Vermögenssicherung: Sorgen Sie für den Ernstfall vor

Rechtzeitig vorsorgen durch Vermögenssicherung

Vermögenssicherung / Bild: kurhan/Shutterstock

Erwerbsunfähigkeit aufgrund eines Unfalls, der Tod des Hauptverdieners, ein immenser Schaden am Wohngebäude oder die Versorgungslücke durch geringe Rentenzahlungen – all das sind Umstände im Leben, die zu schweren finanziellen Einbußen führen können und dafür sorgen, dass man den gewohnten Lebensstandard nicht länger halten kann. Um das zu vermeiden, sollten Sie durch verschiedene Maßnahmen der Vermögenssicherung rechtzeitig vorsorgen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Bei dauernder Erwerbsunfähigkeit aufgrund eines Unfalls, einer Krankheit oder Invalidität haben Sie grundsätzlich Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung aus der Deutschen Rentenversicherung. Die Höhe beträgt jeweils einen bestimmten Prozentsatz Ihres letzten Bruttogehalts und hängt von der Dauer ab, die Sie täglich trotz der gesundheitlichen Einschränkungen noch arbeiten können:

  • 0-3 Stunden tägliche Arbeitszeit: Bis zu 29 Prozent des letzten Bruttogehaltes
  • 3-6 Stunden tägliche Arbeitszeit: Bis zu 15 Prozent des letzten Bruttogehaltes.
  • Über 6 Stunden tägliche Arbeitszeit: Kein Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungs-Rente.

Die Versorgungslücke, die sich aus einer möglichen Berufsunfähigkeit ergibt ist immens. Die Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie zusätzlich zur Vermögenssicherung abschließen. Sie hat dann das Ziel, den Einkommensausfall auszugleichen und damit den Lebensstandard zu sichern.

Was sollten Sie dabei beachten?

  • Um Ihr Vermögen zu sichern sollten Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich abschließen, denn dann sind die Beiträge vergleichsweise günstiger. Zudem ist es wahrscheinlicher, die Gesundheitsprüfung zu bestehen.
  • Wählen Sie einen Vertrag mit Dynamik, das heißt jährlicher Erhöhung der Beiträge sowie Leistungen. Damit stellen Sie sich auf den Umstand ein, dass das Geld aufgrund der Inflation kontinuierlich an Wert verliert.
  • Wie hoch die Leistungen sein sollten, ist abhängig von Ihrem Einkommen. Experten empfehlen, etwa 80 Prozent des derzeitigen Nettoeinkommens abzusichern, um den Lebensstandard halten zu können.
  • Sämtliche Beiträge müssen versteuert werden. Insofern kommen Sie mit einer jährlichen Zahlung der Police um bis zu 3 Prozent günstiger, als bei monatlichen Zahlungen.
  • Wichtig: In der Regel können Sie dann aber auch nur jährlich kündigen.

Betriebliche Altersvorsorge

Mit der betrieblichen Altersvorsorge bauen Sie sich über den Arbeitgeber eine zusätzliche Rente auf und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung. Dabei gibt es verschiedene Varianten:

  • Arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge: Der Arbeitgeber finanziert die Beiträge zur Rente.
  • Arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersvorsorge (Entgeltumwandlung): Der Arbeitnehmer setzt einen Teil des Bruttogehaltes für die betriebliche Altersvorsorge ein.

Was sollten Sie dabei beachten?

  • Sorgen Sie rechtzeitig vor / Bild: Solis Images/Shutterstock

    Seit 2002 haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung.

  • Arbeitnehmer sparen sich durch die Entgeltumwandlung Steuern und Sozialabgaben, weil die Beiträge vom Bruttogehalt abgezogen werden. Daraus folgt allerdings, dass die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung entsprechend sinken. Kalkulieren Sie daher genau, ob Sie die Einbußen durch die betriebliche Altersvorsorge im Rentenalter ausgleichen können.
  • Die Beiträge für die betriebliche Rente müssen erst im Rentenalter versteuert werden. Hinzu kommt der Beitrag zur Kranken- und Rentenversicherung.
  • Selbst wenn der Arbeitgeber insolvent gehen sollte, ist das eingezahlte Geld sicher.
  • Die Betriebsrente kann in der Regel nicht vor Eintritt in das Rentenalter ausgezahlt werden.
  • Mögliche Alternativen zur betrieblichen Altersvorsorge sind die Riester-Rente oder eine flexible Geldanlage in Aktienfonds.
  • Durch das geplante Betriebsrentenstärkungsgesetz sollen ab 2019 alle Arbeitgeber den Sparbetrag zur betrieblichen Altersvorsorge in Höhe von 15 Prozent bezuschussen müssen.

Risikolebensversicherung

Eine Lebensversicherung dient der Vermögenssicherung der Hinterbliebenen und leistet diesen Unterstützung, wenn das Einkommen des Hauptverdieners aufgrund eines Todesfalles ausfällt. Als Versicherungsnehmer vereinbaren Sie in diesem Fall eine Summe, die den Hinterbliebenen ausgezahlt wird, falls Ihnen etwas zustoßen sollte. Das gibt den Hinterbliebenen die Möglichkeit, mit dieser Summe ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Was sollten Sie dabei beachten?

  • Sie zahlen einen Beitrag über eine vereinbarte Vertragslaufzeit hinweg. Wenn Sie innerhalb dieser Zeit sterben, erhalten die Hinterbliebenen die vereinbarte Summe.
  • Wenn Sie über das Vertragsende hinaus leben, erlischt der Vertrag. Sowohl die Beitragszahlungen als auch der Versicherungsschutz erlöschen damit. Sie erhalten keinerlei Auszahlungen, da Ihre Beiträge vollständig zur Finanzierung der Versicherung verwendet werden.
  • Ist das Risiko eines Todes hoch, zum Beispiel aufgrund einer Krankheit oder eines Risikoberufes, kann die Gesellschaft den Abschluss einer Versicherung ablehnen.

Gebäudeversicherung

Eine Immobilie ist zahlreichen Risiken ausgesetzt. Feuer, Sturm und Hagel, defekte Wasserleitungen und vieles mehr sind nur einige Faktoren, durch die Schäden an Ihrem Gebäude entstehen können. Die Instandsetzung ist nicht selten mit untragbaren Kosten verbunden. Eine Gebäudeversicherung dient der Vermögenssicherung und übernimmt den Schadensfall für Sie.

Was sollten Sie dabei beachten?

  • Die Versicherung umfasst das Wohngebäude und alles, was im Gebäude fest installiert ist, beispielsweise sanitäre Anlagen, Einbauschränke oder Markisen.
  • Die Gebäudeversicherung deckt nicht die folgenden Schadensursachen ab:
    • Überschwemmung
    • Erdbeben oder Erdrutsch
    • Lawinen
  • Gegen diese Gefahren müssen Sie zusätzlich eine sogenannte Elementarschadenversicherung abschließen.

Ebenfalls nicht enthalten in der Gebäudeversicherung ist der Hausrat. Experten empfehlen, dafür eine gesonderte Versicherung abzuschließen.

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