Immobilienboom in Deutschland: Auswirkungen, Gründe und mehr

Der Immobilienboom in Deutschland

Zinsen für einen Immobilienkredit sind akutell günstig / Bild: sergey856/Shutterstock

Zinsen für einen Immobilienkredit sind akutell günstig / Bild: sergey856/Shutterstock

Der Immobilienboom in Deutschland hält an. Bereits im Jahr 2015 wechselten Wohnungen, Häuser sowie Grundstücke im Wert von rund 210 Milliarden Euro ihre Eigentümer. Die Nachfrage nach Wohneigentum ist so groß wie schon lange nicht mehr. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Zinsen für einen möglichen Immobilienkredit aktuell besonders günstig sind. Welche Auswirkungen der Boom auf den Immobilienmarkt hat und was sonst noch wissenswert für Immobiliensuchende ist, lesen Sie in diesem Blogbeitrag.

Die Auswirkungen des Immobilienbooms

Laut dem Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft 2017 stiegen in Folge des Immobilienbooms sowohl die Kauf- als auch die Mietpreise. Das Gutachten bezieht sich auf die Zahlen aus dem vergangenen Jahr 2016.

Mietpreissteigerungen

Die Mietpreise stiegen 2016 um 2,6 Prozent. Das führte dazu, dass der durchschnittliche Mietpreis in Deutschland aktuell bei 7,40 € pro Quadratmeter liegt. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 lag dieser Preis bei 6,10 € pro Quadratmeter.

Kaufpreissteigerungen

Der Kaufpreis von Wohneigentum ist im Schnitt im letzten Jahr (2016) um 8,4 Prozent teurer geworden. 2015 stieg der Preis nur um 7,7 Prozent.

In der Studie „Wohnatlas 2017“ gehen Experten davon aus, dass Wohneigentum bis zum Jahr 2030 sogar noch weiter an Wert gewinnt. Dabei wird für München das größte Preiswachstum mit jährlich 1,3 Prozent erwartet. Bis 2030 entspräche das einem Anstieg von 20 Prozent. Direkt danach folgen Dresden (+ 1,0 Prozent)und Hamburg (+ 0,9 Prozent).

Wo ist Wohnen besonders teuer?

Einer Statistik zufolge sind die Mietpreise für Wohnungen in Deutschland in diesen Städten am teuersten:

Stadt und Mietpreise in €/m²

München 17,07
Frankfurt am Main 13,48
Stuttgart 13,15
Ingolstadt 12,17
Freiburg 11,38

Die Preise beziehen sich auf Wohnungen, die etwa 60 bis 80 m² groß sind und in den letzten zehn Jahren gebaut wurden.

Was sind die Gründe für den Immobilienboom?

  • Die aktuell niedrigen Zinsen ermöglichen es einer größeren Anzahl an Eigennutzern, eine Immobilie mit lukrativen Finanzierungsmöglichkeiten zu erwerben. Solange die Zinsen derart niedrig sind, bleibt ebenso die Nachfrage groß.
  • Die gestiegene Zuwanderung, gerade in Großstädte, sorgt sogar noch dafür, dass die Nachfrage nach Immobilien steigt. Die Kapazitäten an Wohneigentum lassen sich jedoch nicht auf die Schnelle beliebig erweitern. Diese Entwicklung erhöht den Druck auf die Immobilienmärkte. Das führt dazu, dass die Immobilienpreise steigen.
  • Zunehmend zieht es Arbeitskräfte in Großstädte, in denen sich oft besser bezahlte Arbeitsplätze finden. Gerade junge Familien legen Wert auf eine räumliche Nähe zwischen Arbeitsplatz und Wohnort, um nicht zu viel Zeit auf der Straße verbringen zu müssen. Besonders Immobilienstandorte in städtischer oder stadtnaher Lage sind dann vermehrt gefragt.

Immobilien kaufen oder mieten?

München gehört beim Thema Wohnen zu den teuersten Städten / Bild: Unkas Photo/Shutterstock

München gehört beim Thema Wohnen zu den teuersten Städten / Bild: Unkas Photo/Shutterstock

Ob Sie eine Immobilie kaufen oder mieten, hängt von den individuellen Lebensumständen ab. Grundsätzlich ist es immer ratsam, sämtliche Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen. Die Tabelle soll Unterstützung bieten:

Kaufen

Vorteile:

  • Finanzierungskosten sind mittelfristig besser kalkulierbar als Mieten und Nebenkosten, die grundsätzlich jederzeit erhöht werden können
  • Gestaltungsfreiheit der Wohnräume
  • Altersvorsorge

Nachteile:

  • Anfallende Finanzierungsnebenkosten
  • Eigenverantwortung für Instandhaltung
  • Größere Bindung an einen Wohnort

Mieten

Vorteile:

  • Größere Flexibilität was einen Wohnortwechsel betrifft
  • Kaum Verantwortung für Instandhaltung
  • Geringe Nebenkosten

Nachteile:

  • Steigende Mieten sind nicht vorhersagbar
  • Abhängigkeit vom Vermieter, was die Gestaltungsfreiheit angeht

Wie kann man vorgehen, wenn man auf Wohnungssuche ist?

  • Notieren Sie sich Ihre genauen Vorstellungen in Bezug auf die Wohnung oder das Haus. Wie groß sollte das Objekt sein? Bevorzugen Sie eine ruhige Lage oder sind Sie eher der Stadtmensch? Balkon oder Garten?
  • Checken Sie Ihre Finanzen: Legen Sie einen Betrag fest, wie viel die Immobilie kosten darf, ohne dass Sie in finanzielle Nöte geraten.
  • Suchen Sie online. Hier findet sich inzwischen wohl das größte Immobilienangebot. Viele Immobilienportale bieten außerdem Filter, mit denen Sie gezielt nach Wohnungen oder Häusern entsprechend Ihrer Vorstellungen suchen können. Oft können Sie die Option nutzen, per Mail benachrichtigt zu werden, wenn eine passende Immobilie eingestellt wird.
  • Berücksichtigen Sie bei den unterschiedlichen Angeboten jeweils, von wem es kommt. Stammt es von einem Makler, fällt für die Vermittlung zusätzlich eine Gebühr an. Hier können Sie jedoch von dessen Know-how profitieren. Ein solcher kann beispielsweise eine professionelle Einschätzung geben, ob die Kosten für das jeweilige Projekt gerechtfertigt sind.
  • Verlassen Sie sich nicht allein auf bekannte Internetportale. Fragen Sie zusätzlich im Freundes- und Bekanntenkreis nach Mietobjekten. Gerade in Großstädten werden Immobilien zunehmend „unter der Hand vergeben“. Zusätzlich können Sie Plattformen wie Facebook zur Wohnungssuche nutzen oder direkt bei Wohnbaugesellschaften vor Ort nachfragen.
  • Entscheiden Sie sich nicht gleich für das erstbeste Objekt, mit dem Sie vielleicht zu viele Kompromisse eingehen müssten. Gerade in Metropolen sollten Sie aber auch nicht zu lange zögern, wenn Ihnen eine Immobilie zusagt.
  • Zusätzlich bietet die 1822direkt eine Checkliste an, die Ihnen bei der Immobiliensuche hilft.

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