Supper Clubs: Die neue Konkurrenz für den Italiener um die Ecke

Der Italiener um die Ecke, der Thailänder oder die gutbürgerlichen Stuben bekommen unerwartete Konkurrenz: private Restaurants im Wohnzimmer.

„Supper Clubs“ heißen die Privatrestaurants, die vor allem in immer mehr Großstädten der neue Trend sind. Die Idee dahinter:

Privatleute, die gern kochen, empfangen andere Feinschmecker zum Essen in den eigenen vier Wänden. Das Wohnzimmer wird für einen Abend zur Gaststube. Wirklich eingeladen sind die Gäste dabei allerdings nicht – wie im Restaurant müssen sie für den Verzehr bezahlen. Ort und Uhrzeit dieser Supper Clubs werden per Mail oder soziale Netzwerke im Internet bekanntgegeben. Mittlerweile gibt es schon spezielle Internetseiten, auf denen Gäste sich eines dieser Privatrestaurants in der Nähe suchen oder Gastgeber ihr Angebot präsentieren und Gäste werben können.

Was die Idee für viele so reizvoll macht

  • Ein Abend im privaten Wohn- oder Esszimmer eines Fremden bietet Abwechslung gegenüber dem Einerlei, das viele Restaurants auf der Karte haben.
  • Anders als im Restaurant kommen in den Supper Clubs oft Fremde zusammen und genießen das Essen gemeinsam an einem Tisch. Die Clubs bieten also die Gelegenheit, andere kennenzulernen.
  • Nicht zuletzt spielen aber auch die Finanzen eine Rolle: Das Essen im Privatrestaurant ist oft erheblich preiswerter als im Restaurant. Die Gastgeber berechnen für die Teilnehmer oft nur den Einkaufspreis für die Zutaten, Wein und die anderen Getränke. Da gibt es dann auch einmal ein aufwendiges Mehrgang-Menü inklusive Wein für 20 oder 30 Euro.
  • Ambitionierte Hobbyköche können als Gastgeber überprüfen, ob ihre Kochkünste wirklich so gut sind, und sich über Lob freuen, wenn die Soße gelungen und das Fleisch zart ist.

Wer als Gast oder Gastgeber an einem Supper Club teilnehmen will, sollte ein paar Punkte beachten und Risiken kennen. Die wichtigsten:

Wer sich im Supper Club den Magen verdirbt, weil die Speisen nicht in Ordnung waren oder die Hygiene-Standards nicht eingehalten wurden, geht ein höheres Risiko ein. „Sollte sich ein Gast einmal den Magen in einem Supper Club verderben, muss er nachweisen, dass der Betreiber einen Fehler gemacht hat. Im Restaurant dagegen liegt die Beweislast nicht beim Gast“, so die Stiftung Warentest. Wer ein privates Restaurant besucht, gehe auf eigene Gefahr dorthin – auch wenn er für das Essen bezahlt.

Aber auch für den Veranstalter gibt es einige wichtige Regeln. Der wichtigste Punkt: Wer versucht, mit dem privaten Restaurant Geld zu verdienen, kommt schnell ins Visier der Behörden. Nicht nur das Finanzamt möchte dann schnell einen Anteil an den Gewinnen sehen. Auch die strengen Hygienevorschriften, die für Gastronomiebetriebe gelten, müssen dann beachtet werden. Hinzu kommt: In einer Mietwohnung darf in der Regel kein Gastronomiebetrieb eröffnet werden.

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