Versorgungs​stärkungs​gesetz macht Schluss mit langen Wartezeiten!

Neues Gesetz sorgt dafür, dass auch Kassenpatienten schneller einen Termin beim Facharzt bekommen

Wer als Kassenpatient zum Facharzt muss, brauch oft Geduld: Wartezeiten von Wochen oder Monaten sind nicht selten, wenn der Hausarzt nicht mehr weiterhelfen kann. Ab diesem Sommer soll mit der langen Warterei Schluss sein: Mit dem neuen Versorgungs​stärkungs​gesetz soll jeder einen Termin innerhalb von vier Wochen bekommen.

Dass langes Warten auf einen Termin beim Gynäkologen, beim Augenarzt oder Orthopäden für Kassenpatienten keine Ausnahme ist, hat die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ im vergangenen Jahr mit einem Test nachgewiesen: Die Journalisten riefen bei 120 Fachärzten an und fragten nach einem Termin. Ergebnis: Von den Kassenpatienten „bekam mehr als die Hälfte entweder gar keinen Termin oder einen mit mehr als vier Wochen Wartezeit“. In Einzelfällen betrug die Wartezeit bis zu fünf Monate, während Privatversicherte meist erheblich schneller in die Praxis kommen konnten.

Doch jetzt ist Besserung in Sicht: In diesem Sommer tritt das Versorgungsstärkungsgesetz in Kraft. Kernpunkt dabei: Jeder Patient bekommt, wenn es notwendig ist, einen Termin beim Facharzt innerhalb von vier Wochen. Bis es aber so weit ist, werden aber noch ein paar Monate vergehen. Denn um die schnellere Terminvergabe zu verwirklichen, müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen nach dem Gesetz neue Terminservicestellen einrichten. An diese Stellen können sich Patienten wenden, wenn sie selbst keinen schnellen Termin bekommen. Die Servicestellen sollen dann dafür sorgen, dass ein passender Arzt mit einem freien Termin innerhalb von vier Wochen zur Verfügung steht.

Für den Aufbau der Servicestellen räumt der Gesetzgeber 6 Monate ein. Das heißt: Spätestens Anfang 2016 kommen auch Kassenpatienten schneller zum Facharzt.

Doch dabei gelten ein paar Einschränkungen:

  • Die Servicestellen vermitteln den Termin beim Facharzt nur dann, wenn er notwendig ist. Das heißt: Der Patient braucht eine Überweisung vom Hausarzt. Nur für den Besuch beim Gynäkologen und beim Augenarzt ist die Überweisung nicht notwendig.
  • Der Patient kann sich den Arzt nicht aussuchen. Die Servicestelle vermittelt einen Termin bei einem Facharzt, der den nächsten Termin frei hat und dessen Praxis in zumutbarer Entfernung liegt. Wer zu einem ganz bestimmten Arzt will, muss sich selbst um den Termin bemühen und kann nicht auf die Vier-Wochen-Frist pochen.
  • Gelingt es auch der Servicestelle nicht, in den vier Wochen einen Termin zu bekommen, vermittelt sie einen ambulanten Behandlungstermin in einem Krankenhaus.

Lange Wartezeiten von mehreren Monaten gibt es vielerorts auch bei Psychotherapeuten. Auch hier soll die Vier-Wochen-Frist greifen – allerdings erst später: Ab 2017 sollen die Servicestellen auch Termine beim Psychotherapeuten vermitteln.

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