Alternative zum Tagesgeldkonto? Was Sie über Anleihen wissen sollten

  • Wer nach einer Möglichkeit sucht, sein Geld möglichst ohne große Risiken zu vermehren, landet ganz schnell beim Thema Anleihen.
  • Während die Ersparnisse auf dem Tagesgeldkonto durch Verwahrentgelte, Negativzinsen und Inflation spürbar angeknabbert werden, versprechen Anleihen noch sichere Zinseinnahmen.
  • Sind Anleihen deshalb für Sie eine echte Alternative zum Tagesgeldkonto? Hier ist das Wichtigste, was Sie zu diesem Thema wissen müssen.
1822direkt - Anleihen

Was ist überhaupt eine Anleihe

Anleihen – auch Obligationen, Bonds oder Renten genannt – sind Schuldverschreibungen mit einer bestimmten Laufzeit und mit fester oder variabler Verzinsung. Unternehmen, Institutionen oder auch Staaten nutzen Anleihen, um sich zu finanzieren. Das heißt, vereinfacht ausgedrückt: Wenn Sie beispielsweise eine Unternehmensanleihe kaufen, geben Sie diesem Unternehmen einen Kredit und kassieren dafür Zinsen. Am Ende der Laufzeit bekommen Sie Ihr Geld zurück.

Viele Jahrzehnte waren Bundesschatzbriefe hierzulande eine weitverbreitete Geldanlage. Es handelte sich dabei um öffentliche Anleihen. Deshalb waren sie besonders beliebt bei Menschen, die ihr Geld möglichst sicher und ohne jedes Risiko anlegen wollten. Der Nachteil dabei schon immer: Die Rendite war äußerst mager.

Der letzte Bundesschatzbrief, der 2019 auslief, hat gerade einmal 0,68 Prozent gebracht – und das nicht etwa pro Jahr. Die 0,68 Prozent Rendite gab es für die gesamte Laufzeit von sieben Jahren. Das war also auch nicht viel besser als die Zinsen beim Tagesgeldkonto heute.

Anleihen und Aktien: Das ist der Unterschied

  • Wenn Sie in die Aktie eines Unternehmens investieren, kaufen Sie einen Anteil des Unternehmens. Sie sind also Mitinhaber, bekommen Stimmrecht bei der Hauptversammlung und vor allem: Sie haben die Chance, bei Kursanstiegen hohe Gewinne zu erzielen. Das erkaufen Sie sich mit dem Risiko, bei fallenden Kursen Geld zu verlieren.
  • Wenn Sie in die Anleihe eines Unternehmens investieren, haben Sie kein Stimmrecht. Sie sind Kapitalgeber und nicht Mitinhaber des Unternehmens. Auch wenn Sie Anleihen wie Aktien kaufen und verkaufen können, ist das Kurspotenzial sehr klein. Dafür haben Sie den Vorteil der weitgehend sicheren Zinszahlung.

André Kostolany, Buchautor und Anlegerlegende, hat einmal gesagt: „Wer gut essen will, kauft Aktien; wer gut schlafen will, kauft Anleihen.“

Auch bei Anleihen gibt es Negativ-Zinsen

Anleihen und besonders Staatsanleihen von Ländern, die als solide gelten, sind bei großen Anlegern seit Jahren so gefragt, dass auch sie mit Negativ-Zinsen ausgegeben werden. Das heißt also auch bei vielen Staatsanleihen: Die Investoren verzichten auf Zinsen und bekommen am Ende der Laufzeit weniger Geld zurück, als sie für die Anleihen bezahlt haben. Also gibt es hier praktisch keinen Vorteil gegenüber dem Tagesgeldkonto.

Bleiben Unternehmensanleihen als Alternative für sicherheitsbewusste Anleger. Wie hoch die Zinsen bzw. die Renditen hier sind, hängt von der Bonität, also der Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Unternehmens und der Laufzeit der Anleihe ab. Ist das Unternehmen solide und hat eine gute Bonität, ist das Risiko niedrig und damit auch die Rendite. Zurzeit können Anleger in diesem Fall mit ca. durchschnittlich rund 2 Prozent Rendite pro Jahr rechnen. Angesichts der Inflation wäre das kein echter Zuwachs – aber immerhin besser als der schleichende Verlust beim Tagesgeldkonto.

Wichtig: Wer in Anleihen investieren will, braucht dazu auf jeden Fall ein Wertpapierdepot

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