Gängige Aktienstrategien in Deutschland– einfach erklärt

Warum manche Anleger vielleicht nur nach Übernahmekandidaten suchen

Wenn Sie selbst noch nie in Aktien investiert haben, fragen Sie sich bestimmt auch manchmal: Wie wählen die Anleger und Finanzprofis ihre Aktien aus? Es gibt Tausende von Aktien, die in Deutschland gehandelt werden können: Wie soll man da die herausfinden, die den meisten Gewinn versprechen? Die meisten ernsthaften Anleger verfolgen daher eine Strategie, auch Aktien- oder Börsenstrategien genannt, also Leitlinien zur Auswahl von bestimmten Aktien.

Unterbewertete Aktien: Die bekannteste Aktien-Strategie

Eine der bekanntesten – und auch für den Laien schnell einleuchtende – ist die sogenannte Value-Strategie. Dabei sucht der Anleger bewusst unterbewertete Aktien von Unternehmen. Er schaut sich die Zahlen und die Erfolgsaussichten des Unternehmens an. Wenn der daraus ermittelte Wert der Aktie dieses Unternehmens höher ist als der tatsächliche Kurs, zu dem diese Aktie an der Börse gehandelt wird, kauft er diese Aktie – in der Hoffnung dass sie schon bald weiter steigt.

Neben solchen naheliegenden Strategien gibt es zahlreiche weitere Aktienstrategien – viele davon sind verblüffend für den Laien. Zwei dieser überraschenden Strategien, die Aktien-Profis verfolgen, sind die Übernahme- und die Rückkauf-Strategie.

Die Übernahme-Strategie: Aktien mit Potential?

Wer auch nur hin und wieder die Wirtschaftsnachrichten verfolgt, bekommt mit, dass andauernd große oder kleine Unternehmen von anderen Unternehmen übernommen werden. Das kann in beiderseitigem Einverständnis passieren oder in Form einer freundlichen Übernahme, bei der ein Unternehmen immer mehr Aktienpakete des Übernahmekandidaten kauft. Solche Übernahmen gehen beinahe immer mit starken Veränderungen des Kurses einher. Typisch ist zum Beispiel der Fall, dass der Aktienkurs eines bestimmten Unternehmens auf niedrigem Level dümpelt. Sobald bekannt wird, dass diese Unternehmen von einem größeren Unternehmen übernommen werden soll, schießt der Kurs in die Höhe. Wer rechtzeitig vorher eingestiegen ist, kann so einen schönen Gewinn machen.

Also gibt es Anleger, die sich auf Übernahmen spezialisiert haben: Sie suchen nach Aktien von Unternehmen, die als Übernahmekandidaten gelten und für die es vielleicht schon Übernahmegerüchte gibt. Deren Aktien kaufen Sie möglichst früh, um den Kursanstieg zu nutzen, der im Fall einer tatsächlichen Übernahmeankündigung kommt.

  • Der Haken bei der Sache: Die Risiken dabei liegen auf der Hand! Die Anleger, die diese Aktien-Strategie verfolgen, verlassen sich häufig auf Gerüchte, um möglichst früh Aktien eines eventuellen Übernahmekandidaten zu kaufen. Oft stellt sich dann heraus, dass aus der Übernahme nichts wird. Dann kann es sogar schnell zu Verlusten kommen, weil umso mehr enttäuschte Spekulanten die Aktie wieder abstoßen.

Die Rückkauf-Strategie: Wenn Unternehmen ihre eigenen Aktien kaufen

Diese Strategie ist für Laien oft besonders schwer verständlich: Manche Anleger kaufen nur die Aktien, die vom eigenen Unternehmen zurückgekauft werden.

Zum Verständnis: Viele Aktienunternehmen kaufen im Rahmen von Rückkaufprogrammen die eigenen Aktien und vernichten sie. Ziel solcher Programme sind Kurs- und Dividendensteigerungen. Denn: Werden Aktien durch Rückkauf vom Markt genommen, verteilt sich der Gewinn des Unternehmens auf weniger Aktien. Pro Aktie können mehr Dividenden ausgezahlt werden. Das zieht mehr Aktienkäufer an, der Kurs steigt – so das Ziel.

Deshalb gibt es Anleger, deren Börsenstrategie es ist, gezielt die Aktien von Unternehmen kaufen, die einen Rückkauf ankündigen – in der Hoffnung, überdurchschnittliche Gewinne mit diesen Rückkäufer-Aktien zu erzielen.

  • Der Haken bei der Sache: Achtung, auch diese Aktienstrategie ist keine Garantie für Gewinne! Ein Rückkaufprogramm kann auch gestartet werden, um das Image und die Zahlen aufzupolieren oder von Problemen abzulenken.

Ein Gedanke zu „Gängige Aktienstrategien in Deutschland– einfach erklärt

  1. jamotide

    Aktienrueckkauf klingt im ersten Moment gut, aber wenn man mal drueber nachdenkt, debeudet es bei Aktien, die keine Dividende zahlen nur eine kuenstliche Überbewertung des Marktpreises und eine Verminderung des Kapitals der Firma.

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