Unfall bei Eis und Schnee: Wann Ihnen auch das Finanzamt hilft

Welche Steuervorteile Sie kennen sollten, wenn es auf eisglatter Straße kracht

Eis und Schnee haben Deutschland fest im Griff. Bei eisglatten Straßen steigt auch die Gefahr eines Unfalls. Ärgerlich, wenn Sie betroffen sind. Gerade wenn ein Unfall selbst verschuldet ist, kann es teuer werden. Was dann aber nur wenige wissen: Nicht nur die Versicherung kommt für Schäden auf. Auch vom Finanzamt können Sie sich immer wieder einen Teil der Kosten zurückholen! Darum geht es:

Bei Eis und Schnee passieren Unfälle besonders häufig auf dem Weg zur Arbeit – oft morgens früh, wenn noch nicht geräumt und gestreut worden ist. Ereignet sich der Unfall auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, können Sie die entstandenen Kosten als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen! Solche Unfallkosten sind nicht mit den Fahrtkosten abgegolten, die Sie mit der Entfernungspauschale in der Steuererklärung geltend machen. Zumindest einen Teil bekommen Sie so als Steuerersparnis wieder zurück. Beachten Sie dabei:

Natürlich können Sie nur den Teil der Kosten steuerlich geltend machen, der nicht von der eigenen Versicherung oder der des Unfallgegners übernommen wurde. Beispiel: Sie haben durch einen Unfall einen nachweislichen Schaden von 1.500 €. Davon erstattet Ihnen die Versicherung nur 1.000 €. Dann können Sie die verbleibenden 500 € bei den Werbungkosten geltend machen, wenn sich der Unfall auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ereignet hat.

Häufiger Fall beispielsweise: Wenn Sie vollkaskoversichert sind und einen Unfall verursachen, zahlt Ihre Versicherung auch den eigenen Schaden – bis auf eine Selbstbeteiligung etwa in Höhe von 500 €. Dann können Sie diesen Selbstbeteiligungsbetrag bei den Werbungskosten in Ihrer Steuererklärung steuerlich absetzen.

Achtung: Wenn der Unfall während einer Dienstreise mit dem eigenen Auto passiert, kommt es häufig vor, dass der Arbeitgeber die Kosten in voller Höhe erstattet. Dann gilt das Gleiche wie bei den Erstattungen der Versicherung: Diese Beträge können steuerlich nicht geltend gemacht werden.

Eine häufige gestellte Frage in diesem Zusammenhang lautet: Steigen nach einem selbstverschuldeten Unfall die Beiträge für die Versicherung? Diese zusätzlichen Kosten können leider nicht bei den Werbungskosten geltend gemacht werden, sondern unter Umständen nur bei den „anderen Versicherungsbeiträgen“.

Wichtig in jedem Fall: Bewahren Sie alle Rechnungen, Quittungen und Belege auf, um Ihre Kosten lückenlos nachweisen zu können. Denken Sie im Fall eines Unfalls neben den Kosten für die Werkstatt auch an die folgenden Punkte:

  • Gutachterkosten
  • Schadenersatzleistungen
  • Kosten für Ersatzmietwagen
  • Gerichts- und Anwaltskosten
  • Wertminderung (im Beamtendeutsch: „Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung“), wenn der Schaden nicht repariert wird

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