Wie kommt Graffiti auf die 1822direkt Kartenfamilie?

Interview mit Justus „Cor“ Becker, Graffiti-Künstler, der die SparkassenCard und die Kreditkarten (Visa und MasterCard) für die 1822direkt gestaltet hat. Für die Kartenfamilie hat Becker die Frankfurter Banken-Skyline im frischen Streetstyle gemalt. Alle 1822direkt-Kunden, die seit 1.1.2015 ein neues Konto eröffnen oder deren bisherige Karte nach diesem Termin abläuft, erhalten die neue Künstler-Karte automatisch. Im Interview gibt Becker einen Einblick in seine Arbeit als Graffiti-Künstler.

Was bedeutet es für Sie, ganz offiziell die Karten einer Bank gestalten zu können?

Ich bin ein wenig stolz darauf. Denn das Ziel jedes Graffiti-Künstlers ist natürlich, von möglichst vielen Menschen gesehen zu werden. Auf den 1822direkt-Karten ist eines meiner Werke jetzt für viele Jahre für vielen tausend Menschen sichtbar. Das ist ein gutes Gefühl – auch wenn nicht jeder sofort sehen kann, dass das Bild von mir stammt, weil ich die Skyline auf der Karte nicht signieren konnte.

Welche Herausforderung stellte das Motiv der Skyline für Sie dar?

Es gab gleich zwei: Zum einen war da die begrenzte Fläche. Auf der SparkassenCard und der Kreditkarte ist wenig Platz. Da war es gar nicht so einfach, den Graffiti-Stil zu bewahren, der ja normalerweise sehr viel Fläche zur Verfügung hat. Zum anderen: Die Frankfurter Skyline wird sehr häufig abgebildet. Deshalb war es für mich eine Herausforderung, dem Motiv für die Karten eine interessante neue Seite abzugewinnen. Das habe ich versucht, indem ich die fotorealistische Darstellung mit meinem persönlichen künstlerischen Pinselstrich und Stil kombiniert habe.

Das Ergebnis ist beeindruckend! Zuletzt haben Sie mit Ihren Malereien auf den Bauzäunen zum Neubau der EZB in Frankfurt Aufsehen erregt – sogar die internationale Presse hat darüber berichtet. Wie können wir uns die Arbeit an solchen Projekten vorstellen?

Ich bin besonders stolz darauf, dass mir die Auftraggeber heute immer häufiger komplette künstlerische Freiheit lassen. Wenn ich heute einen solchen Auftrag bekomme, kann ich die Motive und die Gestaltung meist frei wählen. Ich muss keine Vorgaben oder Wünsche erfüllen, sondern habe vollkomme Freiheit. Das empfinde ich als große Ehre und als wunderbares Zeichen des Vertrauens. Für mich ist das auch die Verwirklichung eines Traums. Schon früher kam es mir nicht darauf an, möglichst viele Graffitis zu sprayen, sondern möglichst gute.

Gibt es dabei Motive, die Sie besonders gern malen oder sprayen?

Wie bei der Skyline auf den neuen 1822direkt-Karten ist es eher ein Stil als ein bestimmtes Motiv. Mein Markenzeichen sind fotorealistische Darstellungen, die ich künstlerisch verfremde. Diese Mischung aus Realismus und künstlerischer Freiheit erzeugt eine Spannung, die ich mit meinen Werken erreichen will.

Was bedeutet Ihre Signatur, das Kürzel „Cor“, das Ihr Markenzeichen ist und mit dem Sie normalerweise Ihre Werke schmücken?

Wir Sprayer sprechen hier vom Tag, was man etwa mit Etikett übersetzen könnte. Mein Tag „Cor“ kommt vom lateinischen Wort für Herz. Als Kind hatte ich eine schwere Operation am Herzen. Danach habe ich mit dem Sprayen angefangen. Die Kunst hat mir geholfen, die schwierige Zeit nach der Krankheit zu überstehen und die Sache zu verarbeiten.

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