Dividendensaison 2021: Sollten Sie Aktien kurz vor der Dividende kaufen?

Was sind Dividenden und Dividendenrendite

Beim Erwerb von Aktien wird der Käufer gleichzeitig auch zum Teilhaber des jeweiligen Unternehmens. Jedem Teilhaber (Aktionär) steht dann das Recht einer Gewinnbeteiligung, also einer Dividende, zu. Diese kann sich am Gewinn des Unternehmens orientieren, muss aber nicht. Es gibt auch Unternehmen, welche grundsätzlich keine Dividenden auszahlen. Dazu gehört beispielsweise Google. Meistens wird jedoch auf der jährlichen Hauptversammlung der Unternehmen bekannt gegeben und durch die Aktionäre beschlossen, wie hoch die aktuelle Dividende sein wird. Bei ausländischen Aktien, beispielsweise aus den Vereinigten Staaten oder Kanada, sind auch Quartals- oder Halbjahresdividenden gängige Ausschüttungsintervalle.

Dividenaktien - 1822direkt

Der Betrag wird entweder auf die Konten der Aktionäre ausgezahlt oder, in eher seltenen Fällen, in Form von Aktien ausgeschüttet. Diese werden dann dem Wertpapierdepot des Aktionärs gutgeschrieben. Die Dividende wird in der Regel als fester Geldbetrag pro Aktie berechnet. Der Wert der Aktie hat dabei keine Relevanz für die Höhe der Dividende. Entscheidend ist der Geschäftserfolg und die Anzahl der ausgegebenen Aktien.

Die Dividendenrendite wird vorrangig als Bewertungsgröße von verschiedenen Aktien genutzt. Denn hier wird die Dividende prozentual zum Aktienkurs berechnet. Bei dem Beispiel von eben haben wir also eine Dividende von 2 Euro je Aktie geteilt durch den aktuellen Aktienkurs von 20 Euro mal 100. Daraus ergibt sich eine Dividendenrendite von 10%. Durch die Relativierung der Dividende mit dem Aktienkurs wird der Vergleich zwischen verschiedenen Aktien ermöglicht.

Wann hat man Anspruch auf eine Dividende

Prinzipiell reicht es für einen Anspruch auf die Dividende, am Tag der Hauptversammlung die Aktien im Depot eingebucht zu haben. Die Aktie muss keinen bestimmten Zeitraum lang gehalten werden, damit ein Anspruch auf die Dividende besteht. So wird Ihnen beispielsweise nicht nur die Hälfte der Aktie ausgezahlt, wenn die Aktie erst seit einem halben Jahr in Ihrem Depot eingebucht ist. Der Investor ist auch nicht verpflichtet, die Aktie nach dem Kauf und der Dividendenzahlung noch ein ganzes Jahr zu halten.

Je nach Aktie und Hauptsitz des Unternehmens kann es jedoch zu abweichenden Dividendenzahlungsregelungen kommen. In Deutschland wird die Dividende oft erst am dritten Geschäftstag nach der Hauptversammlung ausgezahlt. Bei ausländischen Aktien können weitere Abweichungen auftreten. Häufig werden Gewinnbeteiligungen dort mehrmals pro Jahr ausgeschüttet, beispielsweise halbjährlich oder sogar je Quartal. Insofern kann es sich lohnen, die Informationen bei den Unternehmen nachzulesen. Diese findet man meistens auf den Webseiten der Unternehmen unter dem Punkt “Investor Relations”.

Kann man Aktien am Tag der Hauptversammlung kaufen

Am Tag der Hauptversammlung findet weiterhin ein regulärer Handel mit den Aktien statt. Die Einbuchung von Aktien erfolgt dabei immer zum Kauftag. In den meisten Fällen ist es also möglich, auch am Tag der Hauptversammlung noch zu investieren.

Dabei kann es sich lohnen, sich über aktuelle Infos zu den Dividendenzahlungen und den Hauptversammlungen zu erkundigen. So hatte beispielsweise Volkswagen im Jahr 2020 ein bestimmtes Datum festgelegt, bis zu welchem die Aktionäre ihre Anteile verbucht haben mussten, um einen Anspruch auf die Dividendenzahlung zu haben.

Was ist ein Dividendenabschlag?

An dem Tag, an dem die Dividende ausgezahlt wird, kommt es zum sogenannten Dividendenabschlag. Dabei handelt es sich um eine automatische, kurzzeitige Senkung des Aktienkurses. Der Kursverlust an diesem Tag entspricht nicht immer der exakten Dividende, da die Aktie weiterhin vom normalen Marktgeschehen beeinflusst wird.

Dieser Tag wird auch als Ex-Tag bezeichnet, da an diesem Tag die Aktie ohne Dividende gehandelt wird. Symbolisiert wird das auch durch den Kurszusatz “exD” (= Ex-Dividende). Dadurch kommt es zum Kursverlust, denn ohne die bevorstehende Dividendenzahlung ist die Aktie weniger wert. In den meisten Fällen erholt sich der Kurswert in kurzer Zeit wieder, da das Börsengeschehen sehr schnelllebig ist und Aktionäre die zukünftige Dividende wieder im Kurs berücksichtigen werden.

Aktien lieber vor der Dividendenausschüttung kaufen oder danach?

Der Tag nach der Hauptversammlung wird auch als Ex-Tag bezeichnet. An diesem Tag kommt es zum Dividendenabschlag, bei dem der Aktienkurs gesenkt wird. Die Meinungen spalten sich dahingehend, ob man Aktien am besten kurz vor oder nach diesem Tag kaufen sollte. Im Folgenden finde Sie einige Vor- und Nachteile der beiden Optionen.

Vor Ex-Dividenden-Tag

Wenn Sie sich dafür entscheiden, eine Aktie kurz vor der Hauptversammlung zu kaufen, dann können Sie sich in kurzer Zeit über Ihre Dividende freuen. Der Kauf kurz vor der Dividendenzahlung birgt sowohl Vor- und Nachteile.

  • Die Dividende wird mitgenommen: Sie erhalten direkt eine Dividendenzahlung pro erworbener Aktie. Je mehr Aktien Sie halten, desto höher fällt die Dividende aus.

  • Die Preise steigen stark an: Wenn die Auszahlung der Dividende einer Aktie kurz bevorsteht, steigen häufig nochmal viele Anleger in diese Wertpapiere ein, um die Dividende zu erhalten. Dadurch kommt es zum Kursanstieg. Wer also kurz vor dem Ex-Dividenden-Tag noch Aktien erwerben möchte, sollte sich auf hohe Preise einstellen.

  • Dividendenabschlag: Anleger, welche die Aktien nur kurz halten möchten, um die Dividendenzahlung zu bekommen, sollten den Dividendenabschlag bedenken. Denn durch diesen fällt der Betrag der Aktie am Tag der Auszahlung um den Dividendenbetrag ab. Kurzzeitig kommt es hier also zum Nullsummenspiel, es wird weder Gewinn noch Verlust erzielt. Der Preis der Aktie kann sich in den nächsten Tagen wieder normalisieren. Dennoch bleibt das Risiko, dass trotz der Dividende kurzfristig für den Anleger kein Gewinn beim Verkauf erzielt werden kann.

Nach Ex-Dividenden-Tag

Der Aktienerwerb nach Auszahlung der Dividendenrendite mag im ersten Moment nachteilig erscheinen, da Sie den vermeintlichen Geldsegen gerade verpasst haben. Und dennoch bietet auch diese Variante bei genauerem hinschauen einige Vorteile.

  • Niedrige Kurse: Nachdem die Dividende ausgezahlt wurde, fallen die Kurse. Dies liegt am Dividendenabschlag. Für interessierte Anleger kann es zum Vorteil sein, in diesem Moment zu investieren. Denn sie können die Aktien kurzfristig zu einem günstigeren Kurs erwerben.

  • Schneller Kursanstieg: Zusätzlich zu den niedrigen Kursen gibt es zu diesem Zeitpunkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Preis der Aktie relativ schnell wieder auf den Wert vor der Dividendenzahlung ansteigt.

  • Nächste Dividende ist lange hin: Wer sich jedoch gerne an den Dividendenzahlungen erfreut, wird mit dieser Option weniger glücklich. Denn die nächste Dividende wird, in der Regel, erst wieder in einem Jahr ausgezahlt werden.

Fazit

Schlussendlich hängt es von Ihrer Anlagestrategie ab, für welche der beiden Optionen Sie sich entscheiden. In beiden Fällen bieten sich Ihnen sowohl Vor- als auch Nachteile, welche gründlich abgewogen werden sollten.