Versicherungsschaden melden oder nicht? Kleine Schäden mit großer Wirkung

Aktuelle Versicherungs-Tipps: Warum Sie nicht jeden Kleinschaden von der Versicherung zahlen lassen sollten

Ein typischer Fall, der so oder so ähnlich immer wieder vorkommt und immer wieder zu bösen Überraschungen führen kann:

Stempel mit Aufschrift Versicherung

Versicherungsschaden melden oder nicht? / Bild: iStock

Beim Besuch von Freunden passiert Ihnen ein Missgeschick und Sie kippen ein Rotweinglas auf den schönen neuen Teppich. „Peinlich, macht aber nichts! Ich bin ja versichert“, denken Sie sich und melden den Schaden Ihrer Haftpflichtversicherung. Die bezahlt die fachgerechte Reinigung des Teppichs und die Sache ist erledigt.

Erst ahnungslos den Schaden melden, doch dann kommt die Überraschung…

Kurze Zeit später kommt ein Brief der Versicherungsgesellschaft, die den Vertrag kündigt. Das Unternehmen macht vom außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch, das nach jedem Schadensfall eintritt. Solche Klauseln zur Kündigung nach Schadensfall lesen die Kunden zwar im Kleingedruckten beim Abschluss einer Versicherung – die meisten Kunden sind dann aber doch überrascht, dass die Versicherungen dieses Kündigungsrecht tatsächlich oft nutzen, auch schon bei Kleinschäden und eine Kündigung durch Versicherung überhaupt wirksam ist.

Wer in einer solchen Situation denkt: „Gehe ich einfach zu einer anderen Versicherung“, erlebt dann oft die nächste unangenehme Überraschung: Oft passiert, dass keine andere Versicherung mit ihm einen Vertrag abschließen will.

Was viele nicht wissen: Kündigung nach Schadensfall wird in Datenbank hinterlegt

Die Versicherungen betreiben eine gemeinsame Datenbank, in der zeitnah Schadensfälle und Besonderheiten gespeichert werden. Beim Hinweis- und Informationssystem fragen die Versicherungen vor Abschluss eines Vertrags an, ob es eine Meldung zu dem Kunden gibt. Kommt hier der Hinweis, dass dem Kunden gerade ein Vertrag wegen einer oder mehrerer Schadensmeldungen gekündigt wurde, wird die neue Versicherung ablehnen oder allenfalls eine Police zu teuren Konditionen anbieten.

Was Sie tun können, um diesen Ärger mit Versicherungen zu vermeiden

  • Überlegen Sie genau, ob Sie den Versicherungsschaden melden, insbesondere bei solchen Kleinschäden wie im Eingangsbeispiel. Eine Kündigung erfolgt zwar nicht unbedingt beim ersten Mal, aber spätestens beim zweiten oder dritten Kleinschäden wird eine Kündigung immer wahrscheinlicher. Und dann besteht die Gefahr, dass Sie im Fall der Fälle bei einem größeren Schaden ganz ohne Versicherung dastehen.
  • Rechnen Sie vorher, welche Kosten dennoch auf Sie zukommen, selbst wenn Sie den Schaden melden: Oftmals lohnt die Meldung eines Kleinschadens ohnehin kaum, weil die Versicherung nach Abzug der Selbstbeteiligung nur noch einen geringen Betrag zur Schadensregulierung auszahlt.
  • Wenn die Kündigung schon ins Haus geflattert ist, bleibt Ihnen noch der Versuch, bei der Versicherung anzurufen. Bieten Sie dort dann an, eine höhere Selbstbeteiligung zu vereinbaren. Möglicherweise ist die Versicherung dann bereit, den Vertrag unter den neuen Bedingungen, die weitere Meldungen von Kleinschäden uninteressant machen, fortzuführen.

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