Inflation in Deutschland – steigt die Inflationsrate wirklich?

Viele Experten sprechen von einer Rückkehr der Inflation in 2017 – was steckt dahinter?

Inflation in 2017 / Bild: iStock

Inflation in 2017 / Bild: iStock

Hatten Sie in den vergangenen Monaten das Gefühl, dass Ihre Ausgaben steigen, obwohl Sie gar nicht mehr kaufen?

Es kann sein, dass Ihr Gefühl Sie nicht täuscht. Immer mehr Medien sagen voraus, dass die Inflation in Deutschland zurückkehrt. Eine typische Meldung der vergangenen Wochen: „Die Zeit stabiler Preise geht offenbar zu Ende. In der Eurozone klettert die Inflation auf den höchsten Stand seit 2014. Und in Deutschland wird sie sich im kommenden Jahr laut einer Prognose verdreifachen.“¹

Aber was ist eine Inflation und was sind ihre Folgen?

Inflation ist ein Wort für den Preisanstieg von Waren und Dienstleistungen – oder andersherum ausgedrückt: für den Kaufkraftverlust des Geldes. Der Volksmund sagt bei Inflation: „Ich bekomme immer weniger für meinen Euro.“ In den vergangenen Jahren war die Inflation bzw. die Teuerungsrate sehr gering. Jetzt gehen viele von einem spürbaren Anstieg aus. Das Wirtschaftsforschungsinstitut ifo sagt voraus, dass die Teuerungsrate 2017 mit 1,5 % dreimal so hoch ausfallen wird wie 2016.²

Verantwortlich dafür machen die meisten Experten vor allem den Ölpreis, der jahrelang sehr niedrig war. Jetzt ist der Preis wieder gestiegen und sorgt dafür, dass Energie und damit viele Produkte wieder teurer werden. Es gibt aber auch weitere Gründe:

„Leicht anziehende Teuerungsraten sind in den vergangenen Monaten in vielen Ländern zu beobachten gewesen, auch in Deutschland … Mit dem Sieg von Trump ist die an den Märkten für die nächsten Jahre erwartete Teuerung jedoch so schnell, so deutlich und in so kurzer Zeit gestiegen, wie es wohl kaum jemand für möglich gehalten hätte“, schrieb kürzlich die Zeitschrift „€uro am Sonntag“.³ Der kommende US-Präsident hat angekündigt, die US-Wirtschaft mit viel Geld anzukurbeln und viele Milliarden in Bau und Renovierung von Straßen, Schulen oder Krankenhäusern zu investieren. Dieses viele Geld würde der Inflation einen weiteren Schub geben, so die Vorhersage.

Horrorszenario in 1923 – Hyperinflation in Deutschland

Das Wort Inflation löst bei vielen – insbesondere bei älteren Menschen – Ängste und Sorgen aus. Grund dafür ist die tief verwurzelte Erinnerung an die Hyperinflation von 1923, wo die Folgen der Inflation enorm waren: Das Geld verlor in einem unvorstellbaren Tempo an Wert und selbst ein Frühstücksei kostete Milliarden. Anleger, die eine ausgeprägte Angst vor Inflation haben, investieren deshalb in Sachwerte wie Gold und andere Edelmetalle oder Immobilien, um dem Anstieg der Inflation in Deutschland entgegenzuwirken und der befürchteten Geldentwertung zu entkommen.

Eine moderate Inflation wird jedoch immer wieder auch als gutes Zeichen gewertet, weil sie die Wirtschaft weiter ankurbeln kann: „Leichte Inflation (bis etwa 5 % Wertverlust im Jahr) hat nachfragefördernde Wirkung, da Leute ihr Geld ausgeben oder investieren wollen.“⁴

¹Spiegel Online, 16.12.2016, http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/inflation-steigt-auf-hoechsten-stand-seit-2014-a-1126218.html
²Prof. Dr. Timo Wollmershäuser, ifo Institut, 16.12.2016, http://www.cesifo-group.de/de/ifoHome/presse/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen-Archiv/2016/Q4/pm-20161216-ifo-Prognose.html
³A. Zehbe & C. Platt, €uro am Sonntag, Ausgabe 48/2016, Seite 17
⁴https://de.wikipedia.org/wiki/Inflation

 

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