Wann lohnt sich ein Depotwechsel?

Wer mit Aktien, Fonds oder Zertifikaten handeln möchte, benötigt dafür ein Depot, das er bei einer Bank eröffnen muss.

Wann lohnt sich ein Depotwechsel? / Bild: TZIDO SUN/Shutterstock

Wann lohnt sich ein Depotwechsel? / Bild: TZIDO SUN/Shutterstock

Hin und wieder können sich Gründe dafür ergeben, dass man mit den Konditionen oder anderen Bedingungen der Bank nicht mehr zufrieden ist oder diese nicht mehr zu den individuellen Bedürfnissen passen. Dann empfiehlt sich der Wechsel des Depots zu einem anderen Institut.

Gründe für einen Depotwechsel

Günstigere Konditionen

Wer über ein Depot bei einer Bank verfügt, der muss für die Aufbewahrung seiner Wertpapiere gegebenenfalls eine Gebühr entrichten. Diese unterscheidet sich je nach Kreditinstitut. Über einen Depotwechsel sollten Sie dann nachdenken, wenn es Anbieter gibt, welche die Wertpapiere zu günstigeren Konditionen für Sie aufbewahren. Folgende Dinge sollten Sie hierbei zu einem Vergleich heranziehen:

  • Gebühren fallen weg oder sind günstiger
  • Ausgabeaufschläge für Fonds fallen geringer aus
  • Transaktionsgebühren im Rahmen von Börsengeschäften sinken

Handel zu anderen Bedingungen

Ein Depotübertrag kann auch darin begründet sein, dass Sie Ihre Wertpapiergeschäfte plötzlich anders ausüben möchten, als dies von der Bank angeboten wird. Bei einigen Banken können Sie beispielsweise keinen Fondskauf über die Börse tätigen.
Vielleicht möchten Sie Ihre Wertpapiergeschäfte zukünftig aber auch bevorzugt online abwickeln – dann bietet sich der Wechsel von einer Filial- zu einer Direktbank an.

Wie läuft der Depotwechsel ab?

Verbraucher, die darüber nachdenken, ihr Depot zu wechseln, sind diesbezüglich oft verunsichert. Letztendlich ist ein Wertpapierdepotwechsel aber gar nicht so kompliziert, wie es sich manch einer vorstellt.

Muss ich für den Depotwechsel zahlen?

Muss ich für den Depotwechsel zahlen? / Bild: Phongphan/Shutterstock

Muss ich für den Depotwechsel zahlen? / Bild: Phongphan/Shutterstock

Banken dürfen Ihnen keine gesonderten Gebühren verrechnen, wenn Sie Ihre Wertpapiere bei einem anderen Institut hinterlegen möchten. Der Bundesgerichtshof hat diesbezüglich im Jahr 2004 ein Gebührenverbot eingeführt mit der Begründung, dass die aktuelle Bank lediglich ihrer gesetzlichen Pflicht zur Herausgabe Ihrer Wertpapiere nachkommt, die sie bis dahin in Ihrem Namen für Sie verwahrt hat. Zukünftige Banken bieten neuen Kunden oft sogar eine Prämie bei einem Wechsel zu ihrer Bank.

Wie viel Zeit nimmt der Wechsel in Anspruch?

Anders als bei den Kosten im Rahmen des Depotwechsels gibt es keine gesetzlichen Bestimmungen, wann dieser spätestens abgewickelt sein muss. Das ist abhängig vom jeweiligen Kreditinstitut, bei dem die Wertpapiere aktuell eingelagert sind. In der Regel sollte das Übertragen allerdings maximal einen Monat in Anspruch nehmen. Kalkulieren Sie aber ein, dass Sie für die Zeit des Übertrags keine Verkäufe tätigen können.

Welche Schritte sind vorgesehen?

Besonders unkompliziert erfolgt der Depotwechsel, wenn Sie diesen von einem spezialisierten Service durchführen lassen. Dafür stehen online Services bereit, in die Sie Ihre aktuellen Banking-Daten eintragen, womit Ihre Wertpapierbestände automatisch generiert werden. Aus einer Übersicht wählen Sie im Anschluss diejenigen Papiere, die Sie übertragen möchten. Eine digitale Unterschrift Ihrerseits reicht aus, um den Wechsel zu bestätigen und Ihre Wertpapierbestände zu übertragen. Insofern Sie das wünschen, wird im Rahmen dieses Services auch die Auflösung Ihres bestehenden Depots für Sie übernommen.

Tipps zur Depotführung

  • Mindestanlagewert: Grundsätzlich gibt es keine vorgeschriebene Höhe zur Eröffnung eines Depots. Ulrich Kirstein, Pressesprecher der bayerischen Börse AG in München empfiehlt jedoch einen Mindestwert von 5.000 Euro, damit sich die Anlage auch lohnt.
  • Gebühren genau prüfen: Bevor Sie sich für einen Wechsel entscheiden, sollten Sie sich genau über die Gebühren des Depots informieren. Grundsätzlich gilt: Wer regelmäßig mit seinem Depot handelt, sollte auf niedrige Transaktionsgebühren achten. Wer hingegen selten etwas verändert, sollte sich eher für ein Depot mit niedriger Jahresgebühr entscheiden. Oft ist die Depotführung bei Direktbanken sogar komplett kostenlos.
  • Wahl der Wertpapiere: Für die Zusammenstellung der Wertpapiere empfehlen Experten Folgendes: Einzelne Aktien bieten höhere Renditechancen, sind jedoch risikobehafteter. Wenn der Aktienkurs sinkt, geht damit ein allgemeines Verlustrisiko einher. Breit gestreute Investmentfonds sind dagegen mit einem geringeren Risiko verbunden, da sich der Einfluss einzelner Werte nur geringfügig auf das Gesamtergebnis auswirkt.

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