Steuerfalle „Babysitter“ – Bargeld ist tabu!

Neues Urteil, das Sie kennen sollten, wenn Sie Kinder betreuen lassen und Steuern sparen wollen

Steuerfalle Babysitter

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Wenn Sie Ihre Kinder von einem Babysitter oder einer Tagesmutter betreuen lassen, können Sie die Kosten dafür bei der Steuer geltend machen – so wie die Beiträge beispielsweise zum Kindergarten. Wer regelmäßig Ausgaben für die Kinderbetreuung hat, kann bei der nächsten Steuererklärung interessante Beträge sparen. Doch Achtung:

 

Ob Sie sich den Vorteil bei der nächsten Steuererklärung sichern können, hängt auch davon ab, wie Sie den Babysitter oder die Tagesmutter bezahlen. Der wichtigste Grundsatz: Bargeld ist tabu! Zahlen Sie möglichst immer per Überweisung. Ein neues Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) hat die Regeln noch einmal verschärft.

Wie viel Steuern Sie mit der Kinderbetreuung sparen können

Kinderbetreuungskosten können Sie für Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr (also bis zum 14. Geburtstag) geltend machen, und zwar: pro Kind zwei Drittel der nachgewiesenen Ausgaben von maximal 6.000 €, also höchstens 4.000 € pro Kind.

In Ihrer Steuererklärung tragen Sie die Kosten in der Anlage „Kind“ ein – dort auf Seite 3 in den Zeilen 67 bis 73.

Wichtig ist, dass Sie die Kosten und die Zahlung nachweisen können. Gehen Sie dabei so vor:

  • Weisen Sie die Kosten durch eine Rechnung oder einen anderen Beleg nach. Das kann z.  B. auch ein Bescheid über die Kindergartengebühren oder ein schriftlicher Arbeitsvertrag mit der Betreuungsperson sein.
  • Vermeiden Sie auf jeden Fall Barzahlungen, wenn es um Kosten geht, die Sie bei der Steuer geltend machen wollen. Überweisen Sie die Beträge immer und bewahren Sie die Kontoauszüge für den Fall der Überprüfung auf.

Wie wichtig dieser zweite Punkt der bargeldlosen Überweisung ist, zeigt das aktuelle Urteil des BFH:

Bisher war es häufig üblich und auch vom Finanzgericht (FG) Niedersachsen so bestätigt, dass die Überweisung nur dann zwingend notwendig sei, wenn die Kinderbetreuung durch selbstständige Dienstleister (beispielsweise Tagesmütter oder Kindergärten) erbracht wird. Eine Rechnung und bargeldlose Zahlung seien dagegen unbedingt nötig, wenn die Kinderbetreuung durch Angestellte (auch Minijobber) im Haushalt erfolge, etwa durch eine Haushaltshilfe oder einen Babysitter. Arbeitnehmer brauchen keine Rechnungen auszustellen, deshalb seien auch Barzahlungen möglich und unschädlich für die Steuervergünstigung (FG Niedersachsen, Urteil vom 20.3.2013, Az. 3 K 12356/12).

Dieses steuerzahlerfreundliche Urteil hat der BFH kürzlich einkassiert (BFH, Urteil vom 18.12.2014, Az. III R 63/13). Das heißt:

Beschäftigen Sie eine Haushaltshilfe zwecks Kinderbetreuung – beispielsweise im Minijob oder in einer Festanstellung –, zahlen Sie den Lohn immer per Überweisung. Auch wenn die Betreuungsperson lieber Cash haben will, bestehen Sie auf bargeldloser Zahlung. Eine Rechnung bekommen Sie dafür natürlich vom Angestellten nicht. Schließen Sie deshalb immer einen Arbeitsvertrag ab, in dem der Lohn und die Aufgaben schriftlich festgehalten sind. Der Vertrag übernimmt dann die Funktion der Rechnung.

 

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