Barrierefreiheit: Wer zu Hause alt werden will, sollte rechtzeitig fürs Alter planen!

Altersgerecht Wohnen heißt für jedes Alter gerecht

Die eigenen vier Wände bieten Geborgenheit und Schutz. Eine Immobilie ist deswegen für viele Menschen mehr als eine reine Geldanlage. Es ist der Ort, an dem sie ihr ganzes Leben verbringen wollen. Doch im Laufe der Zeit können sich die Anforderungen ändern.

Altersgerecht Wohnen meint dabei nicht immer seniorengerecht, sondern generationengerecht das Haus oder die Wohnung passend auf das jeweilige Alter abzustimmen. Barrierefreiheit ist nicht immer eine Frage des Lebensalters. Auch junge Menschen können schon auf einen Rollstuhl angewiesen sein. Und wer einmal mit seinem Kinderwagen in einem Treppenhaus ohne Aufzug stand, kennt die Hürden die manchmal junge Mütter und Väter überwinden müssen. Daher sollten Besitzer von Wohnimmobilien rechtzeitig planen. Gerade seniorengerechte Wohnungen sind Mangelware. Wer darauf vertraut, schon eine passende Immobilie zu finden, der könnte schnell enttäuscht werden. Weniger als 5 % des Gesamtbestandes an Wohnungen in Deutschland entsprechen dem Attribut seniorengerecht. Da jedoch die Deutschen immer älter werden, steigt die Nachfrage jedes Jahr deutlich an. Ein Umbau kostet natürlich. Deswegen hängt die Umgestaltung nicht nur von der persönlichen Situation ab sondern auch von den finanziellen Verhältnissen.

Staatliche Förderung für barrierefreie Wohnungen

Wenn Besitzer einer Immobilie früh genug barrierefrei umbauen lassen, können sie sich meist noch im hohen Alter möglichst alleine darin bewegen und der Wunsch „Zu Hause alt werden“ kann in Erfüllung gehen. Der Staat unterstützt die einzelnen Maßnahmen: Entweder im einem zinsgünstigen Darlehen über die KfW oder sogar mit Zuschüssen mit bis zu 6.250 € (in Kombination mit Einbruchsschutz). Was wird alles gefördert:

  1. Wege zu Gebäuden und Wohnfeldmaßnahmen
    Hierunter fallen Wege zum Hauseingang, zu Stellplätzen und Garagen sowie zu Entsorgungseinrichtungen und sogar zu Spielplätzen. Achten Sie darauf, dass die Wege ausreichend breit angelegt sind und keine Schwellen und Stufen haben. Selbst Abstellplätze für Kinderwagen oder Rollstühlen sowie der automatische Antrieb von Garagentoren sind förderungsfähig.
  2. Eingangsbereich und Wohnungszugang
    Der Türeingang sollte breit genug sein, der Zugang sollte Handläufe am besten beidseitig haben und Rampen nur eine geringe Neigung.
  3. Überwindung von Treppen und StufenTreppen sollten mit rutschhemmenden Belägen und Handläufe ohne Unterbrechungen ausgestattet sein. Wenn im Haus kein Aufzug ist, wird selbst der Einbau eines Treppenlifts unterstützt.
  4. Umgestaltung der Raumaufteilung und Schwellenabbau
    Die Lebensgewohnheiten ändern sich und so sollten sich auch die Räume mit anpassen. Ist die Küche zu groß und das Schlafzimmer (bspw. wegen eines altersgerechten Betts) zu klein, wird auch dies begünstigt finanziert oder bezuschusst. Überprüfen Sie auch mögliche Schwellen zum Balkon oder zur Terrasse.
  5. Badumbau
    Denken Sie an bodengleiche Duschen, Einstiegshilfen für die Badewanne oder höhenflexible Waschbecken und WC’s. Auch sollte genügend Bewegungsfläche im Bad vorhanden sein. Viele ältere Menschen benötigen Unterstützung. Gegebenenfalls sollte die Tür nach außen hin öffnen oder eine Schiebtür angebracht werden.
  6. Sicherheit, Orientierung, Kommunikation
    Darunter fallen alle Systeme, die das Leben in den eigenen vier Wänden erleichtern wie elektrische Rollläden, zentrale Schalter für Licht und Türöffner sowie Notrufanlagen.
  7. Schaffung von Gemeinschaftsräumen, Mehrgenerationenwohnen
    Hierdurch können Gemeinschaftsräume entstehen oder geschaffen werden.

Sehr viele Maßnahmen werden staatlich gefördert. Ein Architekt, Wohnberater oder erfahrener Handwerker kann so am besten mit Ihnen den notwendigen Bedarf ermitteln. Sie können auch einzelne Fördermaßnahmen wie energetisches Sanieren mit altersgerechtem Wohnen und Barrierefreiheit kombinieren. Je früher die Maßnahmen umgesetzt werden, desto besser sind Sie abgesichert und können ohne Sorgen zu Hause alt werden.

 

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