Work and Travel und die Planung der Finanzierung

Eine längere Auszeit vom stressigen Berufsalltag oder den intensiven Lernphasen während eines Studiums – das klingt verlockend.

Work and Travel / Bild: nito/Shutterstock

Work and Travel / Bild: nito/Shutterstock

Doch lange Reisen in ferner gelegene Länder sind in der Regel mit einem höheren finanziellen Aufwand verbunden. Work and Travel ist in diesem Zusammenhang das Stichwort, weil es nicht nur das Reisen, sondern ebenso das Geld verdienen beinhaltet, um die Reise finanzieren zu können. Ist das aber wirklich so einfach?

Wann bietet sich Work and Travel an?

Viele verbinden den Begriff „Work and Travel“ mit dem rucksackbepackten Studenten, der sich nach einer Auszeit zu intensiven Lernphasen sehnt und vor dem Eintritt ins Berufsleben die Zeit noch einmal nutzen möchte, um die Welt zu entdecken. Aber auch für Berufstätige bietet Work and Travel nicht nur die Möglichkeit zur Erholung. Auch Weiterbildungen oder eine Sprachreise lassen sich auf diese Art leichter finanzieren. Und nirgends lernen Sie eine Fremdsprache schneller und authentischer als im jeweiligen Herkunftsland.

Welche Kosten fallen bei Work and Travel an?

Work and Travel – Arbeiten und Reisen. Oft haben Entdeckungslustige dabei die Vorstellung, sich die komplette Reise mit der Arbeit unterwegs zu verdienen. Ganz so einfach gestaltet sich die Situation in der Realität jedoch meist leider nicht. Zum einen sind die Aushilfsjobs hin und wieder nur halbwegs gut bezahlt. Zum anderen gibt es während der Reise sicherlich joblose Zeiten, zu denen man nur Traveller sein und das Land und die tollen Erlebnisse genießen möchte. Dahingehend macht die Empfehlung bei der Beantragung des Working Holiday Visums durchaus Sinn: Bevor Sie mit Work and Travel beginnen, sollten Sie finanzielle Rücklagen in Höhe von 3.000 Euro gebildet haben – zusätzlich zu den Einnahmen, die Sie mit der Arbeit während der Reise verdienen. Um die Gesamtkosten in etwa vorab kalkulieren zu können und am Ende nicht irgendwo mit leeren Händen dazustehen, ist es unabdingbar, sich vorab eine Aufstellung über die finanziellen Belastungen zu machen. Auch auf Reisen besteht das Risiko, dass Ihnen mitgeführtes Bargeld entwendet wird. Versuchen Sie daher, möglichst geringe Bargeldbeträge bei sich zu tragen und beispielsweise mit Kreditkarte zu zahlen. Diese ist ein sicheres Zahlungsmittel auf Reisen. Bei Diebstahl können Sie weitreichendere Folgen verhindern, indem Sie Ihre Karte umgehend sperren lassen.

Einmalig anfallende Kosten während Work and Travel

Kosten während Work and Travel / Bild: Poprotskiy Alexey/Shutterstock

Kosten während Work and Travel / Bild: Poprotskiy Alexey/Shutterstock

Hinsichtlich der Kosten ist es sicherlich so, dass sich einige davon individuell gestalten. Während manche Kosten optional sind, so zum Beispiel der Kauf eines Campers oder die Buchung der Reise über einen Work and Travel-Veranstalter, lassen sich folgende Kosten nicht umgehen:

  • Flug: Der Flug ist im Rahmen von Work and Travel meist der teuerste Kostenpunkt. Je nachdem, für welches Land Sie sich entscheiden, müssen Sie mit Kosten zwischen 800 und 1.500 Euro rechnen. Preisliche Unterschiede ergeben sich neben dem Zielort aus diesen Details:
    • Rabatte zum Beispiel durch Frühbucher. Grundsätzlich gilt, je früher Sie buchen, desto günstiger ist der Flug.
    • Flüge in der Nebensaison sind günstiger als während der Hauptsaison.
    • Die Buchung des Fluges bei unterschiedlichen Airlines kann teilweise sehr große Preisunterschiede mit sich bringen. Hier lohnt sich in jedem Fall ein ausführlicher Vergleich!
    • Im Allgemeinen gilt bei der Art des Fluges: Direktflüge sind meist günstiger als Gabelflüge, Open Return Flüge (Flüge mit flexiblem Rückflugdatum) sind teurer als jene, bei denen das Datum im Voraus feststeht.
  • Visum: Wenn Sie im Ausland arbeiten möchten, benötigen Sie ein spezielles Visum, das Working Holiday Visum. Dafür fallen im Schnitt zwischen 180 und 250 Euro an.

Laufende Kosten während Work and Travel

Laufende Kosten sind jene, welche während der gesamten Dauer der Reise anfallen. Da in diesem Fall jeder etwas andere Prioritäten setzt, können die Kosten unterschiedlich hoch ausfallen. Nicht vermeiden lassen sich jedoch Kosten für folgende Punkte:

  • Auslandsversicherung: Zwar schließen Sie Versicherungen einmalig vor dem Start Ihrer
    Reise ab, sie werden Ihnen jedoch über die gesamte Dauer der Reise berechnet und betragen durchschnittlich 1 Euro bis 1,50 Euro pro Tag.
  • Unterkunft: Wenn Sie sich für ein Hostel entscheiden, zahlen Sie, je nach Land, zwischen 15 Euro und 30 Euro pro Nacht.
  • Verpflegung: Die Kosten für Essen und Trinken sind vorab schwer zu kalkulieren, weil sie sehr stark von den individuellen Bedürfnissen einer Person sowie vom jeweiligen Land abhängen. In etwa belaufen sie sich auf eine ähnliche Höhe wie die für die Unterkunft.
  • Kosten für Fortbewegung: Je nachdem, wie flexibel Sie vor Ort sein oder wie viel Sie innerhalb eines Landes umherreisen möchten, fallen Kosten für den Bus, die Bahn, ein Taxi oder weitere Flüge an.
  • Sightseeing: Diese Kosten sind sehr unterschiedlich, je nachdem wer in welchem Land was oder wie viel erleben möchte. Ein gewisses Budget sollten Sie jedoch in jedem Fall vorab einkalkulieren.

Die Kosten im Vergleich – eine Übersicht

Häufig gewählte Länder für Work and Travel sind Kanada, Australien, Neuseeland, Chile, Japan und die USA. Die Tabelle zeigt eine Übersicht der ungefähren Kosten in diesen Ländern im Vergleich. So können Sie vorab einschätzen, welches Land für Sie finanziell am attraktivsten ist.

*Verpflegung: Angaben pro Woche / **Mobilität: Am Beispiel 100 km mit dem Bus


Work and Travel und zusätzliche Finanzierung durch ausgewählte Jobs

In jedem der Länder gibt es typische Jobs, die es Work and Travellern ermöglichen, einen finanziellen Zuschuss zu ihrer Reise zu verdienen.

  • Fruitpicking: Als Erntehelfer auf dem Feld muss man in der Regel nicht allzu lange suchen, um eine Anstellung zu bekommen. Meist kann man in dieser Branche sofort anfangen sowie jederzeit weiterziehen. Das ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität.
  • Gastronomie: Auch in dieser Branche werden regelmäßig Aushilfen gesucht. Besonders lukrativ ist die Arbeit beispielsweise in einem Hotel oder Restaurant im Australischen Outback weil dort zusätzlich zum Gehalt Unterkunft und Verpflegung gestellt werden.
  • Farmarbeit: In Australien ist ein großes Einsatzgebiet von Work and Travellern die Farmarbeit. Hier ist es von Vorteil, wenn man Erfahrung in der Landwirtschaft hat und über einen entsprechenden Führerschein verfügt.
  • Au-pair: Hier leben Sie während des Auslandsaufenthaltes in einer Familie und kümmern sich um Kinder und Haushalt. Meist beinhaltet diese Tätigkeit Kost und Logis sowie eine wöchentliche finanzielle Bezuschussung.
  • Auslandspraktikum: Beispielsweise in den USA sind Praktikantenstellen im Rahmen eines Auslandsstudiums eher mit einer Trainee-Stelle zu vergleichen und werden insofern meist finanziell vergütet.

Für welche Arbeit auch immer Sie sich entscheiden, denken Sie in jedem Fall rechtzeitig daran, das Working Holiday Visum zu beantragen, mit dem Sie sich 12 Monate im Ausland aufhalten und davon 6 Monate lang arbeiten dürfen.

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