Cyberkriminalität: So schützen Sie sich vor Online-Betrug

Das Spektrum von Cyberkriminalität ist breit und Betrügereien spielen sich längst nicht immer nur im Internet ab. Online-Betrüger werden richtig kreativ, wenn es darum geht, an Ihre Bankdaten zu kommen. So kann es passieren, dass Sie unerwartete Anrufe von angeblichen Anlageberatern bekommen, eine mysteriöse E-Mail erhalten oder beim Surfen auf verlockende Angebote stoßen, die zu schön klingen, um wahr zu sein.

Cybercrime - 1822direkt

Die Versprechen der Betrüger ähneln sich: Sie müssen fast nichts tun, um eine hohe Summe Geld zu verdienen. Manchmal fragt man Sie auch nach einer kleinen Investition, für die Sie im Gegenzug hohe Erträge erwarten können. Besondere Vorsicht ist auch bei Anlagetipps aus den sozialen Medien geboten.

Online-Betrüger machen sich tatsächlich ganz schön viel Arbeit, um so glaubwürdig wie möglich zu wirken. So werden nicht selten Fake-Anrufe und eigens für die Betrugsmasche erstellte Websites kombiniert, um die vermeintlichen „Fakten“ des Anrufers zu bestätigen.

In diesem Ratgeber stellen wir Ihnen einige der aktuell bekannten Maschen vor und geben Ihnen Beispiele, damit Sie auf derlei Situationen gut vorbereitet sind und angemessen reagieren.

Anlagebetrug am Telefon

Besonders beliebt unter Online-Betrügern ist die Betrugsmasche am Telefon: Sie erhalten einen vielversprechenden Anruf von einem vermeintlich seriösen Berater. Er erzählt Ihnen von einer ertragreichen Anlagemöglichkeit: Sie müssen lediglich eine mittelhohe Summe in ein aufstrebendes High-Tech-Unternehmen investieren, welches kurz vorm Durchbruch steht. Nach einem Börsengang – so wird es Ihnen versprochen – schnellen die Aktienkurse der Firma garantiert in die Höhe, wovon Sie wiederum profitieren. Anfangs sind Sie skeptisch und greifen zum Laptop, um mehr über dieses Unternehmen zu erfahren. Und tatsächlich: Sie finden eine Website, die die Informationen des Anrufers bestätigen.

Doch Vorsicht: Betrüger wissen, dass ein Anruf allein Sie womöglich nicht überzeugen wird, und haben darum extra eine Homepage eingerichtet. So wollen sie seriöser wirken und ihre Glaubwürdigkeit steigern.

Oft handelt es sich hierbei um ein Schneeballsystem. Mit dem Geld der ersten Anleger werden anderen Betrugsopfern kleine Gewinnausschüttungen gezahlt, um glaubwürdig zu erscheinen. Doch die Betrüger zielen immer darauf ab, Anleger zu weiteren Kapitalinvestitionen zu bewegen. In der Regel agieren die Täter über Callcenter aus dem Ausland. Auch das Geld landet dann auf dubiosen Konten in Übersee.

Job-Scamming und Identitätsdiebstahl

Beim sogenannten Job-Scamming versuchen Betrüger, Ihre Identität bei einer vermeintlichen Bewerbung zu stehlen. Sie erstellen eine gefälschte Website, die einer realen und existierenden Firma gleicht. Die Fälschung ist für Sie kaum erkennbar. Durch fingierte Stellenanzeigen locken sie potenzielle Opfer auf ihre Website. Das Bewerbungsverfahren soll ausschließlich online ablaufen. Damit die Identität des Bewerbers allerdings verifiziert werden kann, soll ein Konto bei einer Bank eröffnet werden. Dieses Konto würde dann einzig für das Video-Ident-Verfahren verwendet werden.

Die Realität sieht allerdings anders aus: Die Betrüger haben das Konto bereits vorher schon im Namen des Bewerbers angelegt, jedoch mit falschen Kontaktdaten, die nur die Betrüger kennen. Nach der Identifizierung des Bewerbers durch das Video-Ident-Verfahren eröffnet die Bank dann das Konto in dessen Namen, allerdings mit den zuvor falsch angegebenen Kontaktdaten. So können die Täter jederzeit auf das Konto zugreifen – dem Missbrauch sind Tür und Tor geöffnet.

Fake-Anrufe – die neue Art von Phishing

Online-Betrug durch sogenanntes Phishing ist an sich nicht neu. Es wurde über lange Zeit fast ausschließlich über das Internet betrieben. Vielleicht haben Sie selbst auch schon einmal eine E-Mail oder SMS von einer vorgeblichen Bank erhalten, in der Sie gebeten wurden, sich über einen Link auf Ihrem Konto einzuloggen. Der Klick auf den Link führt allerdings zu einer Fake-Website. Wer den Betrug noch nicht erkannt hat und dort seine Zugangsdaten eingibt, kann Pech haben: Die Daten werden nämlich gespeichert und sind für die Betrüger zugänglich.

Heutzutage ist diese Art von Phishing zum Glück nicht mehr von Erfolg gekrönt. Die Sicherheitsstandards der Banken werden immer besser, z. B. durch Einsatz von TANs oder durch die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Doch die Betrüger geben nicht auf und haben eine neue Masche, das „Social Enginering“.

Beim Social Engineering geben sich Betrüger am Telefon als angebliche Berater Ihrer Hausbank aus und versuchen, Ihre Daten auszuspähen. Der vorgebliche Bankmitarbeiter erzählt Ihnen von einer Überweisung, die von Ihrem Konto ausgehen soll, ihm aber verdächtig vorkäme. Es ist auch möglich, dass er Ihnen von Geldbeträgen erzählt, die Ihnen noch zustehen und gerne überweisen möchte. Oder er täuscht Probleme mit Ihrem Konto in Bezug auf die Sicherheit beim Online-Banking vor bzw. er erzählt Ihnen von Sicherheitslücken bei Kredit- oder Debitkarten. In jedem Fall wird er nach Ihren Kontodaten fragen. Seit einiger Zeit schaffen es die Betrüger sogar, dass Ihr Handydisplay tatsächlich die Nummer der Bank anzeigt. So verschaffen sie sich mehr Glaubwürdigkeit.

Man muss also nicht ausgesprochen naiv sein, um auf solche Tricks hereinzufallen. Nicht selten erhalten die Betrüger dann Kontonummern, Zugangsdaten zum Online-Banking oder sogar TANs und PINs von ihren Opfern – und ihrem Ziel, Überweisungen zu Lasten der Betrugsopfer auszuführen, steht nichts mehr im Wege.

Geldwäsche

Vielleicht sind Sie im Internet schon mal auf dubiose Stellenanzeigen gestoßen oder haben E-Mails erhalten, in denen Rede von „leicht verdientem Geld“ ist. Gesucht werden sogenannte Finanzagenten. Tatsächlich scheint die Arbeit unkompliziert zu sein: Sie sollen lediglich Geldbeträge, die Ihnen von Dritten überwiesen werden, per Bargeldversand oder über einen Finanztransferdienstleister (z. B. Western Union) ins Ausland transferieren. Die Geschichten, warum diese Transfers notwendig seien, können ganz unterschiedlich sein. Ihr Vorteil dabei: Sie dürfen 5-20 % des Betrages als „Lohn“ behalten. Doch das Prinzip dient einzig und allein der Geldwäsche. Diese Geldbeträge stammen nämlich ebenfalls von Betrugsopfern. Das können z. B. Phishing-Opfer sein, deren Zugangsdaten für ihr Konto ausgespäht wurden. Auch Käufer in betrügerischen Online-Shops oder Bieter bei angeblichen Online-Versteigerungen, die ihre ersteigerten Waren nie erhalten haben, sind unter den Opfern. Kommen sie aber hinter den Betrug und verlangen ihr Geld zurück, bleiben Sie nicht nur als Finanzagent auf den Kosten sitzen, sondern machen sich sogar der Geldwäsche schuldig.

Checkliste: So werden Sie nicht zum Opfer von Online-Betrug

  • Gehen Sie sorgsam mit Ihren sensiblen Daten um.

  • Prüfen Sie immer, wer Sie kontaktiert und mit wem Sie es zu tun haben.

  • Kontrollieren Sie Websites immer auf Echtheit.

  • Lassen Sie sich nie unter Zeitdruck setzen.

  • Bleiben Sie immer über derzeit verbreitete Betrugsmaschen informiert.

Unsere Tipps – So prüfen Sie Anlagetipps auf Seriosität

Neben den oben genannten Punkten sollten Sie außerdem folgende Tipps befolgen:

  • Lassen Sie sich nicht von scheinbar hohen Zustimmungswerten täuschen.

  • Informieren Sie sich ausgiebig über ein angepriesenes Investment.

  • Hinterfragen Sie die finanziellen Motive des Anlagetippgebers.

  • Walten Sie bei sehr hohen Gewinnversprechen besondere Vorsicht.

  • Seien Sie besonders skeptisch, wenn Sie für die Beratung auf private Messenger-Dienste wechseln sollen.

Fazit: Geben Sie Online-Betrügern keine Chance

Wenn es darum geht, persönliche Daten – insbesondere Konto- und Kreditkartendaten – preiszugeben, sollten Sie besonders vorsichtig sein. Trauen Sie vor allem keinen Anrufern, selbst wenn diese bereits einige Ihrer Daten zu kennen scheinen. Denn dafür reicht oftmals schon eine kurze Internetrecherche. Sollten Sie von einem Bankmitarbeiter angerufen werden, rufen Sie zunächst die Ihnen bekannte Nummer Ihrer Bank zurück und prüfen Sie die Ihnen vorgelegten Tatsachen. Auf keinen Fall sollten Sie sich am Telefon unter Druck setzten lassen! Niemals würden Bankangestellte Sie persönlich um eine TAN bitten – dieses Verfahren wird ausschließlich im Online-Banking eingesetzt.

Wenn Ihnen ausgesprochen gewinnträchtige Anlagechancen oder die Chance auf einen lukrativen Zusatzverdienst ohne erkennbare Arbeitsleistung Ihrerseits angeboten werden, sollten Sie immer skeptisch sein – es handelt sich hier fast immer um Betrugsversuche.

Das gilt auch bei einer Aufforderung zur Einreichung persönlicher Legitimationsunterlagen per Kopie sowie bei unerwarteten Transaktionen – Einzahlungen eingeschlossen – auf Ihrem Konto. Erstatten Sie im Zweifel immer Strafanzeige bei der Polizei. Und zwar auch dann, wenn Sie nur vermuten, dass Sie Opfer einer Straftat geworden sind.

Wann immer es um Ihr Konto oder Ihre Kreditkarte geht (z. B. PINs, TANs, Passwörter oder Zugangsdaten für das Online-Banking), kontaktieren Sie zunächst Ihre Bank. Haben Sie trotz aller Vorsicht sensible Daten preisgegeben oder vermuten Sie, Opfer von Betrug geworden zu sein, lassen Sie so schnell wie möglich Ihr Konto sperren – und zwar am besten, bevor ein Schaden entstanden ist.

Und wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie sich mit unserem InternetSchutz gegen finanzielle Schäden im Internet absichern

Zum InternetSchutz