Zusätzliche Absicherung im Alter ist sinnvoll

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, zum Pflegefall zu werden, dramatisch an. Das belegt die Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes:

Während bei den 70- bis 74-Jährigen erst jeder zwanzigste Pflegebedarf hat, ist bei den 80- bis 84-Jährigen schon jeder fünfte betroffen. In der Altersgruppe der 90- bis 94-Jährigen klettert die Pflegequote sogar auf über 60 %. Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl pflegebedürftiger Menschen nach aktuellen Berechnungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) um fast eine Millionen Menschen ansteigen*.Für die Betroffenen ist der Pflegefall meist mit extremen finanziellen Belastungen verbunden. Ein Heimplatz für Schwerstpflegebedürftige kostet oft weit über 3.000 Euro pro Monat.

Da immer mehr Menschen ein hohes Alter erreichen und somit ein höheres Pflegerisiko besteht, wurde 1995 die gesetzliche Pflegeversicherung eingeführt. Sowohl gesetzlich Versicherte als auch Privatpatienten müssen einzahlen. Auch als Rentner zahlen Sie weiter Beiträge zur Pflegeversicherung.

Achtung: Trotz unterschiedlicher Beiträge erhalten gesetzlich und privat Versicherte im Pflegefall aus der Pflichtversicherung die gleichen Leistungen!

Mix von Voraussetzungen bestimmt Leistungshöhe

Übernehmen Angehörige die Pflege, erstattet die gesetzliche Kasse monatlich zwischen 244 Euro (Pflegestufe I) und 728 Euro Pflegegeld (Pflegestufe III). Zusätzlich zum Pflegegeld können bei Bedarf teilstationäre Leistungen (Tages- oder Nachtpflege) in Anspruch genommen werden.

An der stationären Pflege im Heim beteiligt sich die Kasse 2016 mit maximal 1.612 Euro monatlich in Pflegestufe III (in besonderen Härtefällen 1.995 Euro). In Pflegestufe I sind es 1.064 Euro, in Pflegestufe II 1.330 Euro.

Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung bei Pflege im Heim (ab 2016)
Pflegestufe I 1.064 Euro
Pflegestufe II 1.330 Euro
Pflegestufe III 1.612 Euro

Die Einteilung in Pflegestufen erfolgt durch Gutachter des Medizinischen Dienstes

Aus drei Pflegestufen werden 2017 fünf Pflegegrade

Durch das Pflegestärkungsgesetz II wird sich der Kreis der anspruchsberechtigten Versicherten ab 2017 weiter vergrößern. Anstelle der heutigen drei Pflegestufen gelten dann fünf Pflegegrade. Ab 2017 betragen die Leistungen beispielsweise 1.775 Euro bei Pflegegrad 4 und sogar bis zu 2.005 Euro bei Pflegegrad 5.

Das hört sich zwar viel an, dennoch müssen gesetzlich Versicherte auch künftig bis zu 580 Euro der reinen Pflegekosten monatlich aus eigener Tasche zahlen. Dazu kommen noch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, die in jedem Fall vom Pflegebedürftigen selbst getragen werden müssen

Unterm Strich bietet die gesetzliche Pflegeversicherung somit eine erste Absicherung. Doch vor allem für die Menschen, die nicht auf die private Pflege durch Angehörige zurückgreifen können, bleibt eine große Pflegelücke, warnt Stiftung Warentest.** Wer als Pflegefall nicht sein komplettes Vermögen aufzehren möchte, sollte rechtzeitig eine private Pflegezusatzversicherung abschließen.

*Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Details unter http://www.bib-demografie.de

** Quelle: Finanztest, Themenpaket Pflege und Versicherung 05/2015 & Private Pflegeversicherung im Test: So füllen Sie die Pflegelücke 04/2015

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