Steuererklärung 2015 – Was dürfen Sie absetzen?

Gästetoilette von der Steuer absetzen – das funktioniert leider nicht

Steuererklärung 2015

 

Sind auch Sie schon fieberhaft auf der Suche nach Belegen, die Sie bei der Steuer absetzen könnten? Am 31.5. ist Stichtag für die Abgabe der Steuererklärung 2014. Wer den Termin einhalten will, sollte jetzt langsam alle Unterlagen beisammenhaben. Bei der Suche nach Steuer-Spar-Möglichkeiten sollten Sie es aber nicht übertreiben. Denn bei besonders kuriosen oder kreativen Steuer-Spar-Ideen spielt das Finanzamt nicht mit. Zum Beispiel hier:

Gästetoilette – Steuerabzug nicht möglich

Eine interessante Idee hatte ein Berufstätiger – selbst Finanzbeamter! –, um eigene Steuern zu sparen: Weil er sich zu Hause ein Arbeitszimmer eingerichtet hatte, wollte er anteilige Kosten für die Toilette geltend machen. Dazu führte er aus, dass er zu rund zwei Drittel der zu Hause verbrachten Zeit im Dienst sei. Eine zu Hause vorhandene zweite Toilette nutze er9- bis 10-mal täglich. 8- bis 9-mal davon während des Dienstes. Daraus ergab sich eine berufliche Toilettennutzung von 73,58 %. Wie nicht anders zu erwarten, machten ihm die Kollegen einen Strich durch die Rechnung, weil es sich nicht einmal um einen betriebsstättenähnlichen Raum handele (Finanzgericht Baden-Württemberg vom 21.1.2013, Az. 9 K 2096/12). Wenn Sie also ein häusliches Arbeitszimmer bei der Steuer absetzen können – die anteiligen Kosten für die Toilette können Sie nicht geltend machen.

Sky-Fußball-Abo – Steuerabzug nicht möglich

Die Kosten für das teure Bundesliga-Abo beim Bezahlsender sind recht hoch. Wäre es da nicht schön, sie von der Steuer abzusetzen und sich so ein paar Euros bei der Steuererklärung zurückzuholen?

Auch das können Sie vergessen. Mit dem Versuch ist jetzt sogar ein Fußballprofi gescheitert, bei dem eine Anerkennung der Kosten nachvollziehbar wäre (Finanzgericht Münster, Urteil vom 24.3.2015, Az. 2 K 3027/12 E). Der Profi hatte ein Sport- und Bundesliga-Abo bei Sky. Die Abo-Rechnung machte er in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend. Der Lizenzspieler in der 2. Fußballbundesliga argumentierte, dass er sich durch das Abo über das Spielgeschehen auf dem Laufenden halten sowie seine taktischen und spielerischen Fähigkeiten schulen wolle. Es handele sich also um Fortbildungskosten, die steuerlich anerkannt werden sollten.

Auch das sahen die Finanzrichter anders und erkannten die Abo-Kosten nicht einmal teilweise an. Die Fußballübertragungen richten sich nicht an ein Fachpublikum, sondern seien zur Unterhaltung gedacht. Die Berichterstattung richte sich an Laien. Zur beruflichen Fortbildung sei die Übertragung deshalb nicht geeignet – ein Abzug komme also selbst bei einem Fußballprofi nicht infrage.

Übrigens: Die Steuererklärung kann sogar Spaß machen. Vorausgesetzt, man weiß sich zu motivieren

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