Mogelpackungen: Wenn das Müsli plötzlich schneller leer ist…

Wie Sie sich vor Frust durch Mogelpackungen schützen

Wenn die Müsli-Packung plötzlich schneller leer ist als gewohnt, muss das nicht am größeren Appetit gelegen haben. Es kann auch sein, dass der Hersteller getrickst und weniger in die Packung gefüllt hat.

Verbraucherschützer warnen immer häufiger vor sogenannten Mogelpackungen und den Tricks der Hersteller, die damit möglichst unauffällig ihren Gewinn steigern wollen.

Krasses Beispiel: Ein Hersteller von Schoko-Linsen reduzierte die Füllmenge seiner Verpackung von 201 auf 158 Gramm. Der Preis pro Packung blieb jedoch gleich. Das entspricht einer versteckten Preiserhöhung von 27,2 %, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Hersteller können mit solchen Tricks ungeschoren davonkommen, weil ein Gesetzesverstoß nur dann vorliegt, wenn Packungsdesign und -größe unverändert sind, die enthaltene Menge aber ohne Hinweis reduziert wurde. Also ändern die Hersteller etwas am Design der Verpackung, wenn sie die Füllmenge unauffällig reduzieren wollen. Die Käufer gehen davon aus, dass es sich nur um eine Auffrischung für das Image handelt, achten nicht auf die kleingedruckten Mengenangaben und zahlen den alten Preis für weniger Inhalt.

Tipps, mit denen Sie nicht auf Mogelpackungen hereinfallen

  • Bei Produkten, die Sie regelmäßig kaufen, sollten Sie sich angewöhnen, auf die Mengenabgaben zu schauen. Merken Sie sich bei Ihren Lieblingsprodukten die enthaltene Menge, damit Ihnen eine mögliche Reduzierung auffällt.
  • Wird das Packungsdesign geändert, ist der Blick auf die Mengenangabe besonders wichtig. Das kann ein Zeichen dafür sein, dass der Anbieter etwas an der Füllmenge geändert hat.
  • Schauen Sie vor allem bei den Produkten genauer hin, die besonders anfällig sind. Nach Beobachtungen der Verbraucherschützer wird bei Getränkepulver-Verpackungen besonders gern mit großen Verpackungen und geringem Inhalt gearbeitet.
  • Lassen Sie sich beim Preisvergleich von Konkurrenzprodukten nicht von der Packungsgröße ablenken. Manch ein Hersteller arbeitet mit bis zu 30 % Luft in der Verpackung.
  • Lesen Sie auch das Kleingedruckte! Denn manchmal verändert sich nicht nur die enthaltene Menge, sondern auch die Qualität und Beschaffenheit des Inhalts: So reduzierte ein Hersteller von Kaffeepads nicht nur die Füllmenge, sondern gleichzeitig auch den Anteil des Röstkaffees von 5,5 auf 1,1 Gramm pro Pad. Dafür enthielt das Produkt trotz des gleichen Namens plötzlich mehr Zucker und Aromastoffe.
  • Ein beliebter Trick ist auch: Der Hersteller bring eine neue Produktvariante auf den Markt – etwa „mit weniger Zucker“ oder „fettreduziert“. Der Preis ist so hoch wie beim Standardprodukt. Doch bei genauerem Hinschauen fällt auf, dass die Produktsorte trotz ähnlicher Aufmachung der Verpackung deutlich weniger enthält.
  • Ein genauerer Preisvergleich lohnt häufig auch, wenn bei Produkten mit höheren Füllmengen geworben wird. Etwa: „Jetzt 20 % mehr Inhalt“. Dann kann es nämlich vorkommen, dass der Preis gleichzeitig um deutlich mehr als 20 % angehoben wurde, so dass unterm Strich ein spürbarer Preisanstieg zu verzeichnen ist.

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