Was ist die Riester-Rente?
Die Riester-Rente ist eine vom Staat geförderte Form der privaten Altersvorsorge, die ergänzend zur gesetzlichen Rente aufgebaut wird. Sie soll dazu beitragen, die Versorgungslücke zu schließen und den Lebensstandard im Alter abzusichern. Anspruchsberechtigt sind unter anderem Arbeitnehmer, Beamte, Studierende sowie bestimmte selbstständige Personen. Voraussetzung ist, dass sie in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.
In der Sparphase profitieren Riester-Sparer von staatlichen Zulagen, wie etwa für Kinder, als auch von zusätzlichen steuerlichen Vorteilen. Zudem bieten Riester-Verträge eine Beitragsgarantie, die sicherstellt, dass mindestens die eingezahlten Beiträge inklusive aller Zulagen erhalten bleiben.
Wie funktioniert die klassische Riester-Rente?
Bei der Riester-Rente werden regelmäßig Beiträge in einen privaten Altersvorsorgevertrag eingezahlt. Abschließen können Sie diese bei einem Anbieter Ihrer Wahl. Die Beitragshöhe für den Vorsorgevertrag kann dabei flexibel festgelegt werden. Es müssen mindestens etwa 60 Euro pro Jahr investiert werden. Der maximale Höchstbetrag liegt bei rund 2.100 Euro jährlich.
Neben den eigenen Beiträgen erhält man staatliche Zuschüsse in Form einer Grundzulage für jeden Sparer sowie, bei bestehendem Kindergeldanspruch, Kinderzulagen von bis zu 300 Euro pro Kind. Diese staatlichen Zulagen steigern das angesparte Kapital deutlich. Darüber hinaus können die Beiträge als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Im Ruhestand wird das angesparte Kapital in der Regel als lebenslange Rente ausgezahlt. Alternativ sind Teilauszahlungen oder eine Einmalauszahlung möglich.
Welche Arten der Riester-Rente gibt es?
Riester‑Fondssparpläne: Bei diesen handelt es sich um klassische Fondsverträge (Sparverträge), bei denen die Beiträge in Investmentfonds angelegt werden. Sie ermöglichen in der Regel höhere Renditechancen als reine Versicherungsprodukte.
Riester‑Rentenversicherungen: Diese funktionieren wie konventionelle Rentenversicherungen mit garantierten Mindestleistungen und einer lebenslangen Rentenzahlung.
Riester‑Bausparverträge: Bei diesen handelt es sich um eine Kombination aus Bausparen und Altersvorsorge, die besonders für diejenigen geeignet sind, die später eine Immobilie kaufen, bauen oder sanieren und modernisieren möchten.
Riester‑Immobiliendarlehen: Anstelle regelmäßiger Einzahlungen kann ein mit Riester‑Förderung begünstigtes Darlehen zur Finanzierung für den Kauf, Bau oder Umbau einer Immobilie genutzt werden, häufig im Rahmen des sogenannten Wohn‑Riesters.
Vorteile der Riester-Rente
Staatliche Förderung durch Zulagen
Riester‑Verträge profitieren von staatlichen Zulagen, die das angesparte Vermögen erhöhen. Neben der Grundzulage für jeden Sparer erhalten Eltern zusätzliche Kinderzulagen, die einen beachtlichen Beitrag zur Altersvorsorge leisten können. Diese Zulagen funktionieren wie ein direkter Zuschuss zu den eigenen Sparbeiträgen und verbessern die Rendite im Vergleich zu ungeförderten Vorsorgeformen.
Garantierte Rückzahlung von Einzahlungen und Zulagen
Bei der klassischen Riester Rente besteht eine Kapitalgarantie:
Zum Rentenbeginn müssen mindestens die eingezahlten Beiträge inklusive aller erhaltenen staatlichen Zulagen zur Verfügung stehen. Diese Garantie schützt Sparer vor Verlusten durch Marktschwankungen, was insbesondere für sicherheitsorientierte Anleger attraktiv ist.
Sozialabgaben und Pfändungsschutz
Das Riester-Guthaben ist sowohl während der Ansparphase als auch im Rentenbezug vor Pfändung und Anrechnung auf bestimmte Sozialleistungen, wie Hartz IV Abzug, geschützt. Im Falle einer Insolvenz bleibt das Riester-Vermögen ebenfalls unangetastet – ein Vorteil, den viele andere Vorsorgeformen nicht bieten.
Flexible Auszahlungsoptionen
Neben der lebenslangen und monatlichen Rentenzahlung kann bei vielen Riester Verträgen zu Beginn des Ruhestands bis zu 30 Prozent des Vermögens als Einmalbetrag ausgezahlt werden. Diese Teilauszahlung schafft zusätzlichen finanziellen Spielraum, etwa für Renovierungen oder bei der Tilgung bestehender Schulden.
Für bestimmte Zielgruppen besonders interessant
Die Riester Rente lohnt sich besonders für:
- Familien mit Kindern, da hier hohe Kinderzulagen fließen,
- Geringverdienende, bei denen die staatliche Förderung prozentual besonders stark ins Gewicht fällt,
- Beamte und Pflichtversicherte, die diese optimal nutzen und von der staatlichen Förderung stark profitieren können.
Für diese Gruppen entsteht durch die Riester-Rente häufig ein deutlicher finanzieller Vorteil gegenüber anderen Vorsorgeformen.
Nachteile der Riester-Rente
Begrenzte Renditechancen
Bei Riester-Verträgen muss zum Rentenbeginn mindestens die Summe aller eingezahlten Beiträge und Zulagen garantiert sein und zur Verfügung stehen. Diese Beitragsgarantie schränkt die Anlagefreiheit erheblich ein und reduziert dadurch langfristige Renditechancen. Im Vergleich zu ungeförderten Kapitalmarktanlagen fällt die Rendite häufig deutlich geringer aus. Besonders bei klassischen oder sehr sicherheitsorientierten Riester-Produkten bleibt das Vermögenswachstum daher meist überschaubar.
Hohe Kosten schmälern die Rendite
Viele Riester-Verträge sind mit hohen Abschluss-, Verwaltungs- und Vertriebskosten verbunden. Diese Kosten werden häufig bereits in den ersten Vertragsjahren verrechnet und vermindern den Vermögensaufbau erheblich. Bei fondsgebundenen Riester-Produkten kommen zudem laufende Fondskosten hinzu. In der Summe kann dies dazu führen, dass ein Teil der staatlichen Förderung durch die Kosten wieder verloren geht.
Nachgelagerte Besteuerung in der Rentenphase
Die Riester-Rente muss im Ruhestand vollständig als Einkommen versteuert werden. Oft fällt die Steuerlast höher aus, als viele Sparer annehmen. Steuerliche Vorteile in der Ansparphase werden somit teilweise oder vollständig wieder ausgeglichen. Besonders wer neben der Riester-Rente weitere Renteneinkommen erhält, spürt die zusätzliche steuerliche Belastung.
Geringe Flexibilität während der Vertragslaufzeit
Das angesparte Riester-Kapital ist grundsätzlich bis zum Rentenbeginn gebunden. Obwohl eine vorzeitige Kündigung möglich ist, bringt sie meist erhebliche finanzielle Nachteile mit sich, wie etwa die Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen. Auch ein Anbieterwechsel oder Vertragsänderungen können kompliziert und kostenintensiv sein.
Eingeschränkte Vererbbarkeit
Verstirbt die versicherte Person, kann das Riester-Guthaben nur eingeschränkt vererbt werden. In den meisten Fällen profitieren ausschließlich Ehe- oder eingetragene Lebenspartner. Andere Erben erhalten die angesparte Summe nur unter bestimmten Bedingungen. Wurden keine Zusatzvereinbarungen getroffen, geht ein Teil des Kapitals verloren.
Nicht für alle Zielgruppen geeignet
Für Personen ohne Kinder oder Menschen mit höherem Einkommen ist die Riester-Förderung häufig weniger attraktiv. Selbstständige ohne Pflichtversicherung sind meist gar nicht förderberechtigt. Wer keine staatlichen Zulagen erhält, profitiert kaum von einem Riester-Vertrag.
Wie wird die Riester-Rente ausgezahlt?
Die Auszahlung der Riester-Rente beginnt üblicherweise mit dem Renteneintritt, gleichzeitig mit der Auszahlung der gesetzlichen Rente. In den meisten Fällen wird eine lebenslange monatliche Rente gezahlt, und zwar so lange, wie Sie leben.
Alternativ zu dieser klassischen Rentenzahlung kann ein Teil des Kapitals einmalig ausgezahlt werden. Ist die voraussichtliche monatliche Riester-Rente sehr niedrig und unterschreitet eine festgelegte Grenze, kann das komplette angesparte Kapital auch in einer Einmalzahlung ausgezahlt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, bis zu 30 Prozent des angesparten Vermögens zu Rentenbeginn als Einmalbetrag auszahlen zu lassen. Der verbleibende Teil fließt dann in die monatliche Rentenzahlung.
Wie wird die Riester-Rente versteuert?
Steuerlich unterscheidet man zwischen der Anspar- und der Rentenphase. Während der Ansparphase können eingezahlte Beiträge bis zu einem Höchstbetrag von 2.100 Euro im Jahr als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Das Finanzamt prüft automatisch, ob Zulagen oder Steuervorteile günstiger sind und wählt die für Sie bessere Optionen aus.
In der Auszahlungsphase greift die sogenannte nachgelagerte Besteuerung: Das bedeutet, dass die Riester-Rente im Alter vollständig als Einkommen versteuert wird. Dies gilt sowohl für die lebenslange monatliche Rentenzahlung als auch für eine mögliche Einmalzahlung zu Rentenbeginn. Die Höhe der Steuer richtet sich nach dem persönlichen Steuersatz im Ruhestand, welcher häufig niedriger ist als zu Erwerbszeiten.
Fazit: Für wen lohnt sich die Riester-Rente?
Ob sich die Riester-Rente auszahlt, hängt stark von der individuellen Situation, der Höhe der staatlichen Förderungen und den Kosten des Vertrags ab. In bestimmten Fällen ist sie sinnvoll, aber nicht für jeden gleichermaßen attraktiv. Entscheidend sind vor allem die Zulagen und steuerlichen Vorteile: Je mehr der Staat beiträgt, desto eher kann ein Riester-Vertrag eine gute Rendite erzielen.
Besonders profitieren Geringverdienende und Familien mit Kindern, da die staatlichen Zulagen hier im Verhältnis zum Eigenbeitrag besonders hoch sind. Auch eine lange Laufzeit steigert die Rentabilität. Für Personen mit durchschnittlichem Einkommen oder moderater staatlicher Förderung können Alternativen zur Riester-Rente attraktiver sein.
Zusammengefasst: Die Riester-Rente lohnt sich vor allem, wenn die Förderung hoch ist, die Vertragskosten gering und die Ansparphase lang – für manche Anleger können andere Sparmaßnahmen oft die effizientere Lösung sein.
Eine Aktivrente kann in Kombination mit einem staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukt wie der Riester-Rente oder einer privaten Altersvorsorge dabei helfen, den Lebensstandard im Alter zu halten. Sie zielt dabei nicht auf zusätzliche staatliche Zulagen ab, sondern ermöglicht es, im Rentenalter weiterzuarbeiten und steuerfrei hinzuzuverdienen. So kann das Einkommen im Ruhestand erhöht werden, ohne dass zusätzliche Steuern auf diesen Hinzuverdienst anfallen, was insbesondere für aktive Rentner interessant ist.
Vorsorgedepots verfolgen einen anderen Ansatz: Mit dem Ziel der Altersvorsorge setzen sie auf eine langfristige Geldanlage. Sie eignen sich vor allem für Anleger, die zum einen frühzeitig vorsorgen und zum anderen nicht auf staatliche Garantien verzichten und zugunsten besserer Renditechancen stärker auf den Kapitalmarkt setzen möchten.
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