Weihnachtsgeld: So lassen Sie sich die Freude über Ihr Extra-Geld nicht verderben

Was Sie über das Extra-Geld wissen sollten

Haben auch Sie sich in diesem Jahr über Weihnachtsgeld freuen können? Der willkommene Zuschuss für die Weihnachtseinkäufe wird meist mit dem November-Gehalt überwiesen. Damit die Freude darüber nicht getrübt wird, sollten Sie einige Spielregeln kennen. Hier die wichtigsten:

Auszahlung ist nicht immer garantiert

Wenn Sie in diesem Jahr Weihnachtsgeld bekommen haben, ist das nicht immer eine Garantie dafür, dass Sie das Geld im kommenden Jahr sicher einplanen können. Nur wenn die Auszahlung im Arbeitsvertrag ohne Freiwilligkeitsklausel bzw. in einem für Sie gültigen Tarifvertrag fest vereinbart ist, können Sie ganz sicher mit dem Extra-Geld rechnen. Sonst kann der Arbeitgeber auch auf die Auszahlung verzichten – etwa, weil die Geschäfte nicht so gut laufen. Ausnahme: Der Betrieb hat mindestens in drei aufeinanderfolgenden Jahren ohne weitere Vereinbarung Weihnachtsgeld überwiesen. Dann ist eine betriebliche Übung entstanden, die fortgeführt werden muss.

Wann droht eine Rückzahlung?

Wenn der Arbeitgeber seinem Angestellten eine teure Aus- oder Fortbildung finanziert hat, muss der Arbeitnehmer häufig die Kosten dafür erstatten, wenn er kurz nach Ende der Ausbildung kündigt. So ähnlich kann es auch beim Weihnachtsgeld aussehen.

Wer mit dem Gedanken spielt, zu kündigen und den Arbeitgeber zu wechseln, sollte deshalb auch an sein Weihnachtsgeld denken. Beim klassischen Weihnachtsgeld, mit dem die Betriebstreue belohnt wird, gelten die folgenden Grenzen und Fristen:

  • Beträgt das Weihnachtsgeld bis zu 100 €, kann der Arbeitgeber nichts zurückfordern.
  • Bei einem Betrag zwischen 100 € und einem Bruttomonatsgehalt kann der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld zurückfordern, wenn der Arbeitnehmer bis zum 31. März des Folgejahres aus dem Unternehmen ausscheidet.
  • Übersteigt das Weihnachtsgeld ein Bruttomonatsgehalt, kann es sogar bis zum 30. Juni des Folgejahres zurückgefordert werden.

Wer davon möglicherweise betroffen ist, sollte seinen Arbeits- und ggf. den Tarifvertrag oder die entsprechende Betriebsvereinbarung studieren, ob es hier Regelungen zu einer Rückzahlung bei Kündigung gibt. Ist hier aber vereinbart, dass der Arbeitnehmer unwiderruflich Anspruch auf das Weihnachtsgeld hat, ist es eine Belohnung für die erbrachte Leistung und muss beim Ausscheiden nicht zurückgezahlt werden.

Minijobber und ihre Chefs sollten genau rechnen

Haben Sie einen Minijob auf 450-€-Basis und einen netten Chef, der Ihnen mit dem Weihnachtsgeld etwas Gutes tun will? Hier müssen Sie aufpassen. Die Extra-Zahlung kann dazu führen, dass die Verdienstgrenze von 450 € pro Monat überschritten wird. Dann können Steuern und Sozialabgaben fällig werden und den Spaß verderben.

Gut zu wissen: Das Weihnachtgeld darf keine Belohnung für gute Leistung einzelner Angestellter sein. Wenn der Arbeitgeber das 13. Monatsgehalt auszahlt, dann an alle.

Schreibe einen Kommentar