Unterstützung bei Streitigkeiten rund um Kfz und Straßenverkehr

Experten zufolge kommt es im Straßenverkehr besonders häufig zu Streitigkeiten.

Warum sich der Verkehrsrechtsschutz lohnt / Bild: Monkey Business Images/Shutterstock

Verkehrsrechtsschutz / Bild: Monkey Business Images/Shutterstock

Ob Sie in einen Unfall verwickelt waren, gegen einen Bußgeldbescheid vorgehen möchten oder mit der Leistung Ihrer Autowerkstatt unzufrieden sind – ein gerichtliches Vorgehen ist meist mit einem nervenaufreibenden und kostspieligen Prozess verbunden. Und genau das ist der Grund, warum sich ein Verkehrsrechtsschutz lohnen kann: In diesen Fällen übernimmt er nämlich die Kosten und bietet professionelle Unterstützung durch Rechtsanwälte.

Die Leistungen – Was sichert der Verkehrsrechtsschutz ab?

In Deutschland ist die Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Sie deckt Schadensersatzansprüche, die ein Unfallgegner gegen Sie geltend machen kann. Die Verkehrsrechtsschutzversicherung ist hingegen eine freiwillige Ergänzung für Fälle, in denen Sie selbst Schadensersatz- bzw. Schmerzensgeldansprüche gegenüber einem Dritten geltend machen möchten oder wenn die Schuldfrage unklar ist. Die folgende Übersichtstabelle zeigt, was der Verkehrsrechtsschutz abdeckt und vor was er Sie genau absichert:

Leistungen Erklärung und Beispiele
Telefonische Erstberatung Möglichkeit, telefonische Beratung von einem Anwalt Ihrer Wahl in Anspruch zu nehmen.
Voraussetzungen:
– Deutsches Recht ist anwendbar.
– Die Beratung kann ohne vorherige Prüfung der Unterlagen stattfinden.
Schadensersatz-Rechtsschutz Wenn Sie selbst Schadensersatz- oder Schmerzensgeldansprüche nach einem Verkehrsunfall geltend machen möchten, übernimmt die Versicherung Kosten für:

– Anwalt
– Gericht
– Gutachter

Das trifft ebenso zu, wenn Sie mit dem Fahrrad, zu Fuß oder in einem öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs waren.

Vertrags- und Sachenrechtsschutz Übernahme von Anwalts- und Gerichtskosten bei:

– Streitigkeiten mit der Autowerkstatt, zum Beispiel, wenn diese nicht sauber gearbeitet hat
– Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Kauf eines Wagens, zum Beispiel wegen manipulierter Abgassoftware
– Streitigkeiten aufgrund der Finanzierung eines Kfz, beispielsweise mit einem Kredit

Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz Übernahme der Anwalts- und Gerichtskosten, wenn Sie sich gegen einen Bußgeldbescheid widersetzen möchten.
Strafrechtsschutz Übernahme der Anwalts- und Gerichtskosten im Rahmen einer nicht-vorsätzlichen Straftat. Zum Beispiel, wenn Sie sich gegen angebliche Fahrerflucht oder Vorwürfe der Körperverletzung wehren wollen.
Verwaltungsrechtsschutz Übernahme der Kosten bei einem Rechtsstreit mit einer Behörde, beispielsweise weil Ihnen der Führerschein entzogen wurde.
Steuer-Rechtsschutz Übernahme der Kosten bei Streitigkeiten im Rahmen der Kfz-Steuer.

Die Personen – Wer ist in der Verkehrsrechtsschutzversicherung mitversichert?

Wer ist mitversichert? / Bild: mattomedia Werbeagentur/Shutterstock

Wer ist mitversichert? / Bild: mattomedia Werbeagentur/Shutterstock

Grundsätzlich ist immer der jeweilige Versicherungsnehmer abgesichert. Der Verkehrsrechtsschutz greift in der Regel auch bei Fahrten mit einem Mietwagen, bei Fußgängern und Radfahrern sowie bei Personen, die ein öffentliches Verkehrsmittel (Bus, Bahn o.ä.) nutzen. Je nach Anbieter und vereinbarten Konditionen, lässt sich der Versicherungsschutz auf bestimmte Personen erweitern:

  • Den Ehe- oder Lebenspartner des Hauptversicherungsnehmers
  • Mitversicherte Kinder
  • Gesondert berechtigte Fahrer
  • Insassen Ihres Fahrzeugs

Was sollten Sie außerdem berücksichtigen?

Wenn Sie eine Verkehrsrechtsschutzversicherung abschließen möchten, sollten Sie besonders folgende Konditionen im Blick behalten:

  • Versicherungssumme: Unter der Versicherungssumme versteht man jene Summe, welche die Versicherung im Schadensfall maximal übernimmt. Je nach Versicherung gibt es hier teilweise große Unterschiede von Deckungssummen über 300.000 € bis hin zu unbegrenzter Deckungssumme.

Das sollten Sie wissen: Bedenken Sie, dass mit einer höheren Versicherungssumme gleichermaßen die Beiträge für die Police steigen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft empfiehlt eine Höhe von mindestens 500.000 €.

  • Selbstbeteiligung: Bei einigen Versicherungen ist es möglich, eine Selbstbeteiligung im Schadensfall zu wählen. Diese kann zwischen 150 € und 500 € liegen. Wenn Sie sich für eine solche entscheiden, sinken in der Regel die Beiträge. Im Gegenzug steigt die Höhe der Police, je geringer Sie die Selbstbeteiligung wählen. Bei manchen Versicherungsträgern sinkt diese, wenn Sie eine bestimmte Anzahl an Jahren keine Ansprüche gegenüber der Versicherung geltend gemacht haben.
  • Auslandsschutz: Viele Versicherer bieten auch im europäischen Ausland Schutz, manche sogar weltweit. Dabei kann es jedoch sein, dass die Versicherung im Ausland nur für einen bestimmten Zeitraum nach Abschluss gültig ist und eine geringere Deckungssumme umfasst. Wenn Sie planen, ins Ausland zu fahren, um dort eine Zeit lang zu leben oder zu arbeiten, sollten Sie sich speziell über diese Konditionen informieren.
  • Wartezeit: Nach Abschluss von Rechtsschutzversicherungen können Sie für gewöhnlich sofort auf deren Leistungen zugreifen. Gesonderte Regelungen finden Sie im Vertrag (häufig unter der Rubrik „Zeitliche Ausschlüsse“).

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