Kündigung Fitnessstudio – Zur Fitness verdammt

Nach neuem Urteil ist nicht mehr so einfach, aus einem Vertrag mit dem Fitnessstudio herauszukommen

Kündigung Fitnessstudio / Bild: iStock

Kündigung Fitnessstudio / Bild: iStock

Wer jetzt Mitglied in einem Fitnessstudio werden will, sollte nicht überhastet einen Vertrag unterschreiben. Nach einem neuen Urteil ist eine längerfristige Planung angebracht. Denn bei einem Umzug kann das Studio jetzt darauf bestehen, dass der langfristige Vertrag bis zum Ende bezahlt wird.

Bisher war es in der Regel so, dass die Fitnessstudios Mitglieder aus dem Vertrag entlassen haben, wenn sie umgezogen sind und das Studio deshalb nicht länger besuchen konnten. Ausnahmen: Gehörte das Fitnessstudio zu einer Kette und gab es auch eine Filiale am neuen Wohnort, war eine Entlassung aus dem Vertrag nicht notwendig.

Das hat sich nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs jetzt geändert: Umzug ist kein Grund mehr für eine vorzeitige Kündigung bei einem Fitnessstudio. Wer einen längerfristigen Vertrag unterschrieben hat und umziehen muss, muss damit rechnen, dass das Fitnessstudio noch bis Ende der Mindestvertragslaufzeit sein Geld sehen möchte (Bundesgerichtshof, Aktenzeichen: XII ZR 62/15). Ein „bloßer Wohnsitzwechsel“ rechtfertige die Vertragsauflösung nicht, so die Richter.

Üblich sind in Fitnessstudios Mindestvertragszeiten von 1 oder 2 Jahren. Wer plötzlich umziehen muss, etwa weil er den Job wechseln muss oder versetzt wird, zahlt dann möglicherweise noch viele Monate Geld, ohne das Studio nutzen zu können. Deshalb sollten Sie jetzt möglichst genau planen und ein paar Vorsichtsmaßnahmen treffen, um unnötige Kosten möglichst auszuschließen. Hier Ihre Möglichkeiten:

  • Fitnessstudio ohne Vertrag mit 10er-Karten: Wenn Sie nicht zu 100% sicher sind, ob Sie in den nächsten 12 oder 24 Monaten noch in der Stadt sein werden, schließen Sie keine langfristigen Verträge ab. Sie können Fitnessstudios auch ohne Vertrag nutzen. Viele Studios bieten – auch wenn sie damit nicht werben – 10er-Karten an, die Sie nutzen können. Wer ohnehin nur einmal pro Woche ins Studio gehen möchte, fährt damit manchmal sogar günstiger.
  • Bei einer Kette unterschreiben: Wollen Sie aber einen Vertrag haben, weil Sie häufig ins Studio gehen, suchen Sie sich eine Kette mit möglichst vielen Filialen. Im Fall eines Umzugs ist die Chance dann groß, dass am neuen Ort auch ein Studio ist, das Sie weiterbesuchen können.

Denken Sie auch immer daran: Die Kündigung des Fitnessstudios ist beim Umzug nicht mehr ohne Weiteres möglich. Sprechen Sie, wenn Sie betroffen sind, Ihr Studio trotzdem darauf an. Der ein oder andere Betreiber wird nicht unbedingt auf der Erfüllung des Vertrags bestehen und Sie kulanterweise aus dem Vertrag entlassen.

Gut zu wissen: Ein Umzug ist nach dem Urteil kein Grund mehr, den Vertrag vorzeitig zu beenden. Doch wenn das Training aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr infrage kommt und Sie das per Attest nachweisen können, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht.

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