Schneller Steuern sparen: Wie Sie bis zum 30.11. noch Ihren Freibetrag nutzen

Wollen auch Sie möglichst schnell Steuern sparen? Als Arbeitnehmer brauchen Sie nicht auf die Steuererklärung nach Ende des Jahres zu warten, um sich Einkommensteuer zurückzuholen, wenn Sie beispielsweise hohe Werbungskosten geltend machen. Sie können auch schon während des Jahres handeln und dadurch sofort mehr netto bekommen.

Das funktioniert mit den sogenannten Freibeträgen im Lohnsteuerabzugsverfahren. Dazu stellen Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung wegen der erhöhten Ausgaben.

Wenn auch Sie davon profitieren wollen, ist jetzt ein wichtiger Termin: Für das laufende Jahr können Sie den Antrag bis zum 30.11.2014 stellen, um noch im Dezember dieses Jahres durch höheren Nettolohn zu profitieren.

Darum geht es:

Bis 2013 gab es noch die alte Lohnsteuerkarte, die durch die neue elektronische Variante „ELStAM“ (Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale) ersetzt wurde. Auf der Vorderseite der Karte wurden die Merkmale und Freibeträge eingetragen, die die Höhe Ihrer Steuer bestimmt haben: die Steuerklasse, Kinderfreibeträge, persönlicher Steuerfreibetrag,

Kirchensteuer. Mit dem elektronischen Verfahren werden diese Merkmale nun automatisch übermittelt.

Haben Sie nun zusätzliche (regelmäßige) Ausgaben, die Ihre Steuer senken, können Sie im Rahmen des Lohnsteuerermäßigungsverfahrens einen zusätzlichen Freibetrag beantragen – etwa hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen.

Beispiele: Wann Sie einen Freibetrag geltend machen können

  • Sie ziehen um und haben nun einen weiteren Weg zwischen Ihrer Wohnung und Arbeitsstätte. Die Entfernungspauschale, die Ihre Steuer mindert, können Sie sofort zum Umzug als Werbungskosten-Freibetrag eintragen lassen.
  • Sie haben außergewöhnliche Belastungen: Sie müssen Angehörige unterstützen, etwa pflegebedürftige Eltern oder Kinder. Oder Sie müssen sich einer notwendigen medizinischen Behandlung unterziehen, die nicht von der Krankenkasse getragen wird.
  • Sie beschäftigen beispielsweise eine Haushaltshilfe und machen die Kosten im Rahmen der haushaltsnahen Dienstleistungen steuerlich geltend. Auch hier können Sie einen Freibetrag eintragen lassen.

Grenze beachten!

Den Freibetrag können Sie nur beantragen, wenn die abzugsfähigen Kosten die Grenze von 600 € überschreiten.

Wo Sie den Antrag stellen

Wenn Sie den Vorteil eines Freibetrags nutzen wollen, stellen Sie den Antrag bei dem für Sie zuständigen Finanzamt. Das Formular können Sie zwar online über das Formularcenter der Finanzverwaltung (https://www.formulare-bfinv.de) bekommen und am Bildschirm ausfüllen. Sie müssen es aber auf jeden Fall unterschrieben an Ihr Finanzamt schicken oder dort abgeben – zusammen mit den Nachweisen über die Kosten, die Sie steuermindernd geltend machen wollen.

Behalten Sie im Hinterkopf

Wenn Sie nach Ihrem Antrag einen Freibetrag bekommen, müssen Sie für das betreffende Jahr eine Steuererklärung abgeben. Machen Sie sich also einen Vormerker, wenn Sie für 2014 noch einen Freibetrag beantragt und eingeräumt haben, dass Sie Anfang 2015 auf jeden Fall eine Steuererklärung für 2014 erstellen und abgeben.

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