Unterhaltspflicht 2018: Darüber sollten Sie jetzt Bescheid wissen

Informieren Sie sich über die Unterhaltspflicht 2018 / Bild: Nina Buday/Shutterstock

Änderung der Unterhaltspflicht 2018

Die sogenannte Düsseldorfer Tabelle wurde im Jahr 1962 vom Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf eingeführt. Sie hat offiziell keine Gesetzeskraft, dient aber seit jeher als Richtlinie zur Bestimmung des Unterhalts. Auch von Gerichten wird die Tabelle anerkannt und als Maßstab zur Unterhaltsberechnung genutzt. Über das Internet wird sie Eltern öffentlich zugänglich gemacht und gibt so unterhaltspflichtigen Vätern und Müttern Auskunft über die Höhe des monatlich zu zahlenden Betrags. Zum 01.01.2018 erfolgt eine Anpassung der Unterhaltssätze. Was sich ändert, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Das sollten Sie in Bezug auf die Unterhaltspflicht 2018 wissen

Erhöhung des Mindestunterhalts

Konkret beziehen sich die Änderungen darauf, dass Kinder unterhaltspflichtiger Väter oder Mütter ab 2018 Anspruch auf mehr Geld haben. Dabei steigt der Mindestunterhalt in Bezug auf die Altersstufen wie folgt:

  • Kinder bis 6 Jahre: 348 Euro (statt bisher 342 Euro)
  • Kinder bis 12 Jahre: 399 Euro (statt bisher 393 Euro)
  • Kinder bis zum 18. Lebensjahr: 467 Euro (statt 460 Euro)

Unverändert bleibt der zu zahlende Unterhalt für volljährige Kinder, die noch bei einem Elternteil wohnen, bei 527 Euro.

Anrechnung des Kindergeldes

Auf den jeweiligen Unterhaltsbedarf wird das Kindergeld angerechnet:  Bei minderjährigen Kindern zur Hälfte auf den Barunterhalt, bei einem volljährigen Kind in vollem Umfang. Das hat zur Folge, dass die tatsächlichen Zahlbeträge geringer werden. Die Höhe des Kindergeldes verhält sich 2018 folgendermaßen:

  • Für das erste und zweite Kind erhalten Eltern 194 Euro
  • Für ein drittes Kind zahlt der Staat 200 Euro
  • Für das vierte und jedes weitere Kind gibt es eine finanzielle Unterstützung von 225 Euro

Beispiel: Der zu zahlende Unterhalt laut Düsseldorfer Tabelle beläuft sich ab 2018 bei einem Kind bis 6 Jahre auf 348 Euro. Davon muss nun das halbe Kindergeld abgezogen werden, bei einem Kind 97 Euro (von 194 Euro). Daraus entsteht ein zu zahlender Kindesunterhalt von 251 Euro.

Anhebung der Einkommensgruppen

Erstmals seit 10 Jahren kommt es bei der Unterhaltspflicht ab 2018 zusätzlich zu einer Anhebung der Einkommensgruppen. Somit beginnt die Düsseldorfer Tabelle bei einem bereinigten Nettoeinkommen bis 1.900 Euro (statt bisher 1.500 Euro) und endet bei 5.500 Euro (statt bisher 5.100 Euro). Konkret bedeutet das: Durch die Änderung der Unterhaltspflicht 2018 werden etliche Unterhaltspflichtige in eine niedrigere Einkommensgruppe eingestuft und müssen in der Folge geringere Sätze zahlen.

Die Düsseldorfer Tabelle wurde 1962 eingeführt / Bild: Tamara Kirsanova/Shutterstock

Änderung des Bedarfskontrollbetrags

Der Bedarfskontrollbetrag soll für eine gerechte Verteilung des Einkommens zwischen Unterhaltspflichtigem und Unterhaltsberechtigtem sorgen. Das heißt: Der zu zahlende Vater oder die Mutter dürfen nach Zahlung des Unterhalts finanziell nicht schlechter gestellt sein als das Kind. Auch der Bedarfskontrollbetrag wird im Rahmen der geänderten Unterhaltspflicht 2018 angehoben. In der ersten Einkommensgruppe liegt er bei 1.080 Euro und entspricht damit dem notwendigen Selbstbehalt. In der zweiten Einkommensgruppe steigt der Betrag auf 1.300 Euro (statt bisher 1.180 Euro). Bei allen weiteren Gruppen kommt es zu einer Erhöhung von 100 Euro. Angewandt wird das Prinzip des Bedarfskontrollbetrags wie folgt: Ist nach Abzug der Unterhaltsbeiträge das Einkommen des Zahlungspflichtigen geringer als der angegebene Betrag in der Düsseldorfer Tabelle, dann wird der Unterhaltspflichtige automatisch in die nächst niedrigere Einkommensgruppe eingestuft. Und zwar so weit nach unten, bis das Einkommen den Bedarfskontrollbetrag nicht mehr unterschreitet. Daraus resultiert, dass Sie gegebenenfalls weniger Unterhalt zahlen müssen, um selbst finanziell besser gestellt zu sein.

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