Vom Fitness-Studio gefangen?

„Wie die Chancen stehen, aus einem Fitness-Studio-Vertrag herauszukommen, wenn die Lust am Training nicht mehr da ist“

Sie haben sich fürs neue Jahr vorgenommen, abzunehmen und mehr Sport zu treiben. Dazu haben Sie sich im Fitness-Studio angemeldet. Jetzt aber stellen Sie fest, dass die Kraft- und Ausdauerschinderei im Studio doch nichts für Sie ist?

Dann geht es Ihnen so wie überraschend vielen:

Rund 8 Millionen Deutsche sind Mitglied in einem Fitness-Studio – immerhin also rund jeder Zehnte. Nach einer Umfrage geht davon jedoch nur die Hälfte auch wirklich regelmäßig zum Training. Die andere Hälfte lässt sich nur noch hin und wieder bei den Hanteln blicken oder geht überhaupt nicht mehr ins Studio.

Zu einer unangenehmen finanziellen Belastung wird das, wenn Sie in der ersten Begeisterung einen Vertrag unterschrieben haben, der eine lange Mitgliedschaft vorsieht. Dann taucht irgendwann die Frage auf: „Wie komme ich da wieder heraus?“

Hier einige Antworten zur Orientierung

Wer eine normale Mitgliedschaft mit zwei Jahren Laufzeit abgeschlossen hat und die Lust verliert, muss in der Regel in den sauren Apfel beißen und für die verbleibende Zeit zahlen. Das hat der Bundesgerichtshof schon vor einiger Zeit entschieden.

Doch diese Regelung gilt nur für den Fall, dass der Vertrag die Nutzung der Räume und Geräte des Studios zum Inhalt hat. Immer wieder kommt es jedoch vor, dass die Anbieter auch langfristige Verträge für die Teilnahme an Kursen abschließen wollen. Hier gilt jedoch: Zwei-Jahres-Verträge für ein Kursprogramm sind nicht erlaubt. Wer sich hier auf die zweijährige Teilnahme an einem Kursprogramm eingelassen hat, kann die Mitgliedschaft mit der gesetzlichen Kündigungsfrist von einem Monat beenden.

Wenn Sie wegen einer Erkrankung nicht mehr trainieren können, haben Sie ebenfalls gute Karten, aus einem länger laufenden Vertrag vorzeitig auszusteigen. Wichtig dabei ist jedoch, dass die Sportunfähigkeit dauerhaft ist – eine vorübergehende Erkrankung rechtfertigt keine Beendigung. Lassen Sie sich, wenn Sie betroffen sind, die Sportunfähigkeit von Ihrem Hausarzt attestieren. Darauf muss nicht notiert sein, um welche Erkrankung oder Einschränkung es sich handelt!

Bei einem Umzug haben Sie in der Regel dann ein Sonderkündigungsrecht, wenn Sie so weit wegziehen, dass Sie Ihr Studio nicht mehr besuchen können – wenn Sie also beispielsweise in eine andere Stadt ziehen. Aber Achtung: Handelt es sich um eine Kette, die auch am neuen Wohnort ein Studio betreibt, kann der Anbieter darauf bestehen, dass der Vertrag bis zum Ende läuft!

Tipp: Wenn Sie schlüssige Gründe für eine vorzeitige Beendigung Ihres Vertrags haben, versuchen Sie, mit dem Fitness-Studio zu reden, auch wenn das Recht nicht auf Ihrer Seite ist. Manch ein Anbieter ist kulant und entlässt Kunden vorzeitig aus dem Vertrag, um eine negative Mundpropaganda zu vermeiden.

Schreibe einen Kommentar