Wenn das Finanzamt mit am Gabentisch sitzt

Wichtig für die ganz großen Geschenke: Denken Sie auch an die Schenkungsteuer

Planen Sie zu Weihnachten ein sehr großes Geschenk? Nutzen Sie das Fest, um einen großen Geldbetrag an einen lieben Menschen weiterzugeben? Oder rechnen Sie selbst mit einem solch großen Geschenk?

Dann sollten Sie das Finanzamt nicht aus den Augen verlieren! Denn bei großen Geschenken kann es passieren, dass der Fiskus seinen Teil einfordert, weil Schenkungsteuer fällig wird. Große Geschenke wollen also geplant werden, damit möglichst keine Steuer anfällt. Die wichtigsten Regeln dazu finden Sie hier:

Bei Geschenken (oder Erbschaften) innerhalb der engeren Familie wird nicht so schnell Schenkungsteuer fällig. Die Freibeträge sind hier sehr hoch. Bei Ehegatten, Kindern und Enkelkindern wird erst ab Beträgen von 500.000 €, 400.000 € bzw. 200.000 € Schenkung- oder Erbschaftssteuer fällig. Ein Weihnachtsgeschenk in dieser Größenordnung dürfte auch in gutbetuchten Kreisen eher die Ausnahme sein.

Wenn kein verwandtschaftliches Verhältnis besteht, sind die Freibeträge spürbar niedriger. Hier möchte der Fiskus schon bei Schenkungen über 20.000 € beteiligt werden.

Übersicht: Das sind die Freibeträge bei Schenkungen und Erbschaften

  • 500.000 €: Ehegatten und eingetragene Lebenspartner
  • 400.000 €: Kinder, Stiefkinder, Kinder verstorbener Kinder
  • 200.000 €: Enkel
  • 20.000 €: Eltern, Großeltern, geschiedene Ehegatten, Geschwister, Stiefeltern, Schwiegereltern und -kinder, Nichten, Neffen und übrige Personen

Zwei Punkte sind zum richtigen Verständnis dieser Freibeträge wichtig:

  1. Die Freibeträge gelten nicht pro Schenkung oder Erbschaft, sondern innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren. Beispiel: Sie bekommen von einem Gönner, mit dem Sie nicht verwandt sind, 2014 einen Betrag von 15.000 € geschenkt. Dann wird keine Schenkungssteuer fällig. Bekommen Sie aber beispielsweise von der gleichen Person 2016 noch einmal 15.000 €, ergibt sich die Gesamtsumme von 30.000 €, die den Freibetrag um 10.000 € übersteigt. Deshalb lassen viele Eltern und Großeltern, die Steuern vermeiden wollen, zwischen Übertragungen an die Kinder und Enkel häufig zehn Jahre vergehen.
  2. Schenkungssteuer wird nur auf den Anteil fällig, der den Freibetrag übersteigt. Im Beispiel also auf die 10.000 €.

Die Höhe der Steuer richtet sich nach Steuerklassen und der Höhe der Schenkung oder Erbschaft:

  • Steuerklasse I
  • Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Kinder, Stiefkinder, Kinder verstorbener Kinder, Enkel
  • Steuerklasse II: Eltern, Großeltern, geschiedene Ehegatten, Geschwister, Stiefeltern, Schwiegereltern und -kinder, Nichten, Neffen
  • Steuerklasse III: übrige Personen (Freunde etc.)
Wert bis: Steuerklasse I Steuerklasse II Steuerklasse III
75.000 € 7 % 15 % 30 %
300.000 € 11 % 20 % 30 %
600.000 € 15 % 25 % 30 %
6.000.000 € 19 % 30 % 30 %
13.000.000 € 23 % 35 % 50 %
26.000.000 € 27 % 40 % 50 %
> 26.000.000 € 30 % 43 % 50 %

 

Und was ist mit diesen Weihnachtsgeschenken?

Häufige Frage dann zu Weihnachten oder auch zum Geburtstag: Was ist mit (kleineren Geschenken)? Wird der Wert dieser Geschenke dann zu anderen Geschenken oder Übertragungen innerhalb der zehn Jahre addiert, so dass versehentlich schneller ein Freibetrag überschritten werden kann?

Hier können Sie entspannt bleiben: Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke sind steuerlich sogenannte Gelegenheitsgeschenke, die von der Schenkung- und Erbschaftssteuer ausgenommen sind. Das gilt auch bei wertvollen Geschenken wie Schmuck oder einem Auto.

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