.
Indexänderungen: Unternehmen können in den Index aufgenommen beziehungsweise aus ihm entfernt werden; ein ETF bildet diese Veränderungen entsprechend seiner Methodik ab.
Wertentwicklung: Vergangene Ereignisse sind keine Garantie für zukünftige Renditen.
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