Zunehmende Beliebtheit von ETFs

Die Beliebtheit von ETFs, die an der Börse gehandelt werden und die Wertentwicklung eines Index abbilden, hat im vergangenen Jahr stark zugenommen:

Zunehmende Beliebtheit von ETFs / Bild: everything possible/Shutterstock

Zunehmende Beliebtheit von ETFs / Bild: everything possible/Shutterstock

Ende Dezember hatten Privatanleger in Deutschland über 10 Milliarden Euro in ETFs investiert. Insbesondere ETF-Sparpläne sind bei Privatanlegern sehr beliebt: Die Anzahl dieser Sparpläne hat im Jahr 2016 um 50 Prozent zugenommen. Das monatliche Sparvolumen der Verträge liegt bei knapp 48 Milliarden Euro.

 

Auch global betrachtet steigt die Nachfrage nach ETFs: Die Fondsgesellschaft iShares konnte eine Investition in ETFs in Höhe von rund 375 Milliarden US-Dollar verzeichnen. Betrachtet man die Entwicklung innerhalb Europas, zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: Auch hier investierten Anleger 2016 rund 43 Milliarden Euro in ETFs. Was macht nun ETFs so beliebt und wie funktionieren sie überhaupt?

Wie funktionieren ETFs?

Ein ETF (Exchange-Traded-Fund) ist ein Investmentfonds, der an der Börse gehandelt wird. Er bildet die Wertentwicklung eines Indexes, beispielsweise des Dax, in nur einem Wertpapier ab. ETFs wurden vor mehr als zwei Jahrzehnten auf den Markt gebracht. Ursprünglich investierten sie nur in Aktien, später auch in Anleihen, um Anlegern den Anleihen-Markt zugänglicher zu machen. Sie funktionieren wie klassische Aktienfonds, mit dem Unterschied, dass sie, anders als Investmentfonds, an der Börse notiert sind. Ein ETF bündelt ein Portfolio aus Wertpapieren, das aus Aktien oder Anleihen besteht, in einem Paket.

Klassische Fonds können Sie nur einmal täglich handeln, ETFs hingegen, wie Aktien, zu Börsenzeiten. Der Kurs bestimmt sich durch den Markt. Ein ETF ist ein Paket aus Wertpapieren. Daher entspricht der Kurs in der Regel dem Gesamtwert der zugrunde liegenden Aktien oder Anleihen. Ein solches Paket kann die Wertentwicklung eines Index, bestehend aus mehreren an der Börse notierten Unternehmen nachbilden. Dazu gibt es zwei Arten wie ETFs einen Index nachbilden:

  • Physischer ETF
    Der Anbieter versucht den Index nachzubilden, indem er die gleichen Wertpapiere mit der gleichen Gewichtung kauft.

    Wie funktionieren ETFs? / Bild: Rawpixel.com/Shutterstock

    Wie funktionieren ETFs? / Bild: Rawpixel.com/Shutterstock

    Beispiel: Fresenius ist mit 10 Prozent im Dax Index gewichtet. Der Anbieter investiert entsprechend 10 Prozent des Vermögens in Aktien von Fresenius.
    Bei großen Aktienindizes wie zum Beispiel dem MSCI World wird die Methode des Sampling angewendet: Der Anbieter hält dabei nur eine Auswahl an Wertpapieren im Index, um die Wertentwicklung nachzubilden.

  • Synthetischer ETF
    Der Index wird mit derivativen Komponenten nachgebildet was zum Vorteil hat, dass die synthetische Form den Index sehr genau nachbildet. Dividenden werden als Kursgewinn betrachtet, folglich erfolgt die Besteuerung auf den Gewinn erst zum Zeitpunkt der Veräußerung.

Für die meisten Anbieter ist es schwierig, alle Wertpapiere aus einem Index einzeln zu kaufen oder zu verkaufen. Das wäre außerdem teuer. Einfacher ist es, Exchange-Traded-Funds mit einer Auswahl an Aktien oder Anleihen zu handeln.

Warum sind ETFs so lukrativ?

Die Auswahl an Fonds ist groß, die Qualität sehr unterschiedlich: Fondsmanager erzielen in der Regel keine höhere Rendite als der Index. Empirische Studien belegen, dass es dem Fondsmanager langfristig nicht möglich ist, die Gesamtmarktrendite zu übertreffen. ETF-Sparpläne sind besonders attraktiv, weil eine Investition bereits in kleinen Beträgen möglich ist. Sie sind gerade unter Renditeaspekten besonders attraktiv aufgrund der aktuell niedrigen Zinsen. Andere Geldanlagen kommen meist nur für ein oder zwei Sparziele in Frage, wohingegen sich ETFs für unterschiedliche Sparzwecke verwenden lassen. Investmentfonds können sich beispielsweise für den langfristigen Aufbau von Vermögen anbieten. Anleger setzen auch auf Investmentfondslösungen, wenn sie die Chancen am Kapitalmarkt jeweils bestmöglich nutzen möchten. Demgegenüber stehen jedoch Verluste aufgrund von Währungsschwankungen, die bei der Investition in Fonds nicht ausgeschlossen werden können. ETFs bieten Anlegern folgende Vorteile:

Geringe Kosten

Im Unterschied zu handelsüblichen Fonds ist bei ETFs kein aktives Management erforderlich. Daraus folgt, dass die Kosten in der Regel geringer sind. Verwaltungsgebühren bei aktiv gemanagten Aktienfonds betragen etwa 1,5 bis 2 Prozent des Fondsvermögens. Die Gebühren für ETFs liegen nur zwischen 0 und 0,8 Prozent.
Bei ETFs fallen keine Ausgabeaufschläge an. Es sind nur die an der Börse üblichen Transaktionskosten, wie Grundentgelt und Orderprovision zu zahlen.
Für den Kauf und Verkauf aktiv gemanagter Fonds fallen Börsengebühren an. Beim An- und Verkauf eines Fondsanteils fällt lediglich die Differenz von An- und Verkaufskurs eines ETFs an (sogenannter Spread).

Hohe Flexibilität

ETFs können täglich an der Börse gekauft und verkauft werden. So hat man die Möglichkeit, jederzeit flexibel auf die Marktsituation zu reagieren.
Klare Trennung
Bei ETFs handelt es sich um Sondervermögen. Das heißt, die Fondsgesellschaft hat ein Konto bei einer Verwahrungsbank, wo das Vermögen des Exchange-Traded-Funds eingelagert ist. Die Anteile werden also getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft aufbewahrt. Somit ist es sicher vor einer möglichen Insolvenz der Gesellschaft: Wird sie zahlungsunfähig, sind Ihre ETF-Anteile davon nicht betroffen. Bei Swap-basierten und replizierenden ETFs mit Wertpapierleihe können allerdings Kontrahenten-Risiken bestehen.

Hohe Transparenz

Warum sind ETFs so lukrativ? / Bild: PORTRAIT IMAGES ASIA BY NONWARIT/Shutterstock

Warum sind ETFs so lukrativ? / Bild: PORTRAIT IMAGES ASIA BY NONWARIT/Shutterstock

Welche Wertpapiere in einem Investmentfonds enthalten sind, können Anleger oft nur schwer nachvollziehen: Diese Informationen werden meist nur stichtagbezogen und mit zeitlicher Verzögerung veröffentlicht. Im Gegensatz dazu lassen sich die zugrunde liegenden Wertpapiere sowie die Wertentwicklung von ETFs leicht nachvollziehen: Sie setzen sich aus denselben Aktien zusammen wie der zugehörige Index. Der jeweilige Börsenindex ist in der Tageszeitung oder in Internetportalen aufgeführt. Damit bieten ETFs eine hohe Transparenz. Eine Garantie dafür, dass der Referenzindex zu 100% abgebildet werden kann, gibt es jedoch nicht.

Hohe Liquidität

Da ETFs über die Börse gehandelt werden, kann der Handel jederzeit stattfinden. Daraus ergibt sich, dass sie sich schneller verkaufen lassen als handelsübliche Fonds.

Risikostreuung

ETFs können Wertschwankungen nicht vermeiden. Die Anlage erfolgt jedoch in viele unterschiedliche Wertpapiere gleichzeitig, wodurch das Risiko eines Anlegers gegenüber der Anlage in einzelne Wertpapiere gemindert wird. Ein ETF auf den Euro Stoxx 50 bildet beispielsweise tatsächlich die Entwicklung aller 50 enthaltenen Aktien ab. Viele der Sondervermögen weisen aufgrund ihrer Zusammensetzung bzw. der vom Fondsmanagement verwendeten Techniken jedoch eine erhöhte Volatilität auf. Die Anteilspreise können auch innerhalb kurzer Zeiträume stärkeren Schwankungen nach unten oder nach oben unterworfen sein.
Aufgrund der breiten Risikostreuung eignen sie sich auch für die Anlage kleinerer Vermögen: Direktbanken bieten inzwischen ETF-Sparpläne an, mit denen man auch in ETFs investieren kann, wenn man nur kleine Beträge, zum Beispiel in Höhe von 50 Euro im Monat, ansparen möchte.

Unabhängig davon, für welche Art von ETFs Sie sich entscheiden: Sie kaufen und verkaufen diese bei Ihrem Online Broker oder Ihrer Bank. Regelmäßige Free-Buy-Aktionen bieten Ihnen die Möglichkeit, günstiger zu handeln und von Anfang an zu sparen: Wenn Sie sich zwischen dem 18.01.2016 und dem 31.12.2017 für einen sparplanfähigen ETF von ComStage entscheiden, zahlen Sie 24 Monate keine Ausführungsgebühren. Alles, was Sie hierfür benötigen, ist ein Wertpapierdepot bei der 1822direkt: Jetzt bequem online eröffnen!

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