Investieren in Gaming

Die Zeiten, in denen Computerspiele als „Special Interest“ galten, sind lange vorbei. Mittlerweile gibt es schätzungsweise drei Milliarden Gamer weltweit. Unter den Begriff „Gaming“ fallen allerdings nicht nur PC-Spiele, sondern auch die Nutzung von digitalen Spielen auf Konsolen und mobilen Endgeräten.

Paar spielt mit einer Spielconsole

Inhalt

Die Gaming-Industrie ist auch schon lange keine Nische mehr: Vielmehr handelt es sich um eine Branche mit einem geschätzten Jahresumsatz für 2025 von weltweit 486,71 Milliarden Euro.  Teilweise übersteigen die Produktionskosten für ein Spiel sogar die Kosten für eine Hollywoodfilm-Produktion. Doch nicht nur die Entwickler der Spiele profitieren enorm von ihrem Erfolg. Auch Konsolenanbieter und Hardware-Hersteller (z. B. von Chips oder Grafikkarten) gehören zu den Gewinnern.

Tatsächlich spielen 50 %  der Deutschen Computer- und Videospiele. Allein auf dem deutschen Markt betrug der Umsatz 9,40 Milliarden Euro allein im Jahr 2024. Mobile Games machen heute 50 % des Marktes aus. Die Summe setzt sich allerdings nicht nur aus den Ausgaben für die Spiele selbst zusammen, sondern auch aus den Kosten für Hardware, Lizenzen, Abos und In-Game-Käufe. Vor allem letztere sind dabei nicht zu unterschätzen: Einige Unternehmen machen bis zu 75 % ihres Umsatzes mit solchen Mikrotransaktionen, bei denen die Gamer sich z. B. Skins oder neue Ausrüstungen im Spiel kaufen.

Immer beliebter wird auch der E-Sports-Bereich, wo die Zuschauer sich von den Wettbewerbern zwischen Cracks und Teams mitreißen lassen. Die Zuschauerzahlen bei E-Sports-Events übersteigen teilweise die der WM-Finale im Fußball. 

Der weltweite E‑Sports‑Umsatz wird für das Jahr 2029 auf rund 2,5 Milliarden US-Dollar prognostiziert.  In Deutschland wird der Umsatz für 2029 auf rund 208 Millionen Euro prognostiziert. 

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, welches Potenzial der Gaming-Markt für Anleger hat.
 

Strategisch investieren in Aktien und ETFs der Gaming-Branche

Clevere Anleger haben das Wachstumspotenzial der Gaming-Branche erkannt und investieren in Unternehmen, die Spiele entwickeln. Doch auch die führenden Konsolenanbieter, wie Nintendo (Switch Family), Sony (Playstation) und Microsoft (Xbox) sind an der Börse notiert. Nicht zuletzt sollten auch Hardware-Anbieter von z. B. großen Grafikkarten (GPUs) und Chip-Hersteller wie NVIDIA nicht außer Acht gelassen werden.

Wir stellen Ihnen die Aktien und ETFs der führenden Spieleentwickler vor. 
 

Gaming und Aktien

Activision Blizzard

Der Video- und Spielekonzern Activision Blizzard ist aktuell der amerikanische Marktführer in der Branche und vor allem bekannt für seine Erfolgsspiele wie World of Warcraft, Call of Duty oder Diablo. Sein Tochterunternehmen King Digital ist auf Mobile Games spezialisiert. Auch im E-Sports-Bereich ist Activision Blizzard aktiv, vornehmlich mit seiner Overwatch League.

Der Konzern erzielt seine Gewinne durch Lizenzen, In-Game-Verkäufe und Abos. Damit werden die wichtigsten Produkte online vertrieben und der Verkauf ist nicht vom stationären Handel abhängig.

Microsoft kündigte im Januar 2022 an, Activision Blizzard für knapp 69 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen. Nach umfangreichen Prüfungen durch Wettbewerbsbehörden wurde der Kauf im Oktober 2023  erfolgreich abgeschlossen.
 

Electronic Arts (EA)

Rein am Umsatz gemessen ist Electronic Arts die Nr. 2 in Amerika. Bekannte Spiele der Firma sind z. B. Die Sims oder FIFA. Der Fokus liegt aber auch auf internetfähigen Mini-Games, wie Plants vs. Zombies, die sich auch auf Tablets und Smartphones spielen lassen. Der Umsatz des Unternehmens wird nicht nur durch Spieleverkäufe, sondern auch durch Mikrotransaktionen generiert – das gilt vor allem durch die Transfers in dem Spiel FIFA.

Take-Two Interactive

Auch Take-Two Interactive ist ein amerikanisches Unternehmen und mit seinen Tochtergesellschaften, wie z. B. 2K Games und Rockstar Games, ein „Big Player“ auf dem Markt. Sein bekanntestes Spiel ist Grand Theft Auto (GTA), was in der Liste der bestverkauften Spiele aller Zeit auf Platz 3 liegt – und der Erfolg hält weiter an. 62 % des Umsatzes von Take-Two Interactive resultieren aus wiederkehrenden Einnahmen, wie Abos oder In-Game-Verkäufen.

Ubisoft

Ubisoft ist ein französischer Spieleentwickler und vor allem für sein Spiel Assassin’s Creed bekannt. Die Umsätze durch Mikrotransaktionen wachsen stetig weiter.

Gaming und ETFs

Wer keine einzelnen Aktientitel kaufen möchte und lieber das Risiko streut, setzt auf Gaming-ETFs (Exchange Traded Funds). Diese ETFs  bilden einen Index nach und sind günstiger als gemanagte Fonds. Mit einem ETF können Anleger auf die gesamte Branche setzen anstatt auf nur ein Unternehmen. Sie sind vor allem für langfristige Anlagen sinnvoll.

Bekannte Anbieter für Gaming ETFs sind z.B. VanEck oder Global X. Aktuell gibt es allerdings nur eine kleine Auswahl an ETFs, die sich so stark auf die Gaming-Branche konzentrieren.


Wie funktionieren ETFs?

ETFs (Exchange Traded Funds) sind eine sehr beliebte Geldanlage. Einfach, flexibel und mit vielen Vorteilen! Diese Indexfonds werden an der Börse gehandelt. Hierbei investieren Sie in komplette Märkte und nicht in einzelne Aktien. Das Risiko wird durch die vielen unterschiedlichen Wertpapiere geringer. Möchten Sie mehr dazu erfahren? Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

Mehr Infos zu ETFs


Vor- und Nachteile der Investition in Gaming-Aktien

Die Vorteile:

  • Hohe Wachstumschancen: Die Gaming- und E-Sports-Branche wächst weltweit stark und profitiert von Trends wie Mobile Gaming, Streaming und neuen Technologien.
  • Zukunftsorientierter Markt: Gaming ist ein langfristiger Megatrend mit einer stetig wachsenden Zielgruppe.
  • Vielfältige Investitionsmöglichkeiten: Anleger können in Spieleentwickler, Hardware-Hersteller oder breit gestreute Gaming-ETFs investieren.

Die Nachteile:

  • Kursschwankungen: Gaming-Aktien sind oft volatil und reagieren empfindlich auf Änderungen des Markttrends  oder Unternehmensergebnisse.
  • Abhängigkeit von Spieleerfolgen: Der wirtschaftliche Erfolg vieler Unternehmen hängt stark von einzelnen erfolgreichen Titeln ab.
     

So investieren Sie in Gaming-Aktien

  1. Depot eröffnen: Bevor Sie in Gaming-Aktien investieren können, benötigen Sie ein Depot. Ein Depot ist ein Konto für Wertpapiere und wird benötigt, um diese kaufen oder verkaufen zu können.
  2. Anlagestrategie festlegen: Überlegen Sie sich, welche Gaming-Aktien oder E-Sports-Investments zu Ihrer persönlichen Anlagestrategie passen.
  3. Aktien oder ETFs auswählen: Sie können entweder in einzelne Gaming-Aktien investieren oder Gaming-ETFs wählen, die eine breite Streuung ermöglichen. ETFs eignen sich sowohl für eine Einmalanlage als auch für Sparpläne. Einzelaktien werden meist als Einmalanlage gekauft, teilweise sind auch Aktiensparpläne möglich.
  4. Investments beobachten: Behalten Sie Ihre Gaming-Aktien im Blick und informieren Sie sich regelmäßig über die Unternehmensentwicklung und aktuelle Finanzkennzahlen.
     

Fazit: Der Boom der Gaming-Industrie

Das Wachstum der Gaming-Industrie hat sich in den letzten Jahren noch weiter durch die Coronapandemie verstärkt – Stichwort: „Stay at home“. Auch wenn der große Boom jetzt vorbei zu sein scheint, befindet sich die Branche weiter auf Wachstumskurs. Wer heute also in Gaming investiert, könnte in einigen Jahren voraussichtlich eine gute Rendite einfahren. Die Konsolidierung des Marktes nach Corona führte zu günstigeren Kursen für den Einstieg in den Gaming-Markt.

Der langfristige positive Trend ist auf folgende Gründe zurückzuführen:

  • Die Zahl der erwachsenen Spieler steigt.
  • Mobile Gaming hat sich als wachsender Trend entwickelt.
  • Gaming-Angebote sind zunehmend plattformübergreifend.
  • Vor allem die Zahl der In-Game-Käufe steigt.

Auffällig ist, dass gerade ältere Spieler bereit sind, für einen schnelleren Spielfortgang Geld zu bezahlen – sie möchten keine Zeit verlieren.


Wichtiger Hinweis
Die Darstellung dient ausschließlich Ihrer Information und stellt weder eine persönliche Empfehlung als Teil einer Anlageberatung noch eine Finanzanalyse dar. Bei den dargestellten Produktinformationen handelt es sich um Angaben des Emittenten. Die 1822direkt und die Frankfurter Sparkasse übernehmen für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Angemessenheit dieser Daten keine Gewähr. Detaillierte Informationen zum Produkt sind den jeweils gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen (z. B. Verkaufsprospekt, Basisinformationsblatt, Jahres- und Halbjahresberichte) zu entnehmen, die beim Emittenten angefordert werden können.

Die Informationen, die auf dieser Website bereitgestellt werden, sollen nur Gebietsansässigen, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben, zur Verfügung stehen. Da in anderen Ländern die Bereitstellung solcher Informationen gegebenenfalls durch Gesetz eingeschränkt ist, haben Interessenten aus anderen Ländern keine Zugriffsberechtigung auf diese Website. Die nachfolgenden Informationen richten sich insbesondere nicht an US-Personen im Sinne der Regulation S des US Securities Act 1933 sowie Internet-Nutzer mit Wohnsitz in Großbritannien und Nordirland, Kanada und Japan. Die Wertpapiere, auf die sich nachfolgende Informationen beziehen, sind nicht und sollen nicht nach den Bestimmungen des US Securities Act 1933 in den USA registriert werden und dürfen in den USA ohne eine solche Registrierung bzw. nur auf Grundlage einer etwaigen Ausnahmeregelung an vorgenannte US-Personen angeboten und verkauft werden.


Das könnte Sie auch interessieren

Frühstart-Rente – staatliche Unterstützung bei der Altersvorsorge für Kinder

2026 soll die Frühstart-Rente kommen: Diese wurde als ein Baustein einer Rentenreform beschlossen und soll jungen Menschen dabei helfen, schon frühzeitig selbst etwas beizusteuern und so eine Altersvorsorge aufzubauen. Mithilfe dieser staatlichen Förderung will man also den Einstieg in die private Vorsorge erleichtern und junge Menschen an den Kapitalmarkt heranführen: Schließlich können schon kleine Beiträge langfristig durch den Zinseszinseffekt eine Wirkung entfalten.Die Frühstart-Rente ist eine Reaktion auf den demografischen Wandel (also die Überalterung der Gesellschaft ) sowie dessen Auswirkungen auf die Altersvorsorge und die drohende Rentenlücke im Alter. Denn: Immer weniger Beschäftigte müssen immer mehr Menschen in Rente finanzieren. Waren es in den 1990er Jahren noch drei Beitragszahler pro Rentner, sind es heute nur noch zwei. Zwar steigt die Lebensarbeitszeit der Beschäftigten, allerdings aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung eben auch die Dauer des Rentenbezugs . Und das wird irgendwann Auswirkungen auf das Rentenniveau haben. Bedeutet: Wenn die Beiträge nicht ins Unermessliche steigen sollen, wird das Rentenniveau gesenkt werden müssen. Und das würde wiederum dazu führen, dass der Staat bzw. die staatliche Rente den Lebensstandard allein im Alter nicht mehr sichern kann. 

Zum Beitrag: Frühstart-Rente – staatliche Unterstützung bei der Altersvorsorge für Kinder

Ab wann Kinder Taschengeld bekommen sollten und wie viel

Ab einem gewissen Alter Ihrer Kids kommt bestimmt irgendwann das Thema Taschengeld auf den Tisch. Kein Wunder, schließlich ist so ein regelmäßiger Geldbetrag, den z. B. Eltern ihren Kindern zur Verfügung stellen, perfekt um sich ein paar Wünsche zu erfüllen.Ab wann man Taschengeld für Kinder und Jugendliche zahlen kann und wie hoch der Betrag in etwa sein sollte, erfahren Sie in diesem Ratgeber. 

Zum Beitrag: Ab wann Kinder Taschengeld bekommen sollten und wie viel

Geldmarktfonds vs. Tagesgeld: Worin liegen die Unterschiede und was passt zu mir?

Tagesgeld bringt Zinsen. Die sind allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum (z. B. für 3 oder 6 Monate) und in der Regel für Neukunden wirklich hoch. Danach fällt der Zinssatz meist deutlich niedriger aus. Man könnte natürlich immer wieder ein Tagesgeldkonto bei einem neuen Anbieter eröffnen, um vom jeweiligen Aktionszins zu profitieren. Dieses Prozedere ist allerdings eher aufwändig. Gibt es also eine Alternative zum Tagesgeld, mit der man ohne großen Aufwand dauerhaft höhere Guthabenzinsen erwirtschaften kann?

Zum Beitrag: Geldmarktfonds vs. Tagesgeld: Worin liegen die Unterschiede und was passt zu mir?
Zurück