Bauzinsenentwicklung 2021: Die Bauzinsen-Prognose unseres Experten

  • Werden die Bauzinsen 2021 steigen oder fallen? Alexander Naumann, Leiter des 1822direkt Immobiliencenters, über die wahrscheinliche Bauzinsenentwicklung.

  • Corona-Pandemie und die große Geldpolitik der EZB: Was sich auf die Baufinanzierungs-Zinsen und Immobilienpreise 2021 auswirkt.

  • Jetzt möglichst schnell eine günstige Baufinanzierung abschließen? Oder lieber abwarten? Was Sie momentan wissen sollten, wenn Sie den Hausbau planen.

Wer bauen will, kann sich seit Jahren über niedrige Zinsen für ein Darlehen freuen. Aktuell liegt der durchschnittliche Zinssatz für einen Baukredit mit 10 Jahren Laufzeit bei gerade einmal 0,68 %. Doch wird das auch so bleiben? Drohen 2021 höhere Zinsen und wird das eigene Bauvorhaben dadurch teurer?

Antworten liefert Alexander Naumann, Bereichsleiter Kundenservice und Immobiliencenter der 1822direkt. Seine Bauzinsen-Prognose 2021:

  • „Wir erwarten, dass die zehnjährigen Bundesanleihen als Benchmark leicht steigen, den negativen Bereich jedoch nicht verlassen werden. Analog dürften sich die Zinsen für Immobilienfinanzierungen selbst bei leichter Erhöhung weiterhin auf dem niedrigen Niveau bewegen. Wir prognostizieren mithin keine Trendwende bei der Zinsentwicklung. Ein Unsicherheitsfaktor sind die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Als Folge könnten die Risikozuschläge steigen.“

Keine Trendwende bei der Bauzinsentwicklung 2021

Angst vor deutlich steigenden Zinsen müssen Sie aktuell also nicht haben, wenn Sie bauen wollen, aber noch nicht das Richtige gefunden haben. Unser Experte macht deutlich, was 2021 für die Entwicklung der Bauzinsen wichtig ist:

  • Die Zinsen für Immobilienkredite orientieren sich an den Zinsen für Bundesanleihen. Das sind die Wertpapiere, die der Bund herausgibt, um seine Ausgaben zu finanzieren. Wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sind die Zinsen der Bundesanleihen im Minusbereich. Das heißt: Auch, wenn sie steigen sollten, bleiben die Bauzinsen auf einem niedrigen Niveau. Also gibt es voraussichtlich keine generelle Trendwende zu deutlich teureren Immobilienkrediten.

  • Auf der anderen Seite kann Corona für Unsicherheit sorgen: Falls die Pandemie verstärkt zu Firmenpleiten, Entlassungen und steigender Arbeitslosigkeit führen sollte, wären die Banken gezwungen, höhere Risikozuschläge zu berechnen. Das heißt: In diesem Fall könnten die Bauzinsen leicht steigen.

Auch wenn es voraussichtlich keine deutlich steigenden Zinsen geben wird, gehen die meisten Bauwilligen derzeit auf Nummer sicher: „Es werden überwiegend Darlehen mit langen Laufzeiten nachgefragt. Der Schwerpunkt der Nachfrage liegt bei einer Zinsbindung von 15 Jahren“, berichtet Alexander Naumann. Das heißt: Die meisten Menschen wollen sich die aktuell niedrigen Zinsen für längere Zeit sichern. Waren früher 10 Jahre Zinsbindung üblich, geht der Trend jetzt zu 15 Jahren, obwohl eine längere Bindung mit etwas höheren Zinsen erkauft werden muss.

Und wie sieht es mit den Immobilienpreisen 2021 aus?

Wenn Sie bauen wollen, schauen Sie nicht nur auf die Entwicklung der Zinsen. Genauso spannend ist die Frage nach den Immobilienpreisen. Wird es weiter so rasant aufwärts gehen wie in den vergangenen Jahren? Oder kommt der Preis-Knick durch Corona? Die Antwort von 1822direkt-Experte Alexander Naumann:

  • „Der Markt für private Wohnimmobilien wird weiterhin von einem Nachfrageüberhang geprägt und somit zusätzlich vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen robust bleiben. Die Auswirkungen der sich abzeichnenden Rezession in Deutschland dürfte die durchschnittliche Preisentwicklung im neuen Jahr lediglich etwas verlangsamen.“

Der Fachmann prognostiziert also, was sich bereits 2020 gezeigt hat: Die Preise steigen trotz Pandemie weiter. Nach den Zahlen von Stiftung Warentest ist der Preis für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen vom 3. Quartal 2019 bis zum 3. Quartal 2020 deutschlandweit im Schnitt um 7,3 % gestiegen (Quelle: Stiftung Warentest, www.test.de, 08.12.2020).

Auffällig ist dabei diese Entwicklung: In den großen Städten, wo Eigentum für Normalverdiener ohnehin schon unerschwinglich ist, verlangsamt sich der Anstieg. Dafür werden Immobilien im Umland und vielen ländlicheren Regionen teurer. Der Trend geht aufs Land. Und diese Tendenz hat Corona offenbar noch einmal verstärkt. Das Haus im Grünen wird zu einer echten Alternative, weil Städte in Zeiten des Lockdowns an Attraktivität verlieren.

Fazit: Was diese Prognosen für Sie bedeuten, wenn Sie den Umzug in die eigenen vier Wände planen

  • Angst vor deutlich steigenden Zinsen ist aktuell nach Ansicht vieler Experten unbegründet. Die Zinsen werden wahrscheinlich noch längere Zeit auf dem niedrigen Niveau verbleiben. Wenn Sie also noch etwas warten wollen, beispielsweise um mehr Eigenkapital aufzubauen, können Sie sich diese Zeit nehmen. Es ist aller Voraussicht nach nicht zu befürchten, dass die Finanzierung dann plötzlich zu teuer sein wird.

  • Wer das richtige Objekt oder Bauvorhaben findet, sollte allerdings auch nicht allzu zögerlich sein und sich besser schnell dafür entscheiden, wenn die Rahmenbedingungen passen. Denn die Preise erhöhen sich weiterhin. Die Pandemie konnte den Preisanstieg bei Immobilien nicht stoppen. Spürbar teurer wird es jetzt auch im Umland. Die Zeit der Schnäppchen könnte damit auf dem Land bald vorbei sein.

Tipp: Sie planen, selbst ein Haus zu bauen oder zu kaufen? Suche und Entscheidung fallen am leichtesten, wenn Sie sich rechtzeitig um die Finanzierung kümmern. Dann wissen Sie, was Sie ausgeben können und welche monatlichen Zahlungen für Zins und Tilgung auf Sie zukommen.

Ihr Startpunkt: Der Baufinanzierungsrechner der 1822direkt

Dort benötigen Sie lediglich drei Angaben: Kaufpreis, Eigenkapital und Postleizahl Ihrer Traumimmobilie. Mit einem Klick bekommen Sie somit einen Überblick über die monatliche Rate und können anschließend die Beratung unserer Baufinanzierungsexperten anfordern.