Was haben Aktionäre mit der AG zu tun?

Wir informieren Sie über Ihre Rechte als Aktionär.*

Grundlegende Informationen für interessierte Geldanleger

Eine Investition in Aktien kann eine durchaus lukrative Möglichkeit für den privaten Finanzaufbau sein. Aber was haben Sie als Aktionär eigentlich mit der AG zu tun, nachdem Sie in ein entsprechendes Unternehmen investiert haben? Wie werden Sie am Gewinn beteiligt? Können Sie an der Hauptversammlung teilnehmen? Haben Sie für bestimmte Entscheidungen ein Stimmrecht? Wir klären diese und weitere grundlegende Fragen rund um die Organisation einer Aktiengesellschaft.

Die Rechte eines Aktionärs

Die Rechte eines Aktionärs sind im Wesentlichen zwei entscheidenden Schriftstücken zu entnehmen:

  • Aktiengesetz
  • Satzung des Unternehmens

Was haben Aktionäre mit der AG zu tun? Das sind ihre Rechte:

Teilnahme an der Hauptversammlung der AG
Einmal im Jahr findet eine Hauptversammlung der AG statt, an der Sie als Aktionär teilnehmen dürfen. Das geschieht in der Regel in den ersten acht Monaten nach Ablauf eines Geschäftsjahres. Hier dürfen Sie als Aktionär auch zu Wort kommen und von Ihrem Stimmrecht Gebrauch machen. Es geht beispielsweise um Beschlüsse in Bezug auf:

  • Änderung der Satzung
  • Kapitalerhöhungen
  • Verwendung des Bilanzgewinns
  • Entlastung des Vorstands sowie des Aufsichtsrats

Wenn Sie an der Hauptversammlung der AG teilnehmen möchten, müssen Sie sich vorab dazu anmelden. Sie erhalten dann eine Eintrittskarte, die Ihnen Zutritt gewährt. Außerdem müssen Sie für gewöhnlich 21 Tage vor der Hauptversammlung eine Aktie des Unternehmens besitzen, um an dieser teilnehmen zu dürfen.

Stimmrecht

In Bezug auf das Stimmrecht gilt folgende Regel: Pro Aktie, die Sie besitzen, haben Sie eine Stimme. Man spricht in diesem Fall von sogenannten Stammaktien. Besitzen Sie hingegen sogenannte Vorzugsaktien, haben Sie kein oder nur ein eingeschränktes Stimmrecht.

Auskunftsrecht

Wenn Sie eine oder mehrere Aktien eines Unternehmens besitzen, muss Ihnen die AG Auskunft über rechtliche und geschäftliche Angelegenheiten geben. In Ausnahmefällen darf der Vorstand allerdings die Auskunft verweigern.

Anspruch auf Dividende

Die Dividende ist die zumeist jährliche Ausschüttung der AG an seine Aktionäre. Der Vorstand schlägt üblicherweise die Höhe der Dividende vor, über die die Hauptversammlung entscheidet. Wie viel Dividende ein Aktionär erhält, hängt von der Anzahl seiner Anteile und von der Aktiengattung ab. So sind z.B. Vorzugsaktien oft mit höheren Dividendenansprüchen ausgestattet als Stammaktien.

Als Aktionär können Sie an der jährlichen Hauptversammlung der AG teilnehmen.**

Der Ertrag aus dem Aktienhandel

Was haben Aktionäre mit der AG in Bezug auf den Ertrag zu tun? Anlegern bietet der Aktienhandel zweierlei Ertragsquellen:

  • Ausschüttungen in Form von Dividenden
  • Kursgewinne

Wichtig: Eine Aktie ist immer ein Risikopapier. Ob es zu Kursgewinnen oder einer Dividendenausschüttung kommt und wie hoch diese jeweils ausfallen, lässt sich nie definitiv sagen. Fest steht nur: Wenn die AG eine Dividende ausbezahlt, steht jedem Aktionär ein Anteil daran zu.

AG: Was passiert bei einem Verlust? Was haben Aktionäre dann mit der AG zu tun?

Die AG hat im letzten Jahr einen Verlust eingefahren. Was passiert in diesem Fall? Hier gilt grundsätzlich Folgendes: Je niedriger der Bilanzgewinn ist, desto geringer kann die Dividende ausfallen, welche die AG ihren Aktionären ausbezahlen kann. Eventuell tritt dann auch der Fall ein, dass keine Dividende ausbezahlt wird. Das wird in der Hauptversammlung beschlossen. Wenn der Kurs einer Aktie in Ihrem Besitz sinkt, sinkt deren Preis. Sie können dann selbst entscheiden, ob Sie die Aktie zu diesem Preis abstoßen, das heißt verkaufen. Alternativ haben Sie die Möglichkeit, die Aktie weiter zu halten und abzuwarten, ob der Kurs gegebenenfalls wieder steigt.

Gründung einer AG

Kann eigentlich jeder eine Aktiengesellschaft gründen? Grundsätzlich schon. Dafür müssen Sie allerdings folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • An der Gründung einer AG müssen mindestens eine oder mehrere Personen beteiligt sein.
  • Es ist ein Grundkapital von 50.000 € erforderlich.
  • Die Aktiengesellschaft muss beim Gewerbeamt angemeldet und in das Handelsregister eingetragen werden.
  • Sie müssen einen Gesellschaftsvertrag bzw. eine Satzung erstellen und diese notariell beglaubigen lassen.
  • Sie müssen einen Vorstand benennen sowie einen Aufsichtsrat, der die Arbeit des Vorstands überwacht.

Anleger, die Aktien kaufen, besitzen damit Anteile am Unternehmen. Die Aktiengesellschaft selbst verfügt durch den Verkauf der Anteile über die entsprechenden finanziellen Mittel, die beispielsweise für neue Investitionen genutzt werden können. Eine AG muss nicht zwangsläufig Aktien an der Börse emittieren. Der Börsengang ist mit erheblichen Kosten verbunden. Deshalb lohnt sich diese Form der Kapitalbeschaffung oft nur für mittelgroße bis große Unternehmen. Einige bekannte börsennotierte Unternehmen sind beispielsweise:

  • Adidas
  • Deutsche Telekom
  • Deutsche Post
  • Lufthansa
  • Siemens
  • RWE

*Bild 1: Rawpixel.com/Shutterstock
**Bild 2: Rawpixel.com/Shutterstock

Schreibe einen Kommentar