Senioren als Betrugsopfer: Schützen Sie sich und Angehörige

Vorsicht! Zunehmend geben sich Betrüger als Enkel aus / Bild: Sergey Nivens/Shutterstock

Vorsicht! Zunehmend geben sich Betrüger als Enkel aus / Bild: Sergey Nivens/Shutterstock

Senioren als Betrugsopfer

Aktuell hört man immer wieder verstärkt vom Enkeltrick-Betrug und anderen Betrugsmaschen, bei denen vor allem Senioren Opfer der Betrüger sind. Diese nutzen die Hilflosigkeit älterer Menschen aus und setzen sie nicht selten unter emotionalen Druck, indem sie behaupten, ein naher Verwandter zu sein, der in Not geraten ist und finanzielle Hilfe benötigt. Welche Maschen es gibt und wie Sie sich selbst sowie Ihre Angehörigen davor schützen können, erfahren Sie im Folgenden.

Betrugsmaschen, mit denen Täter Senioren täuschen

Die Vielzahl der Betrugsmaschen, mit denen Trickbetrüger ihre Opfer versuchen hereinzulegen, ist groß. Besonders bekannt geworden ist mittlerweile der sogenannte Enkeltrick. Dessen Erfinder wurde bereits mehrfach festgenommen, aber immer wieder freigelassen. Inzwischen hat sich ein breites und gut organisiertes Netz an Betrügern ausgebaut, die den Trick überall auf der Welt anwenden. Daneben gibt es weitere Betrugsmaschen, über die wir Sie hier aufklären möchten.

Senioren als Betrugsopfer des Enkeltricks

Der Enkeltrick ist mittlerweile beinahe ein Klassiker unter den Betrugsmaschen, mit denen die Hilflosigkeit von Senioren ausgenutzt wird. Die Täter gehen dabei so vor, dass sie das Telefonbuch gezielt nach älter klingenden Namen wie zum Beispiel Hedwig, Inge oder Egon durchsuchen. Diese rufen die Trickbetrüger an und geben sich am Telefon als deren Enkel oder ein anderer naher Verwandter aus, indem sie die Senioren deren Namen erraten lassen. Ganz nach dem Motto „Rate mal, wer hier spricht“, nehmen sie dann einfach den jeweils genannten Namen als korrekt an. Sie gaukeln den Menschen am Telefon vor, in eine prekäre Notlage geraten zu sein, aufgrund derer sie dringend eine bestimmte Summe an Geld benötigen. Um nicht als falscher Enkel erkannt zu werden, wird behauptet, man schicke einen Bekannten vorbei, der das Geld abholt. 

So schützen Sie sich und Angehörige

Bei diesem Trick wird vor allem die Besorgnis und Aufregung der älteren Menschen ausgenutzt, die ihren Enkel in Not wähnen und schnellstmöglich helfen möchten. Wichtig ist vor allem ein Wissen um das Vorgehen der Betrüger. Wenn Sie den Trick kennen, können Sie die Täter auffliegen lassen, indem Sie einen falschen Namen des Enkels nennen. Springt der Täter darauf an, obwohl Sie keinen Enkel mit diesem Namen haben, wissen Sie, dass es sich um einen Betrug handelt. Generell sollten Sie nie fremden Menschen Geld aushändigen, schon gar keine größeren Summen. Wenn Sie sich unsicher sind, ob es Ihren Enkeln gut geht, legen Sie auf und wählen deren Telefonnummer direkt um sich nach ihnen zu erkundigen oder fragen Sie bei Ihren Kindern nach, ob mit den Enkeln alles in Ordnung ist.

Senioren als Betrugsopfer von falschen Kripo-Beamten

Seit einigen Monaten kommt es immer häufiger vor, dass sich Betrüger als Polizisten ausgeben. Auch hierbei haben die Täter in erster Linie das Ziel, in die Wohnung ihrer Opfer zu gelangen. Dazu geben sie vor, sie hätten bei Einbrechern eine Notiz mit Ihrer Adresse gefunden und würden jetzt davon ausgehen, Sie seien in Gefahr. Zu Ihrer eigenen Sicherheit bieten sie an, bei Ihnen vorbei zu kommen und sich nach dem Rechten umzusehen, wobei sie ihre Opfer ausrauben. Nicht selten wird eine weitere Variante des Kripo-Tricks angewandt: Zunächst täuschen die Täter ihr Opfer mit dem Enkeltrick. Nachdem dieses das verlangte Geld ausgehändigt hat, melden sich die Betrüger erneut. Sie geben sich als Kriminalbeamte aus, die dem Enkeltrick auf die Schliche gekommen seien. Sie fordern ihr Opfer auf, das Ermittlungsverfahren zu unterstützen, indem dieses einem (falschen) Notar eine erneute Geldsumme aushändigt. Das Ganze sei überwacht von der Polizei, von der das Opfer ihr Geld nach Aufklärung des Falls zurückbekäme, was in Wahrheit natürlich nie der Fall ist.

So schützen Sie sich und Angehörige

Sie können davon ausgehen, dass Sie die Polizei niemals zur Aufklärung eines Betrugs heranzieht, indem Sie Ihr persönliches Geld einsetzen müssen. Wann immer Sie auf so eine Situation stoßen: Seien Sie misstrauisch und rufen Sie die „echte“ Polizei unter der Rufnummer 110 an, um den Fall zur Anzeige zu bringen.

Senioren als Betrugsopfer manipulierter Rufnummern

Eine weitere Betrugsmasche, durch die immer häufiger Senioren zum Betrugsopfer werden, ist das sogenannte Call-ID-Spoofing. Dabei manipulieren die Täter Telefonnummern. Mit einer solchen rufen sie ihre Opfer an und geben vor, sie seien ein Staatsanwalt und gegen das Opfer liege eine Strafanzeige vor. Es folgt die Empfehlung durch den falschen Staatsanwalt, sich Unterstützung bei einem Anwalt zu holen. Kurz darauf ruft ein solcher, der in Wahrheit ein Komplize ist, bei dem Opfer an. Er behauptet, man könne die Anklage umgehen, indem mehrere tausend Euro auf ein bestimmtes Konto überwiesen werden. Um dem Trick besondere Glaubwürdigkeit zu verleihen, ruft kurze Zeit darauf ein weiterer Komplize an, der sich dieses Mal als Kriminalbeamter ausgibt und die Vorgehensweise bestätigt. Durch Manipulation der Rufnummer sieht es auf dem Display des Telefons tatsächlich so aus, als rufe ein Mitarbeiter der Polizei an. Selbst wenn Sie online nach der Telefonnummer suchen würden, würden Sie sehen, dass diese zur Polizei oder einem offiziellen Anwalt gehört.

Im Zweifelsfall von der Polizei den Sachverhalt bestätigen lassen / Bild: Kzenon/Shutterstock

Im Zweifelsfall von der Polizei den Sachverhalt bestätigen lassen / Bild: Kzenon/Shutterstock

So schützen Sie sich und Angehörige

Lassen Sie sich nicht am Telefon von einem angeblichen Ermittlungsverfahren gegen Sie einschüchtern. Über ein solches würden Sie immer schriftlich informiert werden. Das erfolgt grundsätzlich per Einschreiben oder mittels einer speziellen Zustellungsurkunde für amtliche Schriftstücke. Rufen Sie im Ernstfall bei dem jeweiligen Anwalt oder der Polizei direkt an, um nachzufragen. Drücken Sie dabei aber nicht auf die Rückruftaste Ihres Telefons, denn dann würden Sie zu den Tätern weitergeleitet werden. Geben Sie stattdessen die 110 oder die Nummer des Anwalts aus dem Telefonbuch manuell ein.

Senioren als Betrugsopfer nicht bestellter Handwerker

Auch bei diesem Betrug geht es darum, dass sich die Täter Zugang zu Ihrer Wohnung verschaffen. Sie geben sich als Techniker aus, die elektronische Leitungen modernisieren müssen oder als Mitarbeiter der Stadtwerke, die kommen, um die Wasserleitungen zu überprüfen. In diesem Fall sind die Täter meist zu zweit: Während einer Sie in ein Gespräch verwickelt und gezielt ablenkt, gibt ein anderer vor, zur Toilette zu müssen. Dieser durchsucht dann Ihre Wohnung nach Geld und weiteren Wertgegenständen.

So schützen Sie sich und Angehörige

Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass Mitarbeiter einer Behörde oder Handwerker nie unangemeldet oder ohne Ihre Aufforderung erscheinen. Sollte das doch einmal der Fall sein, können Sie diesen wegschicken und um einen offiziellen Termin bitten. Lassen Sie nie fremde Menschen in Ihre Wohnung, schon gar nicht unbeaufsichtigt und wenn Sie alleine sind.

Kurzer Ratgeber zum Schutz von Senioren vor Betrugsmaschen

  • Seien Sie grundsätzlich immer misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht direkt mit seinem Namen zu erkennen gibt.
  • Wann immer jemand telefonisch eine Geldsumme von Ihnen verlangt, legen Sie sofort den Hörer auf und informieren Sie die Polizei.
  • Händigen Sie nie Geld an unbekannte Personen aus.
  • Lassen Sie sich im Zweifelsfall immer die Korrektheit eines Sachverhalts bestätigen. Je nachdem, welcher Trick angewendet wurde, entweder von Ihrem Enkel, dem jeweiligen Anwalt oder der Polizei. Geben Sie die entsprechende Rufnummer immer direkt an Ihrem Telefon ein.
  • Teilen Sie sensible Daten wie Familienverhältnisse oder Informationen zu Ihrer finanziellen Situation nie mit unbekannten Dritten.
  • Wann immer Sie sich unsicher sind: Holen Sie sich Hilfe bei der Polizei unter der Rufnummer 110.

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