Die Finanzen im Ruhestand – Was sollte vorab geregelt sein?

Im Ruhestand endlich Zeit für die schönen Dinge im Leben haben – darauf freuen sich zahlreiche Berufstätige.

Finanzen in der Rente / Bild: Daniela Staerk/Shutterstock

Finanzen in der Rente / Bild: Daniela Staerk/Shutterstock

Die Voraussetzung dafür, diese Dinge wirklich genießen zu können, ist eine finanzielle Absicherung und die Gewissheit, alles Wichtige geregelt zu haben. Die Erstellung wichtiger Dokumente, wie beispielsweise eines Testaments oder einer Vollmacht, ist in der Regel mit einigem Papierkram verbunden. Dies erscheint zunächst als lästige Angelegenheit, kann sich auf die Finanzen jedoch durchaus positiv auswirken.

Welche Finanzen möchten Rentner geklärt wissen?

Nicht selten kommt es vor, dass Menschen vor dem Tod nicht mehr urteilsfähig sind. In einem solchen Fall ist es essentiell, sämtliche finanzielle Angelegenheiten vorab organisiert zu haben, um diese vor allem auch im eigenen Sinne regeln zu können. Dabei reicht es laut Experten jedoch nicht aus, die Angelegenheiten einmal festzulegen. Vielmehr sollten entsprechende Schriftstücke alle vier bis fünf Jahre auf ihre Gültigkeit hin überprüft werden.

Zur eigenen Vorsorge: Die Vollmacht

Hinsichtlich der Vollmacht ist zwischen einer Generalvollmacht und einer Spezialvollmacht zu unterscheiden. Letztere kann beispielsweise eine Bankvollmacht zur Regelung der Finanzen eines Rentners sein. Eine solche muss grundsätzlich in schriftlicher Ausführung vorliegen. Insofern nicht ausdrücklich, das heißt schriftlich, etwas anderes bestimmt wurde, tritt eine Vollmacht direkt nach ihrer Ausstellung in Kraft. Sie kann jederzeit widerrufen werden.
Tipp: Solange Sie urteilsfähig sind, entscheiden Sie selbst, wen Sie als Bevollmächtigten einsetzen. Hierbei haben Sie die Möglichkeit, Ihren Ehepartner, Ihre Kinder oder eine sonstige vertraute Person zu bestimmen. Andernfalls wird Ihnen vom Betreuungsgericht ein Betreuer zugeteilt.

Die gegenseitige finanzielle Begünstigung: Der Erbvertrag

Gegenseitige finanzielle Begünstigung / Bild: Potstock/Shutterstock

Gegenseitige finanzielle Begünstigung / Bild: Potstock/Shutterstock

Der Erbvertrag muss zu seiner Gültigkeit ebenso in schriftlicher Form vorliegen. Er muss von allen beteiligten Parteien unterschrieben und von einem Notar beglaubigt sein. Der Vertrag kann schriftlich aufgehoben werden. Ein sinnvolles Beispiel für einen Erbvertrag ist ein solcher zwischen Kindern und ihren Eltern: Per Urkunde verzichten die Kinder auf den Nachlass des Elternteils, welches zuerst verstorben ist und geben damit dem hinterbliebenen Elternteil die Möglichkeit, weiterhin im Haus leben zu können.

Die selbstständige Regelung des Nachlasses: Das Testament

Die Erbanteile sind zunächst gesetzlich geregelt. Wer mit dieser offiziellen Regelung jedoch nicht einverstanden ist, kann unter Berücksichtigung der Pflichtanteile die Regelung des Erbes in einem sogenannten eigenhändigen Testament selbst festlegen. Ein solches muss für seine Gültigkeit per Hand aufgesetzt und unterschrieben sein und sollte von einem Experten geprüft werden.
Tipp: Wenn das Erbe einen Bezug zum Ausland hat, sollte ein solches Testament zusätzlich für das jeweilige Land verfasst werden. Bedenken Sie dabei außerdem, dass in anderen Ländern gegebenenfalls andere erbrechtliche Bestimmungen gültig sind. Ziehen Sie in einem solchen Fall unbedingt einen Experten zu Rate, um Ihre Finanzen bereits frühzeitig in Ihrem Sinne geregelt zu wissen.

Finanztipps für die Zeit vor dem Renteneintritt

  • Betriebliche Altersvorsorge: Um den Lebensstandard auch im Alter halten zu können, kann es sich lohnen, noch vor dem Ruhestand mit dem Arbeitgeber zu sprechen: Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge, welche zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung finanziell absichern soll. Eine solche bringt folgende weitere Vorteile mit sich:
    • Sie müssen sich um nichts kümmern, da der Arbeitgeber sowohl den Abschluss der bAV inklusive sämtlicher Formalitäten für Sie übernimmt. Zudem führt er die Beiträge für Sie ab.
    • Sowohl Verwaltungs- als auch Abschlusskosten sind oft günstiger als bei der privaten Altersvorsorge, weil der Arbeitgeber aufgrund der größeren Anzahl an Verträgen oft lukrativere Tarife erhält.
    • Im Rahmen von Tarifmodellen ist es möglich, entsprechende Leistungen auf spezielle berufliche Risiken zuzuschneiden.
    • Neben der bAV können weitere Fördermöglichkeiten genutzt werden.
    • Durch die Entgeltumwandlung werden Beiträge direkt dem Bruttogehalt entnommen und bleiben damit steuerfrei.
  • Bausparvertrag: Der Abschluss eines Bausparvertrags kann sich auch nach der Berufstätigkeit noch rentieren. Experten empfehlen in diesem Fall einen Vertrag mit der kleinstmöglichen Bausparsumme abzuschließen und diesen mit einer kleinen Summe regelmäßig zu besparen. Das gewonnene Geld kann beispielsweise für Arbeiten am Haus verwendet werden. Wer einen solchen schon einige Jahre vor Rentenbeginn abschließt, kann direkt mit dem Renteneintritt davon profitieren. Gut zu wissen: Für den Erben besteht im Todesfall ein Sonderkündigungsrecht. Staatliche Zulagen bleiben dabei erhalten.

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