Tipp-Spiele: Wird auch das Finanzamt Weltmeister?

„Ich habe bei Tipp-Spielen gewonnen – Muss ich die Gewinne versteuern wie meinen Arbeitslohn?“

Haben auch Sie in den letzten Tagen schöne Gewinne eingefahren? Wer an einem Tipp-Spiel zur WM teilgenommen hat, das von Kollegen oder Freunden organisiert wurde, und die richtigen Ergebnisse vorhergesagt hat, konnte sich nicht nur über den WM-Titel der deutschen Mannschaft freuen. Jetzt werden nämlich die Gewinne verteilt. Bei manchen Tipp-Runden mit großem Teilnehmerkreis kommen ansehnliche Gewinne im dreistelligen Bereich zusammen. Da tauchen immer wieder Fragen wie diese auf:

„Ich habe mich an zahlreichen Tipp-Spielen beteiligt. Wie sieht es aus, wenn ich dabei etwas gewinne? Muss ich die Beträge versteuern wie meinen Arbeitslohn?“

Die gute Nachricht

Wettgewinne fallen in Deutschland nicht unter das Einkommensteuergesetz und gelten daher als nicht zu versteuernde Geldzuflüsse. Im Klartext: Haben Sie bei einem Tipp-Spiel gewonnen, gehört das Geld allein Ihnen. Das Finanzamt bekommt nichts davon ab.

Das Gleiche gilt übrigens für Lottogewinne und Gewinne aus Preisausschreiben: Sie müssen nicht versteuert werden.

Aber Achtung!

Diese Steuerfreiheit bei Tipp- und Gewinnspielen oder Preisausschreiben bedeutet nicht, dass jedes Preisgeld bei Spielen steuerbefreit ist. Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, einmal an einer der vielen Reality-Shows der Privatsender teilzunehmen, bei denen es ebenfalls Preisgelder zu gewinnen gibt, sollten Sie sich darauf einstellen, dass der Gewinner einen Anteil ans Finanzamt abführen muss.

Faustregel dabei: Wenn der Gewinn auch als Ausgleich für eine schauspielerische Leistung gesehen werden kann, ist er steuerpflichtig.

Aufsehen erregte der Gewinner der fünften Staffel von „Big Brother“: Der Bundesfinanzhof entschied 2012, dass er seinen Millionen-Gewinn versteuern musste, weil die Show kein Spiel sei, sondern Arbeit.

In diesem Zusammenhang taucht auch immer wieder die Frage auf: „Was ist mit privaten Verkaufsgewinnen?“ Sie haben beispielsweise eine Münzsammlung vom Großvater geerbt und diese nun mit Gewinn verkauft? Oder Sie haben Ihre Schrankwand bei eBay versteigert, weil sie nicht mehr in die neue Wohnung passt? Müssen solchen Einnahmen versteuert werden?

Auch bei diesen Fragen lautet die beruhigende Antwort: Hier bleibt das Finanzamt ebenfalls außen vor. Private Verkäufe sind steuerfrei. Erst dann, wenn Sie Waren einkaufen, um sie mit Gewinn wieder zu verkaufen, entsteht ein Gewerbe und damit eine Steuerpflicht auf die Gewinne. Und diese Pflicht sollte jeder ernst nehmen, der Spaß daran findet, nebenher einen kleinen Handel aufzuziehen. Denn das Finanzamt sucht gezielt in Auktionsplattformen nach Händlern, die sich als Privatverkäufer tarnen, um die Steuerpflicht zu umgehen.

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