Start mit Steuervorteil

Steuervorteil

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Studium und Ausbildung als Werbungskosten von der Steuer absetzen: So starten Sie mit einem großen Steuervorteil ins Berufsleben

Wer studiert oder sich in einer anderen Berufsausbildung befindet, kann jetzt wahrscheinlich kräftig Steuern sparen. Was nur wenige Betroffene wissen und nutzen: Im vergangenen Jahr hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Studenten für ihr Erststudium oder ihre Erstausbildung der volle Werbungskostenabzug zusteht.

Bisher war es nur möglich, die Kosten fürs Studium als Sonderausgaben abzusetzen. Das hat gegenüber den Werbungskosten entscheidende Nachteile: Die Sonderausgaben fürs Studium sind in der Regel auf 6.000 € begrenzt und dürfen nicht mit Gewinnen in anderen Jahren verrechnet werden. Deshalb bleibt der Sonderausgabenabzug für Studenten oft wirkungslos. Anders bei Anerkennung der Studienausgaben als Werbungskosten:

Verluste aus Werbungskosten dürfen mehrere Jahre in die Zukunft vorgetragen werden. Wenn Sie also nach Abschluss des Studiums arbeiten und ein Gehalt bekommen, senken die alten Verluste aus dem Studium die Steuer spürbar. Hier können einige tausend Euro an Steuerersparnis herauskommen. Ein angenehmer warmer Regen, der den Start ins Berufsleben versüßen kann!

Leider gibt es noch einen Wermutstropfen

Der Bundesfinanzhof hat sich zwar für den Werbungskostenabzug entschieden. Doch das allerletzte Wort hat nun das Bundesverfassungsgericht. Deshalb kann es passieren, dass das Finanzamt den Werbungkostenabzug fürs Studium nicht anerkennt. Doch auch in diesem Fall ist der Vorteil noch nicht verloren:

Lehnt Ihr Finanzamt den Abzug ab, legen Sie Einspruch ein mit dem Hinweis auf die anstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Spricht sich dann auch das Verfassungsgericht für den Abzug aus, haben Sie sich durch Ihren Einspruch Ihre Steuerersparnis gesichert!

Wie Sie sich den Vorteil jetzt sichern

  • Sammeln Sie jetzt die Belege, mit denen Sie die Kosten für Ihr Studium nachweisen. Denken Sie dabei nicht nur an Bücher etc. Darunter fallen beispielsweise auch große Posten wie die Miete für ein Studentenzimmer als Zweitwohnsitz am Studienort, wenn Sie nicht zu Hause wohnen.
  • Geben Sie eine jährliche Steuererklärung ab. Dabei kommt in der Regel ein deutlicher Verlust heraus. Denn der Unterhalt, den die Eltern zahlen, muss bei der Steuer nicht als Einnahme gegengerechnet werden. Auch ein 450-€-Minijob, wie ihn viele Studenten haben, wirkt sich in der Steuererklärung nicht als steuerpflichtige Einnahme aus, weil alle Steuern und Abgaben bei Minijobs schon pauschal abgegolten werden.
  • Diese Verluste werden dann mit den Gehaltseinnahmen verrechnet, die Sie nach Ende des Studiums im Beruf erzielen. Voraussetzung: Der ergriffene Beruf muss mit dem Studium in Verbindung stehen. Wer also beispielsweise Philosophie studiert hat und nach Abschluss als Kellner arbeitet, kann die Kosten fürs Studium nicht geltend machen.

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