Wie Sie die gefährliche Steuerfalle bei eBay-Verkäufen sicher umgehen

Keller entrümpeln und dabei noch Geld verdienen

Haben Sie sich vorgenommen, den Keller mal ordentlich zu entrümpeln und alles, was brauchbar ist, im Internet zu verkaufen? Oder Sie haben die Wohnung der Eltern aufgelöst, die ins Altenheim gehen, und wollen nun einiges daraus versteigern? Dann sollten Sie aufpassen, dass Sie sich keinen Ärger mit dem Finanzamt einhandeln.

Viele Verkäufe? Ärger mit dem Finanzamt droht

Das kann schnell passieren: Der Verkauf mit alten Sachen über eBay läuft gut und bringt einen schönen Nebenverdienst ein. Dann ist es verlockend, mehr und mehr zu verkaufen… Doch Vorsicht: Dann steht schnell das Finanzamt auf der Matte.

So ist es beispielsweise einem Ehepaar ergangen, das über rund 3 Jahre hinweg Waren im Wert von 83.500 € über eBay verkauft hat. Das Paar meldete die Geschäfte nicht beim Finanzamt und wurde schließlich vom Bundesfinanzhof zur Steuerzahlung verurteilt, weil es sich offensichtlich nicht mehr um Privatverkäufe handelte. Die Grenze ist auf jeden Fall sofort überschritten, wenn ein eBay-Verkäufer nicht mehr nur eigene Gegenstände verkauft, die er nicht mehr benötigt, sondern Ware gezielt für den Verkauf anschafft.

Wer viel verkauft, kann sich beinahe darauf verlassen, ins Visier der Finanzbeamten zu geraten. Denn die Finanzverwaltung setzt Hightech-Methoden ein, um gewerbliche Verkäufer aufzuspüren, die keine Steuern für ihre Verkaufsgewinne zahlen. Computerprogramme der Finanzverwaltung durchsuchen selbstständig die Angebote auf den Versteigerungs- und Handelsplattformen und prüfen, ob die Verkäufer ihre Erlöse auch beim Finanzamt melden.

Wenn Sie hin und wieder offensichtlich privat verkaufen, brauchen Sie nichts zu befürchten. Wenn Sie aber zum Beispiel einmal einen größeren Schwung von Gegenständen – etwa nach einer Erbschaft – verkaufen, kann es zu einer Nachfrage vom Finanzamt kommen.

Tipp: Bewahren Sie bei größeren Verkäufen Dokumente auf, aus denen hervorgeht, dass die privat verkauften Gegenstände tatsächlich aus Ihrem Privatbesitz stammen. So können Sie sicher nachweisen, dass es sich nicht um gewerblichen Verkauf gehandelt hat.

Beispiel: Sie haben die Münzsammlung eines Onkels geerbt, die Sie nicht selbst behalten wollen. Der Verkauf beispielsweise über eBay gilt in diesem Fall als privat, auch wenn Sie eine große Menge Münzen anbieten und zahlreiche Auktionen starten. Der Verkaufserlös muss nicht versteuert werden. Wegen der großen Menge an Münzverkäufen meldet sich aber das Finanzamt und äußert den Verdacht, dass es sich um gewerblichen Verkauf handeln könnte. Wenn Sie dann Unterlagen vorlegen können, aus denen zweifelsfrei hervorgeht, dass Sie die Münzen geerbt haben, kann Ihnen das Finanzamt nichts anhaben.

 

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