Sabbatjahr – Finanzierungsmöglichkeiten

Sie möchten einen Roman schreiben, weitab von touristischen Pfaden fremde Kulturen kennenlernen oder in Krisengebieten Unterstützung leisten? Jeder hat seine eigenen lang gehegten Wünsche und Träume – nur meist fehlt die Zeit dafür. Schaffen Sie sich diese Zeit mit einem Sabbatjahr. Die 1822direkt erklärt, was Sie dabei – vor allem finanziell – berücksichtigen müssen.

Sabbatical – der Ursprung

Der Begriff geht auf das hebräische Wort Sabbat zurück – im Alten Testament steht geschrieben, dass ein Acker nach sechs Jahren der Bestellung ein Jahr brachliegen und ruhen soll. So gelange er seine volle Fruchtbarkeit zurück. Das Prinzip dahinter: Innehalten, eine Auszeit nehmen, aus dem stressigen Alltag aussteigen – um nach einer Zeit der Erholung wieder voll einsteigen zu können. Dabei muss das Sabbatical natürlich nicht ein ganzes Jahr betragen – je nach Ihren Wünschen und Möglichkeiten sind auch Wochen oder Monate möglich.

Das Sabbatjahr finanzieren

Ein Sabbatical Year sollten Sie nur antreten, wenn Sie sich ausreichend Gedanken um die Finanzierung gemacht haben. Es gibt unterschiedliche Modelle zur Umsetzung:

Modell 1 – das Langzeitkonto

Sie lassen sich eine festgelegte Zeit lang nicht das volle Gehalt auszahlen– der einbehaltene Teil wird dann während der Auszeit gezahlt. Beispielsweise können Sie ein Jahr auf ein Drittel des Gehalts verzichten und könnten dann vier Monate bezahlt freinehmen.

Modell 2 – das Arbeitszeitkonto

Sie sammeln Urlaub und Überstunden in einem Zeitguthaben und können die angesparte Arbeitszeit später aufbrauchen. Hierbei sind jedoch die Vorgaben des Bundesurlaubsgesetztes zu beachten.

Modell 3 – unbezahlter Urlaub

Ob Sie kündigen, oder Ihr Arbeitgeber Sie unbezahlt freistellt – sie müssen selbst für die Finanzierung sorgen. Diese Lösung sollten Sie nur als Plan B in Betracht ziehen.

Modell 4 – für Beamte

Beamte, die bei den Ländern und Kommunen angestellt sind, können eine unbezahlte Auszeit bis zu sechs Jahren nehmen.

Sozialabgaben im Sabbatjahr

Hinsichtlich der Sozialabgaben fahren Sie am besten, wenn Sie Modell 2 verfolgen – hier laufen in der Zeit in der Sie Urlaub oder Überstunden „abbummeln“ die Sozialleistungen einfach weiter. Bei Modell 1 müssen Sie auf einen Teil Ihres Einkommens verzichten und zahlen so weniger in die Rente ein. Im Falle einer Kündigung und ins Ausland verreisen riskieren Sie Rentenausfallzeiten, da Sie sich nur arbeitssuchend melden können, wenn Sie sich in Deutschland aufhalten.

Krankenversicherung im Sabbatjahr

Wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber Modell 1 oder 2 vereinbaren konnten, sind sie in der freien Zeit weiterhin über das Unternehmen versichert. Klären Sie jedoch mit Ihrer Krankenkasse ganz genau, welchen Versicherungsschutz Sie genießen und ob dieser im Ausland ausreicht. Bei einem unbezahlten Urlaub müssen Sie sich für die Zeitspanne selbst um eine Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zu kümmern.

Fazit

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie eine Auszeit brauchen, informieren Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber, ob Regelungen für ein Sabbatical bestehen. Je langfristiger Sie das Sabbatical planen, desto besser können Sie sich finanziell darauf vorbereiten. Ein gesetzlicher Anspruch auf den Langzeiturlaub besteht jedoch nicht.

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