Wenn die Business-Kleidung im Büro teuer wird

Steuertipp: Können Sie Ihre Business-Kleidung bei den Werbungskosten absetzen?

Buisness-Kleidung / Bild: iStock

Das Problem kennt beinahe jeder, der einen Job im Büro hat oder im Kundenkontakt steht:

Gute Business-Kleidung muss her! Auch wenn sich neuerdings immer mehr Vorstandschefs gern hemdsärmelig, in T-Shirt, Jeans oder Rolli zeigen: In vielen Branchen und Unternehmen sind Anzug und Schlips für den Herrn und das Kostüm für die Dame noch Pflicht. Zusammen mit gutem und passendem Schuhwerk kommen hier schnell größere Ausgaben zusammen.

Was liegt da näher, als die Ausgaben bei der Steuer als Werbungskosten abzusetzen? Zumal die Business-Kleidung nicht in der Freizeit getragen werden kann. Leider erleben alle, die das bei ihrer Steuererklärung versuchen, eine unangenehme Überraschung: Die Kosten für die Business-Kleidung können in der Regel nicht abgesetzt werden.

Das haben die Gerichte immer wieder entschieden – zuletzt etwa das Finanzgericht München (Urteil vom 10.7.2014, Az. 15 K 1016/12). In dem Fall ging es um einen Steuerfachangestellten, der die Kosten für die Anschaffung und Reinigung von zwei Anzügen geltend machen wollte, die er nur zur Arbeit anzog. Das lehnten das Finanzamt und das Gericht ab. Begründung: Abziehbar sind nur die Kosten für typische Berufskleidung. Und darunter falle Kleidung nur dann, wenn sie eine Unterscheidungs- und Schutzfunktion erfülle. Typische Beispiele:

  • Schutzfunktion: Blaumann oder die Stahlkappen-Schuhe für den Handwerker.
  • Unterscheidungsfunktion: Amtstrachten wie die Robe des Richters, Uniformen etc.

Ein Anzug oder ein Kostüm aber hat weder eine Schutz- noch eine Unterscheidungsfunktion. Beides kann auch privat im Alltag getragen werden. Deshalb kommt ein steuerlicher Abzug nicht infrage, selbst wenn der feine Zwirn sicher nicht privat getragen wird.

Nutzen Sie andere Möglichkeiten!

Was bei der Business-Kleidung schwierig ist, ist bei vielen anderen Ausgaben, die mit der Arbeit zusammenhängen, möglich: Oft können Sie als Arbeitnehmer bei den Werbungskosten mehr absetzen, als Sie denken. Hier einige Beispiel, die immer wieder übersehen werden:

  • Private Telefonrechnung: Wenn Sie über Ihren privaten Anschluss oder Ihr Handy auch beruflich kommunizieren, können Sie anteilige Kosten geltend machen. Dazu müssen Sie nicht jedes einzelne Gespräch aufzeichnen – Sie können pauschal bis zu 20 % der Rechnung (maximal 20 € pro Monat) pauschal absetzen. Am besten lassen Sie sich vom Arbeitgeber bestätigen, dass die berufliche Kommunikation von zu Hause notwendig ist.
  • Arbeitsmittel zu Hause: Wenn Sie sich zu Hause eine Arbeitsecke eingerichtet haben, um dort abends oder am Wochenende noch die ein oder andere Überstunde für Ihren Arbeitgeber zu machen, können Sie die Kosten für die Arbeitsmittel, die Sie dort brauchen, bei Ihren Werbungskosten geltend machen. Denken Sie zum Beispiel an die anteiligen Kosten für den PC, Quittungen für Fachbücher, Schreibzeug und Papier, Abo-Rechnungen, Fachzeitschriften, Online-Kurse etc., die Sie aus eigener Tasche bezahlt haben.
  • Fahrten zu Vorstellungsgesprächen (wenn die Fahrtkosten dafür nicht erstattet wurden).

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