Oh, Schreck: Urlaubsreise plötzlich teurer!

Aktuelles Gesetzesverfahren: Nachträgliche Preiserhöhung bei Pauschalreisen – auch das ist jetzt bald möglich

Preiserhöhungen bei Pauschalreisen / Bild: iStock

Preiserhöhungen bei Pauschalreisen / Bild: iStock

Stellen Sie sich vor: Sie haben schon vor Monaten eine günstige Urlaubsreise pauschal gebucht. Sie freuen sich über den fairen Reisepreis und ein paar erholsame Tage. Sie haben die Reise auch schon komplett bezahlt. Doch kurz bevor es losgeht, kommt die unangenehme Überraschung: Eine Nachricht vom Veranstalter flattert ins Haus – er will einen Nachschlag für die Pauschalreise oder die gebuchten Leistungen reduzieren.

Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist wahrscheinlich schon bald Gesetz. Denn 2015 hat die EU die Pauschalreiserichtlinien geändert – und die werden jetzt in deutsches Recht umgesetzt. Einen Entwurf des Bundesjustizministeriums dafür gibt es schon. Unangenehmster Passus daraus:

  • Der Reisepreis kann auch nach Buchung und Zahlung noch erhöht werden.
  • Die maximale Preiserhöhung beträgt 8 Prozent.
  • Die Preiserhöhung kann noch bis zu 20 Tage vor Beginn kommen.

Wer einen Pauschalurlaub für beispielsweise 2.000 € gebucht hat, muss dann also damit rechnen, dass ihm bis zu drei Wochen vor Abreise noch einmal eine Nachforderung von bis zu 160 € droht. Der Veranstalter muss dafür lediglich nachweisen, dass sich seine Kosten erhöht haben – etwa durch gestiegene Treibstoffpreise, höhere Gebühren für Start und Landung, gestiegene Kurtaxen oder ungünstigere Wechselkurse.

Besonders ärgerlich: Der Kunde muss die Preiserhöhung akzeptieren. Nur wenn der Aufschlag höher als 8 Prozent ausfällt, kann er die Buchung stornieren und den Reisepreis zurückverlangen.

Verläuft alles nach Plan, wird das neue Gesetz am 1. Juli 2018 in Kraft treten – es gibt also noch eine Weile Preissicherheit bei der Reisebuchung. Doch nicht allzu große. Denn was viele nicht wissen:

Auch jetzt schon möglich

Auch heute schon kann der Preis von Pauschalreisen nachträglich angehoben werden –  allerdings nicht so deutlich und nicht so einfach wie nach dem geplanten neuen Gesetz: Der Reisepreis darf nachträglich um bis zu 5 Prozent angehoben werden. Fällt die Preissteigerung höher als 5 Prozent aus, muss dem Kunden eine Ersatzreise zum ursprünglichen Preis angeboten werden. „Das kam vor einigen Jahren häufiger vor, als die Kerosinpreise noch gestiegen sind“, berichtet Paul Degott, Anwalt für Reiserecht, in einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Das neue Gesetz macht die nachträgliche Preiserhöhung einfacher für den Veranstalter. Bleibt also nur zu hoffen, dass die meisten Veranstalter nicht zu dieser Methode greifen, um sich die Kunden nicht zu vergraulen.

Schreibe einen Kommentar