Urlaub mit schulpflichtigen Kindern – Was sagt das Arbeitsrecht?

Der Frühling ist da. Nicht mehr lange, dann erwartet uns der Sommer und mit ihm für viele der große Jahresurlaub.

Urlaub mit schulpflichtigen Kindern / Bild: altanaka/Shutterstock

Urlaub mit schulpflichtigen Kindern / Bild: altanaka/Shutterstock

Eltern von schulpflichtigen Kindern sind dabei auf die offiziellen Schulferien angewiesen, insofern sie gemeinsam mit der ganzen Familie Urlaub machen möchten. In der Praxis sieht es oft so aus, dass Mitarbeiter mit Kindern bei der Urlaubsplanung vorrangig behandelt werden, wenn es darum geht, in den Schulferien Urlaub nehmen zu können.

Angestellte ohne Kinder müssen dann oft zurückstecken und außerhalb der Ferienzeit ihren Urlaub planen. Doch was ist, wenn sich Mitarbeiter mit und ohne Kinder untereinander nicht einigen können? Haben Eltern tatsächlich auch von Seiten des Gesetzgebers Vorrang hinsichtlich ihrer Urlaubswünsche?

Urlaub mit schulpflichtigen Kindern – Haben Eltern Vorrang zur Ferienzeit?

Gesetzliche Grundlage für die Planung der Urlaubstage ist das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG), auch Urlaubsrecht genannt. § 7 des BUrlGs Satz 1 lautet wie folgt:

„Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, dass ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.“

In Anbetracht der Aussage „unter sozialen Gesichtspunkten“ hat der Arbeitgeber die Aufgabe, abzuwägen, welche Arbeitnehmer Urlaub in den Schulferien am ehesten benötigen. Hierfür kommen verschiedene Szenarien in Frage:

  • Ein Angestellter hat Kinder, die noch zur Schule gehen und kann gemeinsam mit diesen infolgedessen ausschließlich in den Schulferien wegfahren.
  • Ein Mitarbeiter hat einen Partner, dem nur zu bestimmten Zeiten Urlaub gewährt wird. Um gemeinsam mit dem Partner Urlaub machen zu können, muss dieser aufeinander abgestimmt werden.
  • Ein Mitarbeiter war in Rehabilitation wie beispielsweise einer Kur und möchte direkt im Anschluss daran seinen Urlaubsanspruch geltend machen. Gemäß BurlG wäre der Arbeitgeber in diesem Fall sogar gesetzlich verpflichtet, dem Urlaub stattzugeben, selbst wenn betriebliche Gründe dagegen sprechen.

Grundsätzlich haben Angestellte, die fünf Tage in der Woche arbeiten, Anspruch auf einen Mindesturlaub von 20 Tagen, bei einer 6-Tage-Woche stehen Ihnen mindestens 24 Tage zu. Der Arbeitgeber kann jedoch mehr Urlaubstage gewähren.
Was die Einteilung dieser Urlaubstage betrifft, sind Mitarbeiter zunächst frei darin, zu entscheiden, wie sie ihre Urlaubstage verplanen. Urlaubsanträge können vom Arbeitgeber jedoch abgelehnt werden, wenn Termine mit denen von Kollegen kollidieren oder dringende betriebliche Gründe gegen den Urlaub in einem bestimmten Zeitraum sprechen. Solche Gründe können beispielsweise ein saisonal bedingtes hohes Arbeitsaufkommen sein oder die Situation, dass ein dringender Auftrag erledigt werden muss, weil andernfalls droht, dass der Kunde verloren geht. Entsprechend dem Arbeitsrecht erhalten Eltern demnach Vorrang bei der Urlaubsplanung. Grundsätzlich haben sie jedoch keinen Anspruch auf eine Bevorzugung. Das führt dazu, dass es zu Konflikten bei der Urlaubsplanung kommen kann – sowohl mit anderen Eltern, als auch mit kinderlosen Kollegen.

Lassen sich gerechte Lösungen finden?

Lassen sich gerechte Lösungen finden? / Bild: ESB Professional/Shutterstock

Lassen sich gerechte Lösungen finden? / Bild: ESB Professional/Shutterstock

Um den Betriebsfrieden zu wahren und ein gutes Verhältnis mit den Kollegen aufrecht erhalten zu können, sollten Sie in den Austausch mit diesen gehen. Am besten wäre es, Sie finden gemeinsam einen Kompromiss. Vielleicht können sich Kollegen untereinander einigen, dass jene mit schulpflichtigen Kindern in den Schulferien zwei Wochen am Stück Urlaub nehmen können. Kinderlose Angestellte können im Gegenzug in den Sommermonaten immer noch eine Woche Urlaub bekommen.
Sogenannte rollierende Systeme sorgen hinsichtlich der Urlaubsplanung dafür, dass sich Angestellte mit Kindern jährlich darin abwechseln, wer als Erster seine Urlaubstermine nennen darf. Derartige interne Regelungen sorgen für Fairness und verhindern damit Unmut unter Kollegen.
Eine weitere Lösung kann darin bestehen, dass Mitarbeiter, die in der Ferienzeit keinen Urlaub bekommen, dafür bei der Planung der Brückentage bevorzugt behandelt werden.

Fazit

Generell haben Eltern mit Kindern kein uneingeschränktes Recht auf einen Urlaub in den Ferienzeiten. Sollte es hinsichtlich der Urlaubsanträge zu Unstimmigkeiten zwischen Mitarbeitern kommen, hat der Arbeitgeber die Aufgabe, für eine ausgeglichene Verteilung unter sozialen Gesichtspunkten zu sorgen. Unterstützung bei Unstimmigkeiten kann beispielsweise auch der Betriebsrat geben. Dieser hat gemäß §87 Satz 1 Betriebsverfassungsgesetz bei Urlaubsfragen Mitbestimmungsrecht.

Für Arbeitnehmer mit schulpflichtigen Kindern, die einen Urlaub mit der ganzen Familie genießen möchten, spielt neben der terminlichen Koordination häufig der Kostenfaktor eine nicht unbedeutende Rolle. Insbesondere in der Hauptsaison kann ein Familienurlaub zu einer teuren Reise werden. Ein Ratenkredit bietet Ihnen die Möglichkeit, den Urlaub mit der ganzen Familie relativ einfach und kurzfristig zu finanzieren. Damit können Sie frei entscheiden, zu welcher Jahres- oder Ferienzeit Sie am liebsten Urlaub machen möchten und sind unabhängiger von der Urlaubsplanung anderer Kollegen, egal ob mit oder ohne schulpflichtige Kinder.

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