Urheberrecht Bilder: Vorsicht vor der Urheberrechtsverletzung!

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Urheberrecht im Internet / Bild: iStock

Zusätzliche Zahlung droht, wenn Sie Fotos vom Profifotografen einfach im Internet veröffentlichen

Wer ein Foto beim Profifotografen in Auftrag gibt, kann eine teure Überraschung erleben, wenn er das Foto im Internet veröffentlicht. Wann die unangenehme Falle zuschlagen kann, zeigt dieser Fall:

Ein Hotelbesitzer wollte seine Internetseite aussagekräftiger mit professionellen Fotos von seinem Haus und und seinen Zimmern gestalten. Dazu beauftragte er einen Profifotografen. Insgesamt 19 Bilder aus dieser Serie veröffentlichte der Hotelier auf seinen Seiten. Der Fotograf bekam dafür ein Honorar von 1.000 €.

Alles sauber gelaufen, sollte man meinen. Doch die Überraschung kam kurze Zeit später:

Dem Hotelier flatterte eine Abmahnung vom Fotografen ins Haus, zusammen mit der Aufforderung, 960 € Schadenersatz zu zahlen. Grund: Auf den Internetseiten fehlte der Hinweis, von wem die Fotos gemacht wurden.

Nach dem unangenehmen Brief setzte der Hotelbesitzer sofort den Namen des Fotografen neben die Bilder, zahlte aber zunächst nicht. Dazu verurteile ihn schließlich das Gericht, das in der fehlenden Namensnennung eine Urheberrechtsverletzung sah (Amtsgericht München, Urteil vom 24.6.2015, Az. 142 C 11428/15).

Vereinbaren Sie Nutzungsrechte schriftlich und beachten Sie das Urheberrecht im Internet

Der Fall zeigt: Bei der Veröffentlichung von Fotos im Internet müssen Sie immer besonders vorsichtig sein. Teuer kann es nicht nur dann werden, wenn Bilder gedankenlos einfach von anderen Seiten kopiert und auf den eigenen veröffentlicht werden, wie es manch ein Blogger oder Seitenbetreiber tut, der vom Urheberrecht im Internet noch gar nichts gehört hat.

Sogar dann, wenn Sie Fotos extra für Ihre Veröffentlichung in Auftrag gegeben und bezahlt habe, kann es teuer werden. Und dazu brauchen Sie nicht einmal – wie der Hotelier in dem Gerichtsurteil – eine Unternehmens-Internetseite zu haben. Denn was viele nicht wissen: Auch wenn Sie ein Honorar dafür zahlen, bleibt das Urheberrecht bei Bildern immer beim Fotografen. Sie können als Auftraggeber nicht vollkommen frei darüber verfügen und damit machen, was Sie wollen. Mit der Zahlung eines Honorars erwerben Sie lediglich die Nutzungsrechte für die Fotos. Und wenn die nicht genau geklärt sind, kann es schnell zu Streit und nachträglichen Forderungen kommen.

  • Deshalb sollten Sie immer vorsichtig sein und bei der Beauftragung eines Fotografen alles schriftlich regeln: Lassen Sie sich vom Fotografen die Nutzungsrechte übertragen, die mit der Zahlung des Honorars abgegolten sind. Zählen Sie auf, wo Sie die Bilder überall veröffentlichen dürfen.
  • Lassen Sie sich in dieser Vereinbarung bestätigen, dass der Fotograf auf die Nennung seines Namens bei Veröffentlichung verzichtet. Dadurch vermeiden Sie Ärger, falls Sie die Urhebernennung einmal vergessen

4 Gedanken zu „Urheberrecht Bilder: Vorsicht vor der Urheberrechtsverletzung!

  1. Patrick Lux

    Das hat überhaupt nichts damit zu tun ob der Fotograf Profi ist oder nicht.
    Und ich verstehe ja, dass die aus Kundenperspektive schreiben, wäre es aber nicht sinnvoller zu erklären warum Fotografen ein Recht auf Nennung haben? Und dieses Alarmismus a la „wenn Sie nicht aufpassen kanns teuer werden“ weglassen?
    Ich fühle mich als Fotograf jedenfalls so dargestellt als würde ich nur drauf warten, dass meine Kundne einen Fehler machen und ich kann abkassieren.

    1. Stefanie Rebscher Beitragsautor

      Sehr geehrter Herr Lux,

      vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihren Hinweis! Der Blogbeitrag sollte ja gerade dabei helfen, über die Thematik aufzuklären und Konflikten zwischen Fotografen und Auftraggebern vorzubeugen. Dadurch werden Leser für das Thema Urheberrecht sensibilisiert, was bestimmt auch in Ihrem Interesse als Fotograf liegt.

      Mit freundlichen Grüßen

      Ihre 1822direkt

  2. Daniel Seibert

    Sehr geehrte Frau Rebscher, das Problem an Ihrer Darstellung ist m.E., dass Sie die Wertung durch die Art der Darstellung auf den Kopf stellen: der Fotograf hat einen gesetzlichen Anspruch auf Urhebernennung, § 13 UrhG, den der Hotelier verletzt hat. Er ist also der (Urheberrechts-)Verletzer, der Fotograf das Opfer der Verlegung und nicht der – und hier finde ich Ihr Wortwahl schlimm – Fallensteller. Fallensteller lauern geradezu heimtückisch unschuldigen, harmlosen und wehrlosen Opfern auf. Und mit diesem Bild drehen Sie die Tatsachen rum. Der Täter ist der Urheberrechtsverletzer und der Fotograf das Opfer der Verletzung.

    Zustimmen kann ich den Schlussfolgerungen: alles vorher klären, auch ob man mit oder (gegen Aufpreis) ohne Urhebervermerk die Fotos wo und in welcher Form nutzen darf. Was man noch aus dem Fall lernen kann ist, dass man wenn man schon im Unrecht ist, lieber die Sache außergerichtlich klärt, also sich unnötig auf einen Prozess einzulassen, bei dem man davon ausgehen kann, dass man ihn verliert. – siehe Besprechung der Entscheidung mit Link zur Pressemitteilung des Gericht: https://ka-rechtsanwalt.de/urhebervermerk-bei-fotos-im-internet-schadensersatz/
    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Seibert

    1. Stefanie Rebscher Beitragsautor

      Sehr geehrter Herr Seibert,

      herzlichen Dank für Ihren Hinweis zu unserem Blogbeitrag.

      Das Ziel unseres Blogbeitrags ist es, dass Kunden sich schon vor der Beauftragung von Fotografen der Thematik des Urheberrechts bewusst sind, um somit die spätere Zusammenarbeit zu erleichtern. Dabei wollen wir keines Falls den jeweiligen Fotografen an den Pranger stellen, sondern schon vorab über die Rechte an Bildern aufklären. Deshalb werden im Beitrag konkrete Tipps zur rechtlichen Klärung der Nutzungsrechte genannt. Diese Hinweise sollen dazu beitragen, dass Fotografen mit Kunden zusammenarbeiten, die bereits für Urheber- und Nutzungsrecht sensibilisiert sind.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihre 1822direkt

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