Versicherungen: Sicher ist sicher! Lohnt es sich wirklich, alles abzusichern?

„Wollen Sie eine Versicherung dazu?“ – Diese Frage gehört beinahe schon zum Standard – egal, was Sie kaufen: Wer beim Optiker die neue Brille abholt, kann gleich die passende Brillenversicherung abschließen…Wer sich ein neues Mobiltelefon gönnt, muss darüber nachdenken, ob er eine Handyversicherung braucht… Im Elektromarkt gibt es die Elektrogeräteversicherung…

Im Wunsch, die Freude über die neue Anschaffung möglichst lange wachzuhalten, schließen viele spontan beim Kauf eine solche Versicherung ab. Doch lohnt es sich wirklich, alles und jedes abzusichern? Experten raten dazu, genau hinzuschauen und sich die Sache zweimal zu überlegen.

Beispiel Brillenversicherung

Wer spontan beim Kauf eine solche Versicherung abschließt, macht sich häufig gar nicht klar, was die Versicherung abdeckt und was nicht. So zahlt die Versicherung zwar bei einem Schaden – meist aber nicht bei einem Verlust. Das stellen die Versicherten häufig erst dann fest, wenn sie die teure Brille verloren haben und die Versicherung mit Hinweis auf die Konditionen abwinkt.

Hinzu kommt, dass im Versicherungsfall oft ein hoher Eigenanteil gezahlt werden muss. Und nicht zu vergessen: Schäden, die ohne Verschulden des Versicherten an der Brille auftreten, repariert der Optiker auch so kostenlos im Rahmen der Gewährleistung.

Lohnenswert sei die Versicherung allenfalls „für Schussel, deren Brille häufig kaputtgeht“, schreibt die Stiftung Warentest zum Angebot einer großen Optikerkette.

Beispiel Handyversicherung

Auch bei der Versicherung fürs Mobiltelefon lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Wer hier vorschnell eine Versicherung abschließt, kann sogar draufzahlen. Das hat die Tageszeitung „Die Welt“ kürzlich an einem Beispiel durchgerechnet:

In diesem Beispiel tritt für ein Handy, das 200 Euro gekostet hat, der Schadensfall ein.

Die Handyversicherung kostet 7 Euro pro Monat, ein Selbstbehalt von 50 Euro ist vereinbart. Dann hat der Versicherte innerhalb von eineinhalb Jahren 176 Euro inkl. Selbstbehalt bezahlt.

Beträgt der Zeitwert des Handys nach den eineinhalb Jahren noch 80 %, bekommt der Versicherte dann möglicherweise lediglich 160 Euro von der Versicherung. Unter dem Strich hat er also für die Versicherung mehr bezahlt, als er im Schadensfall ausgezahlt bekommt!

Dieses Beispiel zeigt: Eine Versicherung lohnt sich eher dann, wenn es sich um ein sehr teures Gerät handelt. Gleichzeitig kommt es auf die Konditionen an. Wenn die Selbstbeteiligung hoch ist oder im Fall der Fälle nur ein geringer Zeitwert ausgezahlt wird, ist die Versicherung schnell uninteressant. Und auch bei der Handyversicherung gilt: Diebstahl ist häufig ausgeschlossen!

Tipp: Überprüfen Sie Ihre vorhandenen Versicherungen daraufhin, ob sie den Schutz bieten, der Ihnen wichtig ist. So ist beispielsweise der Diebstahl des Handys innerhalb der eigenen Wohnung meist durch die Hausratversicherung abgedeckt. Durch Zusatzpolicen können Sie den Schutz auch ausweiten, beispielsweise aufs Auto.

Ihre Alternative zu den vielen Versicherungen

Legen Sie einfach regelmäßig einen kleinen Betrag auf ein Tagesgeldkonto für eine neue Brille oder ein neues Handy an!

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