Elterngeld: Das kann beim Babyboom schiefgehen

Elterngeld beim aktuellen Babyboom: Diese 3 Fallen, die die Auszahlung des dringend benötigten Geldes gefährden, sollten junge Eltern auf jeden Fall kennen

Elterngeld / Bild: iStock

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Babyboom in Deutschland: 2015 wurden in Deutschland so viele Kinder geboren wie schon seit 15 Jahren nicht mehr, so die aktuelle Statistik. Und das hat in manchen Städten schon unangenehme Folgen für die Eltern:

Einige Stadtverwaltungen sind vom Babyboom überfordert und können nicht mehr alle Anträge auf Elterngeld rechtzeitig bearbeiten. So etwa in der Geburtenhochburg Dresden, wo die durchschnittliche Bearbeitungszeit für einen Antrag auf 64 Tage gestiegen ist. Das heißt: Wer den Antrag spät stellt, muss damit rechnen, dass möglicherweise dringend benötigtes und fest eingeplantes Elterngeld nicht rechtzeitig auf dem Konto ist. Wer also sichergehen will, sein Geld möglichst früh zu bekommen, sollte den Antrag direkt nach der Geburt stellen – früher geht es nicht, weil dazu die Geburtsurkunde notwendig ist.

Doch auch wenn der Antrag rechtzeitig gestellt ist, kann es noch Komplikationen geben. Hier einige der häufigsten Fehler, die junge Eltern kennen sollten:

Fehler 1: Den rechtzeitigen Antrag vergessen

Das Schöne an der Elternzeit ist unter anderem: Der Arbeitgeber kann die Auszeit grundsätzlich nicht ablehnen. Deshalb denken viele Mütter oder Väter, dass sie keinen Antrag stellen müssen – wie beim Mutterschutz, der automatisch greift. Doch Achtung: Der Arbeitgeber muss spätestens sieben Wochen vor dem geplanten Beginn der Elternzeit schriftlich informiert werden! Ist dies nicht passiert, kann er verlangen, dass die Mutter oder der Vater zur Arbeit erscheint.

Das heißt für Sie: In der Regel planen Sie als angehende Eltern bis zur Geburt des Kindes, wer wann wie lange in die Elternzeit geht. Informieren Sie dann, sobald die Planung steht, Ihren Arbeitgeber schriftlich.

Fehler 2: Mit Urlaub mischen

Viele junge Eltern, die möglichst viel Zeit mit dem Kleinkind verbringen wollen, versuchen, die Elternzeit durch angesparte Urlaubstage zu verlängern. Achtung: Beim aufgesparten Urlaub wird weiterhin Lohn gezahlt! Und in diesem Fall gibt es kein Elterngeld. Die Unterstützung vom Staat gibt es nur bei echten Einkommenseinbußen. Deshalb kann es zu bösen Überraschungen kommen, wenn Urlaub und Elternzeit gemischt werden.

Fehler 3: Vorsicht bei Jobs während der Elternzeit!

Wenn das Kleinkind früh betreut wird oder wenn die Eltern sich die Betreuung geschickt teilen können, kann auch in der Elternzeit oft genügend Freiraum für Arbeit bleiben. Doch Achtung: Wer dabei Geld hinzuverdient, muss mit Einbußen beim Elterngeld rechnen! Das verdiente Geld wird ohne Freibetrag vom Elterngeld abgezogen. Folge: Die Arbeit zahlt sich nicht aus.

Das heißt für Sie: Wer während der Elternzeit etwas hinzuverdienen möchte, sollte sich über das sogenannte ElterngeldPlus informieren, das es seit Juli 2015 als Wahlmöglichkeit gibt. Hier gilt diese Regel: Arbeiten Vater und Mutter für vier Monate gleichzeitig zwischen 25 und 30 Wochenstunden in Teilzeit, haben beide Anspruch auf vier zusätzliche Bonusmonate.

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