Träume verwirklichen – positives Denken ist nicht genug!

Psychologin hat erkannt: Realistisch Denken ist zielführender als übertriebener Optimismus

Welche sind Ihre Lebensziele und Wünsche? Träumen auch Sie von einem Vermögen, das Ihnen Sicherheit gibt? Oder von einem großen eigenen Haus, in dem Sie tun und lassen können, was Sie wollen?

Träume verwirklichen – positives Denken ist nicht genug!

Träume verwirklichen / Bild: iStock

Jeder hat Träume und Wünsche im Leben. Viele glauben, dass man der Erfüllung dieser Lebensziele allein durch positives Denken schon näher komme. „Du musst nur fest daran glauben“, heißt es im Volksmund. In manchen Ratgebern zum positiven Denken wird gar empfohlen, ein eigenes Buch anzulegen, in dem Sie Bilder von Ihren Wünschen im Leben, also zum Beispiel vom Traumhaus, der teuren Uhr oder dem Vermögen sammeln.

Jetzt gibt es interessante neue Erkenntnisse aus der Psychologie: Positives Denken nach diesem Muster allein reicht nicht, um die Ziele im Leben zu verwirklichen. Schlimmer noch: Wer sich seine Ziele erträumt, hat sogar geringere Chancen, diese Träume zu verwirklichen. Das hat die Psychologin und Autorin Gabriele Oettingen in Versuchen festgestellt: „Ich habe eine Studie mit Frauen gemacht, die sich für ein Programm zur Gewichtsreduktion angemeldet hatten. Das Ergebnis: Je positiver sich die Frauen vorab ihren Erfolg vorgestellt und je rosiger sie sich ihr neues schlankes Leben ausgemalt haben, desto weniger Kilos haben sie dann tatsächlich verloren“, berichtet sie in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“.

Ähnliches stellte sie in weiteren Versuchen mit Uni-Absolventen fest: Je positiver sich die Berufsanfänger den Start ins Berufsleben und die Jobsuche zuvor in Gedanken ausgemalt hatten, desto mehr Probleme hatten sie tatsächlich dabei, einen guten Arbeitsplatz zu finden.

Die Erklärung für diesen überraschenden Effekt: Wer von der schönen Zukunft träumt, entspannt sich und bekommt ein zufriedeneres Gefühl – beinahe so, als wäre das Ziel schon erreicht. Die Folge dann: Wer träumt, lehnt sich eher entspannt zurück und tut weniger, um das Lebensziel tatsächlich zu erreichen.

Die Psychologin Oettingen empfiehlt deshalb, sich schön Ziele nicht nur im positiven Denken auszumalen, sondern sich auch vor Augen zu halten, welche Hindernisse auftauchen könnten. Das aktiviere und führe dazu, die Ärmel hochzukrempeln und wirklich etwas für die Erfüllung der Wünsche im Leben zu tun. Realistisch denken lautet also die Devise! Dazu hat sie die WOOP-Formel entwickelt:

  • W steht für „wish“: Sie formulieren also einen Wunsch oder ein Ziel, das Ihnen wichtig ist.
  • Das erste O steht für „outcome“: Was springt dabei für Sie heraus? Was haben Sie davon, wenn Sie das Ziel erreichen?
  • Das zweite O steht für „obstacle“: Welche Hindernisse müssen überwunden werden, um das Ziel zu erreichen?
  • P steht für „plan“: Das sind die konkreten Schritte, um die Hindernisse zu überwinden und zum Ziel zu gelangen.

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