Schon wieder Streik?

Geld zurück, wenn Piloten oder Lokführer wieder einmal streiken? So geht´s:

Kaum eine Woche vergeht ohne Meldungen über neue Streiks von Piloten oder Lokführern. Das ist ärgerlich, wenn Sie deshalb auf Bahnhöfen und Flughäfen festsitzen oder Ihre Reise gar nicht erst antreten können. Damit Sie dann nicht auch noch auf den Kosten für das wertlose Bahn- oder Flugticket sitzenbleiben, sollten Sie Ihre Rechte kennen. Hier die wichtigsten Punkte, mit denen Sie bei Streiks Ihr Geld zurückbekommen.

Wenn der Flug wegen Streiks ausfällt

  • Droht ein Streik, schauen Sie möglichst früh auf die Internetseite der Fluggesellschaft. Fällt Ihr Flug nämlich aus, können Sie dort häufig umbuchen oder stornieren.
  • Kommt das nicht infrage und fällt Ihr Flug wegen eines Streiks aus, ist die Fluggesellschaft dazu verpflichtet, sich um eine Ersatzbeförderung zu kümmern, also um einen Ersatzflug oder alternativ bei Verbindungen innerhalb Deutschlands einen Transport mit der Bahn oder dem Bus.
  • Sind Sie an einem Flughafen gestrandet, weil Ihr Rück- oder Anschlussflug einem Streik zum Opfer fällt, muss sich die Fluggesellschaft um Sie kümmern. Bei Flügen bis zu 1.500 km muss die Fluggesellschaft Sie bereits nach zwei Stunden mit Essen und Getränken versorgen, bei 1.500 bis 3.000 km nach drei Stunden, ab 3.000 km nach vier Stunden. Müssen Sie ungeplant übernachten, weil der Flug auf den nächsten Tag verschoben wird, muss die Fluggesellschaft das Hotel bezahlen.
  • Aber Achtung: Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung haben Sie bei Streik nicht! Denn höchstrichterlich wurde entschieden, dass bei Streik höhere Gewalt vorliegt.

Wenn die Bahnfahrt wegen Streiks ausfällt

  • Sobald absehbar ist, dass Sie wegen eines Zugausfalls oder einer Zugverspätung mehr als 60 Minuten später als geplant an Ihrem Ziel eintreffen, können Sie sich den Fahrpreis erstatten lassen. Sind Sie schon unterwegs und fällt dann beispielsweise ein Anschlusszug aus, sodass Sie Ihr Ziel nicht mehr erreichen können, können Sie sich auch noch den Preis für die Rückfahrt erstatten lassen.
  • Den Umstieg auf andere Verkehrsmittel müssen Sie in den meisten Fällen selbst bezahlen. Nur wenn die geplante Ankunftszeit eines ausgefallenen Zugs zwischen 0 und 5 Uhr liegt, können Sie beim Umstieg auf ein anderes Verkehrsmittel mit einer Erstattung rechnen. Aber auch dann erstattet die Bahn nur maximal 80 €.
  • Informieren Sie sich aber immer genau, ob die Bahn alternative Reisemöglichkeiten zur Verfügung stellt. Wer diese Angebote nicht nutzt und auf eigene Faust einen alternativen Transport bucht, bleibt auf seinen Kosten sitzen.

Wenn Sie Ansprüche geltend machen wollen, nutzen Sie dazu das Fahrgastrechte-Formular, das Sie im Zug, in den Reisezentren und auf der Internetseite der Bahn bekommen.

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