- In Deutschland gibt es bislang nur wenige börsennotierte Vereine, etwa Borussia Dortmund und die SpVgg Unterhaching.
- International ist die Auswahl größer – bekannte Beispiele sind Manchester United oder Ajax Amsterdam.
- Insgesamt sind derzeit 13 europäische Vereine an der Börse notiert.
- Kursentwicklungen hängen stark vom sportlichen Erfolg und von Einnahmen ab.
- Fußball-Aktien gelten als spekulativ und schwankungsanfällig.
- Indirekte Investments sind über Sponsoren oder Sportartikelhersteller wie Adidas möglich.
Fußball-Aktien sind Unternehmensanteile an börsennotierten Fußballvereinen. Anleger beteiligen sich damit indirekt am wirtschaftlichen Erfolg eines Clubs. Ihre Besonderheit ist die enge Verbindung zwischen sportlichem Abschneiden und finanzieller Entwicklung.
Ein Beispiel: Als Borussia Dortmund 2024 das Halbfinale gegen PSG gewann, profitierte der Verein von zusätzlichen TV-Einnahmen in Millionenhöhe. In dieser Phase legte somit auch die BVB-Aktie an der Börse zeitweise um rund zehn Prozent zu. Als daraufhin der Finalsieg gegen Real Madrid jedoch ausblieb, fiel der Kurs um rund acht Prozent. Und auch Gerüchte um Übernahmen oder mögliche Transfers können Kurswerte beeinflussen.
Wie profitieren die Clubs vom Börsengang?
Ein Börsengang kann für Vereine eine wichtige zusätzliche Finanzierungsquelle darstellen. Neben Einnahmen aus TV-Geldern, Sponsoring, Merchandising und Transfers entsteht so eine weitere Einnahmequelle. Durch die Ausgabe von Aktien erhält der Verein frisches Geld und kann mit diesem neuen Zielen nachgehen. Das Kapital kann etwa in Infrastruktur, Transfers oder die sportliche Entwicklung investiert werden. Gleichzeitig steigen allerdings die Anforderungen an Transparenz und wirtschaftliche Ausrichtung des Clubs.
Welche Fußballvereine haben Aktien?
Nur wenige Clubs sind börsennotiert – und wenn, dann vor allem im internationalen Umfeld.
Aktuell gibt es nur zwei börsennotierte deutsche Vereine:
- Borussia Dortmund
- SpVgg Unterhaching
Der Börsengang von Borussia Dortmund erfolgte im Jahr 2000 . Die SpVgg Unterhaching wagte diesen Schritt deutlich später, im Jahr 2019 .
Gut zu wissen: Auch der FC Bayern München ist eine Aktiengesellschaft, allerdings eine sogenannte nicht börsennotierte. Als Privatanleger können Sie dementsprechend keine Aktien des Clubs erwerben. Größter Anteilseigner ist die FC Bayern München e.V. mit 75 Prozent der Anteile. Weitere Anteile halten Adidas, Allianz und Audi mit jeweils 8,33 Prozent.
Beispiele für europäische Vereine
Zu den europäischen Clubs, die an die Börse gegangen sind, zählen unter anderem Traditionsclubs wie:
- Manchester United
- Ajax Amsterdam
- FC Porto
- Celtic Glasgow
Einer der bekanntesten börsennotierten Fußballclubs ist Manchester United. Der ursprüngliche Börsengang des Vereins erfolgte bereits im Jahr 1991. Als der US-Milliardär Malcom Glazer den Verein kaufte, wurde Manchester United wieder von der Börse genommen. Die Übernahme wurde von vielen Fans stark kritisiert. Hintergrund dafür war der sportliche Niedergang des Clubs seit der Demission von Sir Alex Ferguson. Im Jahr 2012 erfolgte dann das Comeback des Clubs an der Börse.
Der britische Milliardär Sir Jim Ratcliffe (Ineos-Gruppe) stieg 2024 als Investor ein und übernahm zunächst 27,7 Prozent der Anteile sowie die Kontrolle über den sportlichen Betrieb (Transfers, Strategie). Ende 2024 erhöhte sich sein Anteil auf 28, 94 Prozent. Die Glazer-Familie bleibt jedoch weiterhin Haupteigentümer des Clubs.
Gut zu wissen: Ob Fußball-Aktien auch in Deutschland angeboten werden, hängt vom Herkunftsland des jeweiligen Fußballclubs ab. Aktien des AS Rom sind beispielsweise nur an der italienischen Börse handelbar. In manchen Ländern gelten zudem besondere Regelungen. So dürfen teilweise Club-Aktien nur von Personen mit einer Steuernummer aus dem jeweiligen Herkunftsland gekauft werden.
Komplette Liste der börsennotierten Fußballclub-Aktien
- AGF A/S (Aarhus)
- Ajax Amsterdam
- Borussia Dortmund
- Bröndby IF
- Celtic Glasgow
- FC Kopenhagen (Parken Sport Entertainment)
- Futebol Club FC Porto
- Manchester United
- OL Groupe (Olympique Lyonnais)
- Società Sportiva Lazio Rom
- Sport Lisboa e Benfica Futebol (Benfica Lissabon)
- Sporting Lissabon
- SpVgg Unterhaching Fußball
Wie kann ich in Fußball-Aktien investieren?
Der Handel von Fußball-Aktien ist über Börsenplätze im In- und Ausland möglich. Voraussetzung dafür ist jedoch ein Wertpapierdepot.
Mit einem Wertpapierdepot bei der 1822direkt sind Sie für den Handel im In- und Ausland bestens ausgestattet. Daher brauchen Sie sich lediglich mit der Frage beschäftigen, ob ein Investment in Fußball-Aktien für Sie in Frage kommt.
Grundlegendes Wissen zum Thema Aktienanlage bietet unser Ratgeberartikel „Aktien für Anfänger: Schritt für Schritt starten“.
Einen speziellen Index, der die Kurse der europäischen Fußballclubs abbildet, gibt es derzeit nicht. Anleger können jedoch auf breit gestreute Branchen- oder Themen-ETFs ausweichen, etwa aus den Bereichen Sport, Konsum oder Medien. Diese enthalten teilweise Unternehmen, die indirekt vom Fußballgeschäft profitieren.
Fußball-Anleihen (Bonds) als Alternative zu Aktien
Neben direkten Aktienbeteiligungen geben einige Fußballvereine auch Anleihen heraus. Über sogenannte Fan-Anleihen haben private Anleger die Möglichkeit, Geld in ihren Lieblingsclub zu investieren.
Im Gegensatz zu Aktien erhalten Anleger dabei keine Gewinnbeteiligung und keine Stimmrechte. Stattdessen erhalten sie über einen festgelegten Zeitraum eine feste jährliche Verzinsung. Das eingesetzte Kapital der Anleger wird am Ende der Laufzeit zurückgezahlt.
In Deutschland hat beispielsweise Schalke 04 bereits mehrfach Fan-Anleihen ausgegeben. Auch international gab es entsprechende Finanzierungen von Fußballclubs, darunter etwa Juventus Turin. Die konkreten Konditionen unterscheiden sich je nach Emittent und Anleihe deutlich, zum Beispiel bei Laufzeit, Verzinsung, Rückzahlung und möglichen Bonusregelungen.
Risikoprofil und Besonderheiten
Bei Fußball-Aktien wirken sich sportliche Erfolge oder Misserfolge besonders auf die Kursentwicklung aus. Fallende Aktienkurse spielen zwar bei Fan-Anleihen keine direkte Rolle, dennoch bestehen auch hier erhebliche Risiken.
Anleger tragen insbesondere ein Ausfallrisiko. Sie sind also dem Risiko ausgesetzt, dass der Verein in die Insolvenz rutscht. Genauer gesagt sind sie einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten ausgesetzt.
Hinzu kommt, das Fan-Anleihen häufig von Vereinen ausgegeben werden, die sich ohnehin bereits in einer wirtschaftlich schwierigen Situation befinden.
Juventus Turin häufte beispielsweise in fünf Jahren, zwischen 2018 und 2023, Schulden von insgesamt 700 Millionen Euro an.
Des Weiteren hängt das Risiko eng von der sportlichen und finanziellen Entwicklung des Clubs ab. Ein Abstieg, schwache TV-Einnahmen oder hohe Transferausgaben können die Rückzahlungsfähigkeit gefährden.
Fußball-Anleihen haben typischerweise eine deutlich geringere Liquidität als börsennotierte Staatsanleihen oder große Unternehmensanleihen. Ein Verkauf vor Fälligkeit ist deshalb oft schwierig oder nur zu ungünstigen Kursen möglich. Viele Fan-Anleihen richten sich zudem bewusst an langfristig orientierte Investoren.
Auch Fußball-Anleihen können für risikotolerantere Fans interessant sein, die eine feste Rendite suchen. Aufgrund der beschriebenen Risiken sollten sie jedoch nur eine kleine Beimischung im Portfolio darstellen. Im Vergleich zu Fan-Anleihen gelten klassische Anleihen als die sicherere Wahl.
Kann ich in Großereignisse wie die EM oder WM investieren?
Großereignisse wie die Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft werden von Verbänden wie der UEFA oder der FIFA organisiert. Da diese Organisationen nicht börsennotiert sind, können Anleger keine Aktien direkt kaufen.
Indirekte Investment-Möglichkeiten: Aktien von Sponsoren, Ausrüstern & Co.
Eine direkte Investition in die EM oder WM ist daher nicht möglich. Anleger haben jedoch die Möglichkeit, indirekt über Sponsoren und Partnerunternehmen von solchen Turnieren zu profitieren. Dazu zählen unter anderem:
- Sportartikelhersteller wie Adidas, Nike, Puma oder New Balance
- Konsumgüterhersteller wie Coca-Cola, Pepsi und McDonalds
Potenzial entsteht vor allem durch steigende Umsätze rund um große Turniere. Hinzu kommt eine höhere Sichtbarkeit bedingt durch hohe Einschaltquoten und Werbeeffekte. Sportartikelhersteller profitieren zusätzlich von steigender Nachfrage in Form von Trikots, Fanartikeln oder Sportausrüstung. Allerdings sind diese Effekte oft nur kurzfristig spürbar und bereits teilweise im Kurs eingepreist.
Fazit: Lohnt sich ein Investment in Fußball-Aktien?
Fußball-Aktien bieten Anlegern die Möglichkeit, Leidenschaft und Geldanlage miteinander zu verbinden. Gleichzeitig sind sie stärker von sportlichen Entwicklungen abhängig als klassische Aktien. Zudem spielen emotionale Faktoren bei der Anlage eine größere Rolle als bei klassischen Investments. Bei der Alternative Fan-Anleihen bestehen ebenfalls bestimmte Risiken. Dazu zählen beispielsweise ein mögliches Ausfallrisiko oder eine geringe Liquidität. Für Anleger eignen sich Fußball-Aktien wie auch Fan-Anleihen daher eher als spekulative Beimischung im Portfolio. In beiden Fällen ist eine breite Diversifikation entscheidend.