Wie Sie beim Gassigehen Steuern sparen

Tierbetreuungskosten können Sie möglicherweise in der Steuererklärung geltend machen

Ihr Hund kann Ihr Haus bewachen, Stöckchen holen, ein guter Gefährte sein… Aber wussten Sie schon, dass Sie mit Ihrem Hund auch Steuern sparen können?

Nach einem neuen Urteil könnte genau das möglich sein: Danach können Sie Betreuungskosten für Haustiere wie Hund und Katze in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Das hat im Februar zumindest das Finanzgericht Düsseldorf entschieden (Az. 15 K 1779/14).

In dem Fall ging es um eine Hauskatze eines Ehepaares, die in der Wohnung gehalten wurde. Die Besitzer beauftragten eine Tier- und Wohnungsbetreuerin mit der Versorgung des Stubentigers während ihrer Abwesenheit und zahlten dafür pro Tag 12 €. Im Jahr kamen insgesamt 302,90 € zusammen. Die Rechnungen der Betreuerin zahlte das Paar per Überweisung. Den Betrag machten die beiden dann in ihrer Einkommensteuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend.

Zur Erinnerung: Der Staat fördert Arbeiten in Ihrer Wohnung, Ihrem Haus oder Ihrem Garten steuerlich. Im Rahmen der haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen können Sie bis zu 5.710 € pro Jahr Steuern sparen! Sie können bei den haushaltsnahen Leistungen 20 % des Dienstleistungsanteils pro Jahr direkt von Ihrer Steuerlast abziehen. Voraussetzungen:

  • Die haushaltsnahen Leistungen müssen Sie durch Rechnungen belegen können.
  • Der Rechnungsbetrag muss überwiesen werden (keine Barzahlung).
  • Material- und Arbeitskosten müssen in der Rechnung getrennt ausgewiesen sein, weil nur der Arbeits-, nicht aber der Materialanteil begünstigt ist.

Die Katzenbesitzer gingen davon aus, dass die Kosten für die Betreuung ihres Haustiers steuerlich begünstigt sind – nicht jedoch ihr Finanzamt, das die Kosten nicht anerkennen wollte. Eine Steuerermäßigung für Tierbetreuungs-, -pflege- und -arztkosten sei ausgeschlossen. Im folgenden Rechtsstreit urteilte das Finanzgericht jedoch im Sinne von Tierfreunden: Die Versorgung von Haustieren habe einen engen Bezug zur Hauswirtschaft des Halters und werde deshalb von der Steuerbegünstigung für haushaltsnahe Dienstleistungen erfasst.

Was das Urteil für Tierbesitzer bedeutet

  • Wenn Sie Ihren Hund oder Ihre Katze während des Urlaubs oder der Arbeit betreuen lassen, können Sie nach diesem Urteil versuchen, die Kosten als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend zu machen. Möglich ist danach beispielsweise auch, die Kosten für das Gassigehen mit dem Hund anzusetzen.
  • Aber Achtung: Gegen das Urteil hat die Finanzverwaltung Revision eingelegt! Der Bundesfinanzhof muss nun endgültig darüber entscheiden. Das heißt in der Praxis: Wenn Ihnen Kosten für die Betreuung von Hund oder Katze entstehen, machen Sie die entsprechenden Beträge in Ihrer Steuererklärung geltend. Wenn Ihr Finanzamt nicht mitspielt und diese Kosten nicht anerkennt, legen Sie mit Hinweis auf das Verfahren Einspruch ein. Entscheiden die BFH-Richter später tierfreundlich, bekommen Sie die Steuerersparnis nachträglich zurückerstattet.

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